Tweet Disematkan

Wollte nicht jeder schon einmal ein solcher Held, wie David sein? Vor einem großen Goliath stehen, furchtlos, mit fünf Steinen in der Tasche und dann Zielen, schießen und gewinnen? Die Geschichte ist schon 1000 mal interpretiert, variiert und für irgendwelche Deutungen ausgeschlachtet worden. Und hier kommt noch eine dazu: Wer eine Krebsdiagnose bekommt, steht plötzlich vor Goliath. Mitten im Alltag. Man wird nicht gefragt, ob man den Goliath überhaupt sehen will. Er kommt einfach, drängt sich auf.
Man greift voller Schrecken in seine Tasche und denkt sich: „ wo sind eigentlich meine fünf Steine abgeblieben? Eben hatte ich sie doch noch. Und wo hatte ich noch meine Schleuder hingelegt?“
Währenddessen musst du weiter funktionieren, dein Tagwerk schaffen und deine Seele stemmt sich mühsam empor, auf dass du gerade noch so stehen kannst
selbst für mich als an Gott glaubender Mensch wird dieser Goliath zunächst mal nicht kleiner für dich. Er baut sich auf. Er tobt. Er ruft nach der Furcht in dir. Und du spürst, du kannst nicht weg. Du musst dich ihm stellen.
Mein Gedenken geht heute an die vielen, die diese Begegnung schon hatten. Viele haben gegen Goliath verloren. Aber auch viele haben gegen ihn gewonnen.
Wie es bei mir ausgehen wird, weiß ich nicht. Aber eins weiß ich: das Leben ist schön. Es wurde schön ausgedacht. Man sollte jeden Moment auskaufen und so wenig wie möglich auf später verschieben. Später kann schon zu viel später sein und dann bleibt außer Schmerz und Reue nicht mehr viel.
Darum liebt, lebt und lacht. Und wisst, wo eure Steine und eure Schleuder liegen. Und wenn er sie nicht finden könnt, dann lasst euch helfen, von denen die eure Freunde sind.

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