KvD anno 1243: Wohlan, ihr guten Leut!
Einen Herzschlag lang stockte mir der Atem, als ich mich umwandte. Da stand nicht viel mehr als ein Schatten, doch die Mondhelle ließ ein bartloses Antlitz erkennen – ein Jüngling, kaum älter als achtzehn Lenze, in dunklem Kittel und mit einem Mantel, der windzerzaust um ihn wehte. Seine Augen glänzten unheimlich, und er sprach mit leiser, drängender Stimme: „Herrin, jene Kindlein... sie sind nicht, was sie scheinen. Das Pergament in Eurer Hand – es ward geschrieben von ihrer Mutter, eh’ der Tod sie holte. Es spricht von einem Fluch, der auf dem Hause lastet, und von einem Stein... einem Stein wie jenem, den Ihr bergt.“
Ich umklammerte das Bündel fester, während der Rabe über uns kreiste und warnend krächzte. Der Jüngling trat näher, die Hand ausgestreckt: „Gebt es mir. Es bringt Verderben, wenn es bei den Kindern bleibt. Sie wissen es nicht, doch der Fluch lebt in ihrem Blut.“
Doch eh’ ich antworten konnte, raschelte es aus der Herberge – und die Tür der Kinder-Kammer fiel mit einem Knarren ins Schloss. Hatte sich dort etwas geregt, das nicht schlafen sollte?
(Fortsetzung folgt …)
@Karl_Falkner Guten Morgen Karl und viel Vergnügen in Wald! Das sieht herrlich aus. Heute war ein Artikel in der NZZ, der den Aufenthalt in der Natur zum Thema hat