
Furunkel
264 posts






Breaking: Israel has. just raided vessels of the Sumud flotila off Cyprus. Many more are continuing their journey to Gaza. Time to rise up against Israel's assumption that it has a god given right to the Mediterranean, to violate Int Law at will, to complete the genocide. .

Woran liegt es, dass die bloße Übersetzung einer arabischsprachigen Aufschrift auf einem der Boote der sogenannten „Global Sumud Flotilla“ bei manchen Empörung, Frust und Wut auszulösen scheint? Wenn man die Botschaft der Aufschrift (ein religiös konnotierter Boykott- und impliziter Kampfaufruf gegen Israel) teilt, sollte man imstande sein, sich zu ihr zu bekennen, und wenn man sie ablehnt, sich gegen sie auszusprechen. Man könnte sie auch kommentarlos zur Kenntnis nehmen. Diejenigen, für die keine der genannten Optionen infrage kommt, scheinen zu glauben, dass sie der palästinensischen Sache dadurch dienen, dass sie sich *gegen* einen Diskurs über innerpalästinensische Positionen einsetzen. Geleitet scheint diese Form von Aktivismus von dem Gedanken, dass Palästinenser/Araber/Muslime nur *eine* Stimme und Position haben (bzw. haben dürfen) - und dass diese Position das Wohlergehen der Palästinenser ursächlich an den Niedergang Israels zu knüpfen hat. Auch wenn die Position zB der Hamas genauso lautet, ist dieser Gedanke doch alles andere als repräsentativ für *alle* Palästinenser, von denen auch sehr viele (wie ich tagtäglich miterlebe) in allererster Linie an der Verbesserung ihrer Lebensbedingungen und an einem guten Leben (in Gaza, im Westjordanland, in Jerusalem und als israelische Staatsbürger in Israel) interessiert sind, und dabei auch verstehen, dass ihr Leben immer einen gewissen Bezug zu Israel haben wird - egal, ob sie das wollen oder nicht. Ein möglicher Umgang mit diesem Umstand besteht in der Auffassung, dass der Versuch, das Vertrauen der jüdischen Israelis zu gewinnen, der palästinensischen Sache mehr dienen könnte, als der Versuch, gegenüber Israel eine ständige Drohkulisse der Vernichtung aufrechtzuerhalten. Einer, der versucht, die erstgenannte Sicht in der palästinensischen Innenpolitik zu etablieren, ist der Fatah-Politiker und Mahmoud Abbas-Gegner Samer Sinijlawi. Von der traditionellen palästinensischen Position, die sich von einer Verunsicherung und Schwächung Israels Vorteile verspricht, profitiert nicht nur, u.a., die Hamas, sondern auch die extremistischsten Politiker auf israelischer Seite. Israels Finanzminister Betzalel Smotrich etwa hat schon lange vor dem 7.10.2023 davon gesprochen, wie sehr die Hamas-Herrschaft in Gaza sein Ziel, palästinensische Selbstbestimmung zu verhindern, begünstigt. Politiker wie Betzalel Smotrich und Itamar Ben-Gvir haben immer offen gefordert, das Westjordanland und Gaza an Israel zu annektieren und Wege zu finden, die palästinensische Bevölkerung von dort zur Emigration zu bewegen bzw. zu drängen. Seit dem 7.10.2023 erkennen sie zunehmend Möglichkeiten, diese Vorhaben auch in die Tat umzusetzen. Betzalel Smotrich fürchtet dabei auch weder Druck von Seiten der Palästinenser, noch durch die Internationale Gemeinschaft, sondern versucht für gewöhnlich beides zur Umsetzung seiner Politik zu nutzen, wie er gerade erst in seiner Reaktion auf einen gegen ihn ausgestellten IStGH-Haftbefehl gezeigt hat. Anders als ausländische Aktivisten, die ihr Interesse an diesen Vorgängen jederzeit auch wieder verlieren können, müssen palästinensische - und israelische (jüdische und arabische) - Menschen mit den Folgen dieser Vorgänge fertigwerden und ihr Leben nach ihnen ausrichten. Dementsprechend sollte jede/r Aktivist/in ihrem/seinem Bestreben genau überlegen und prüfen, wen oder was sie/er durch ihren/seinen Aktivismus eigentlich unterstützt und begünstigt und welche Folgen das für tatsächlich Beteiligte haben könnte. Sich an Journalisten wie mir und manchen meiner KollegInnen, die sich beruflich mit diesen Zusammenhängen beschäftigen, auf einer Online-Plattform abzureagieren ist in diesem Zusammenhang nicht mehr als eine kurzfristige Ersatzhandlung, die weder uns und unsere Arbeit, noch die Vorgänge in der realen Welt beeinflusst.





Wir haben in Wien eine Generation junger Menschen, der die Welt nicht egal ist und die nicht biedermeiert. In den letzten Tagen waren diese jungen Menschen laut, aktiv, kreativ, unbeirrt und friedlich im Einsatz für die Menschenrechte aller. Und sie haben Hoffnung vermittelt.











Wo sind eigentlich die österreichischen „Dieter Nuhrs“? Wir bräuchten sie, dringend! Warum Dieter Nuhr den Leo-Baeck-Preis gerade jetzt verdient hat juedische-allgemeine.de/?p=2608486 via @JuedischeOnline









