Michael Sander@Mic_Sander
Im verlinkten Artikel erklärt @Ayaan, warum der Waffenstillstand mit dem Iran ein Fehler ist.
Viel wichtiger noch erscheint mir, dass Ayaan Hirsi Ali hier die Strategie der Islamisten in seltener Klarheit offenlegt.
Jeder, wirklich jeder in politischer Verantwortung sollte das kennen und ernst nehmen.
Und weil viele darüber straucheln, nochmal explizit zur Rolle, die eigentlich gut integrierte Muslime dabei spielen:
Die Strategie ist ähnlich wie in Gaza:
Man versteckt sich hinter Zivilisten, schürt Ressentiments gegen die Aufnahmegesellschaft und verwischt bewusst die Unterschiede, sodass jede noch so legitime Gegenreaktion wie ein Angriff auf Muslime an sich erscheint, was dann wiederum propagandistisch ausgeschachtet wird.
Das ist eine harte Nuss, die es hier zu knacken gilt.
Vor allem für Politiker, die im 4 Jahres-Zyklus denken und von Strategie nicht den Hauch einer Ahnung haben.
Unser größtes Problem ist genau diese typisch westliche Arroganz, dieses Wegschauen, das nicht ernst nehmen wollen, gepaart mit einer gehörigen Portion Dummheit und Selbsthass.
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"Seit der Abschaffung des osmanischen Kalifats im Jahr 1924 verfolgen islamistische Intellektuelle ein Projekt, das Fortschritt in Generationen misst. Ihre Strategie beruht nicht nur auf Gewalt, sondern auch auf Geduld, Demografie, institutioneller Einflussnahme und der gezielten Nutzung der Sprache, die ihre Gastgesellschaften am meisten schätzen.
In Europa ist das die Sprache der Rechte, der Inklusion, der Vielfalt und der Opferrolle. Es ist eine Sprache, die die politische Linke über Jahrzehnte hinweg verfeinert hat und die Islamisten mit bemerkenswerter Präzision zu instrumentalisieren gelernt haben.
Der Soziologe W. I. Thomas stellte 1928 fest, dass Situationen, die Menschen als real definieren, reale Konsequenzen haben. Islamistische Netzwerke in Europa haben diese Beobachtung zu einer Art Handlungsanleitung gemacht.
Überzeugt man westliche Institutionen davon, den Begriff „Islamophobie“ zu akzeptieren, wird kritische Prüfung zu Bigotterie.
Überzeugt man sie, Integration als kulturellen Imperialismus zu betrachten, wird Assimilation zu Unterdrückung.
Überzeugt man sie, jede Sicherheitsmaßnahme als rassistische Kränkung zu interpretieren, beginnt der Apparat, der Extremismus überwachen soll, sich selbst zu demontieren.
Die einmal gesetzte Deutung erzeugt genau die Konsequenzen, auf die sie abzielt.
In ganz Europa sind diese Konsequenzen inzwischen sichtbar.
Mehrere Moscheen und islamische Zentren stehen unter direkter iranischer Kontrolle.
Die Londoner Metropolitan Police hat aktiv Programme zur Förderung von Vielfalt betrieben, die alle nicht-weißen Gemeinschaften unter einer einzigen Kategorie zusammenfassen – eine bürokratische Vereinfachung, die in der Praxis den Unterschied zwischen friedlich lebenden muslimischen Gemeinschaften und islamistischen Netzwerken mit explizit politischen Zielen verwischt.
Wenn eine Institution so mächtig wie eine nationale Polizeibehörde diese Unterscheidung nicht mehr treffen kann, hat sie den Kampf, für den sie geschaffen wurde, bereits verloren. Diejenigen, die zum Schutz eingestellt wurden, könnten zu denjenigen gehören, die am wenigsten dazu bereit sind.
Europa mangelt es nicht an Beispielen dafür, wie das endet.
Recep Tayyip Erdoğan – der Mann, der berühmt sagte, „Demokratie ist wie eine Straßenbahn, man steigt aus, wenn man sein Ziel erreicht hat“ – ist kein Einzelfall, sondern ein Prototyp. Seine Türkei zeigt, dass demokratische Mechanismen durchaus mit dem Abbau demokratischer Normen vereinbar sind. Wahlen, Gerichte, Polizeikräfte und öffentliche Verwaltungen können schrittweise unterwandert werden, wobei jeder Schritt verfahrensrechtlich begründbar erscheint. Das Ziel ist nicht – und war es nie – die Demokratie. Die Straßenbahn fährt lediglich durch sie hindurch.
Die meisten Muslime in westlichen Ländern wollen dasselbe wie alle anderen: Arbeit, Bildung, Sicherheit. Sie sind hier nicht der entscheidende Punkt.
Die Bedrohung geht von organisierten Bewegungen aus, die sich unter ihnen verankern, von der allgemeinen Unklarheit profitieren und sich hinter muslimischer Identität verbergen – im sicheren Wissen, dass der Westen eher seine eigenen Empfindlichkeiten schützt als seine eigenen Straßen."
open.substack.com/pub/thefreedom…