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Frühe Korrektur im Risk‑On, später im Restmarkt
Der Risk‑On‑Bereich hat "vielleicht" seine Bereinigung bereits hinter sich und könnte damit erneut als Vorläufer dienen. Statistisch betrachtet, korrigiert dieser Sektor früher und dreht früher, während klassische Risikoassets ihre Überdehnung erst später abbauen. Eine solche Normalisierung wäre typisch – und oft Voraussetzung dafür, dass ein starker Januar tatsächlich in ein starkes Gesamtjahr übergeht.
Risk‑On:
- reagiert schneller auf Liquidität. Wenn Liquidität abnimmt, fällt Risk‑On zuerst. Wenn Liquidität zurückkommt, steigt Risk‑On zuerst.
- ist stärker gehebelt an Sentiment. Stimmungswechsel schlagen dort früher durch.
- wird stärker von Trendfolgern gehandelt: schnellere Übertreibungen - schnellere Bereinigungen.
Klassische Indizes sind träger,
sie bestehen aus:
- Value
- Dividendenwerten
- Defensiven Sektoren
- Schweren Large Caps
Diese bewegen sich langsamer.
1. 2020–2021 (Pandemie‑Zyklus)
- Risk‑On fiel im März 2020 extrem früh und extrem tief.
- Er drehte aber auch als erster wieder nach oben, Wochen bevor klassische Indizes stabil wurden.
- Tech/Growth/Risk‑On führte die gesamte Erholung an.
2. 2022 (Zinswende)
- Risk‑On preiste die Zinswende früher ein.
- Die großen Drawdowns begannen dort deutlich vor dem breiten Markt.
- Der S&P folgte erst später.
3. 2023 (Beginn des Rebound‑Jahres)
- Risk‑On drehte bereits im Q4 2022.
- Der breite Markt zog erst im Frühjahr 2023 nach.
- Wieder: Vorläufer.
4. 2024 (ETF‑Flows, Liquiditätsimpulse)
- Risk‑On reagierte früher auf Liquidität und Positionierung.
- Die Korrekturphasen kamen dort früher und wurden früher abgeschlossen.
- Der breite Markt hinkte hinterher.
Risk‑On hat bereits eine deutliche Bereinigung hinter sich, während:
- Aktien noch überdehnt sind
- Rohstoffe noch überdehnt sind
- Stop‑Zonen im Aktienmarkt noch ungetestet sind
- Rohstoff‑Charts Erschöpfungsmuster zeigen
- Der Dollar eine mögliche Trendwende andeutet
Risk‑On hat "womöglich" die Korrektur schon durchlaufen, während die klassischen Risikoassets erst noch korrigieren müssen.
Aktien und Rohstoffe hatten einen extrem starken Januar ohne Rücksetzer. Eine Bereinigung wäre normal, nicht negativ.
Ein Markt, der ohne Bereinigung weiterläuft, wird instabil.
Ein Markt, der früh im Jahr korrigiert, baut eine tragfähige Struktur. Das erhöht die Chance auf ein gutes Gesamtjahr.