Hartmut Esser
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Hartmut Esser
@EsserHartmut
Prof (em) for Sociology and Philosophy of Science (University of Mannheim). Main interest: Unified-Explanative-Analytic-Empirical (Social) Sciences.



War Karl Popper ein Wutbürger? Vor gut 55 Jahren kritisierte er bereits den Einfluß einer “anmaßenden, verlogenen und die Intelligenz zerstörenden Hochschulbildung” (“pretentious, lying, and intelligence destroying University education”). Was würde er wohl über die heutigen Universitäten sagen oder zur lagerübergreifenden Beweihräucherung des jüngst verstorben “lunatics” Habermas?









Mit Habermas & Co. begann das Elend unserer Hochschulen, die in Brutstätten sozialer Krieger verwandelt wurden Jürgen #Habermas war einer der Hauptschuldigen für eines der Grundübel, mit dem unser Niedergang begann. Neben #Adorno & Marcuse war Habermas DER Wortführer im #Werturteilsstreit der 1960er Jahre gegen #KarlPopper & #HansAlbert (keine "Positivisten", sondern kritische Rationalisten). Die Frankfurter Schule ("Kritische Theorie", die in der Tradition des #Marxismus stand) veränderte zunächst die #Sozialwissenschaften grundlegend, später veränderten sich fast alle wissenschaftlichen Disziplinen. Das oberste Ziel von Wissenschaft wurde neu formuliert. Nicht mehr Erkenntnisgewinn, also Wissenserwerb sollte das Ziel von wert(urteils)freier #Wissenschaft sein, sondern die Umgestaltung, die Transformation der Gesellschaft in Richtung Abbau der "Klassengesellschaft" und Emanzipation, was natürlich auf #Werturteilen basiert, warum die Gesellschaft schlecht ist und wie sie verändert werden soll. In diesem für unsere Kultur womöglich entscheidenden Streit setzten sich Adorno, Habermas & Co. letztlich durch - mit verhängnisvollen Folgen! Denn nun war das Einfallstor in den deutschen und westlichen Hochschulen geöffnet für "Weltverbesserer" und "SocialWarriors", die zunächst die Sozialwissenschaften und die Philosophie, dann allmählich fast alle Fakultäten übernahmen. Der #Aktionismus zog ein in das Heiligtum der Aufklärung: in die wissenschaftlichen Hochschulen. Die #Wissenschaft verlor ihre Unschuld und wurde zur Dienerin der sozialen Krieger degradiert. Später folgten andere ideologische Strömungen, #Postmodernismus kultureller #Relativismus #Dekonstruktionismus / #Poststrukturalismus (Derrida), Diskursanalyse (Foucault), #Postkolonialismus (Edward Said), #QueerIdeologie / #Genderismus (Judith Butler), #Woke Identitätspolitik (Critical Race Theory, #Intersektionalismus), die alle das Postulat übernahmen, dass klassische werturteilsfreie Wissenschaft, die nicht auf Umgestaltung der Gesellschaft (meist in Verbindung mit irgendwelchen Gedanken der "klassenlosen Gesellschaft"), sondern auf Erkenntnisgewinn und Wissenserwerb abzielt, nicht sinnvoll, gar nicht möglich oder "naiv" wäre. Der #Aktionismus wurde im Laufe der folgenden Jahrzehnte immer schlimmer. Immer mehr pseudowissenschaftliche Hochschulen bildeten immer weniger echte Wissenschaftler, dafür immer mehr SocialWarriors aus. Diese übernahmen dann Schlüsselpositionen in den Massenmedien (Print, TV, Rundfunk), in den sozialistischen Parteien, in den Gewerkschaften, in unseren Staatsanwaltschaften und Gerichten, in den Schulen, in den #NGO, inzwischen sogar in den christlichen Kirchen und zum Teil auch in den Unionsparteien sowie der FDP. In den USA ist dieser Prozess noch weiter fortgeschritten als bei uns und in den meisten westlichen Gesellschaften sieht es nicht viel besser aus, teilweise sogar noch schlimmer als in Deutschland. Das heißt, die westlichen Gesellschaften sind fast vollständig in der Hand dieser linksradikalen Ideologien, die alle irgendwie zwar recht unterschiedlich, aber letztlich doch auf den Marxismus rekurrieren und immer irgendwelche Feindbilder in der eigenen Gesellschaft konstruieren, die als Sündenböcke fungieren für das ganze Elend dieser Welt und die daher mit aller Macht bekämpft werden müssen. Und diese linksradikalen Ideologien wenden sich inzwischen meist ganz extrem gegen die griechisch-römische, jüdische-christliche abendländische Kultur, gegen den freiheitlich-demokratischen, marktwirtschaftlichen Westen, gegen den westlichen "Kapitalismus", "Kolonialismus" & "Imperialismus", der als der große Unterdrücker aller Elenden dieser Welt angesehen wird, dessen Reichtum auf der Ausbeutung dieser resultiere. Mit solchen Vorstellungen werden Millionen Studenten in nahezu allen westlichen "wissenschaftlichen" Hochschulen systematisch indoktriniert und weniger zu echten Wissenschaftlern, sondern primär zu Kriegern der "Sozialen Gerechtigkeit" und des gegen das Abendland gerichteten "Antikolonialismus" herangezogen. Mit all den Folgen die wir seit langem gegenwärtigen. Habermas kam in dieser gigantischen Fehlentwicklung, die, falls wir die Kurve nicht bekommen sollten, zum Untergang unserer jahrtausendealten, einmaligen Kultur führen wird, eine Schlüsselrolle zu. Er lehnte später etliche Fehlentwicklungen der postmodernen Denkrichtungen selbst auch ganz entschieden ab (Zauberlehrling, dem die Geister, die er heraufbeschworen hatte, entwichen) aber er war zusammen mit Adorno und der Frankfurter Schule, der "Kritischen Theorie", einer derjenigen, wahrscheinlich sogar der wichtigste von diesen, die für das erste falsche Abbiegen maßgeblich mitverantwortlich waren. Genau damit begann das Elend.







… unerträglich, oft dümmer noch als die unzähligen Kritiker, die an seinem Denken scheiterten. Jetzt hat er den verdienten Frieden gefunden und uns bleiben seine Texte. Mögen sie lange und viel gelesen werden – genau, nachdenklich, kritisch.






