Sebastian Christ

3.7K posts

Sebastian Christ banner
Sebastian Christ

Sebastian Christ

@SebChristBerlin

Diplom-Journalist und Zukunftsforscher (M.A.). #Politik, #Digitalisierung, #Osteuropa, #Nordhessen. "Kaliberexperte" (F.W. Steinmeier).

Berlin, Deutschland Присоединился Nisan 2012
1.3K Подписки1.5K Подписчики
Sebastian Christ ретвитнул
Pilecki-Institut
Pilecki-Institut@PileckiInstitut·
Sebastian Christ hat sich über zweieinhalb Jahrzehnte hinweg mit Otto Küsel beschäftigt. Ein Rundgang durch die erste Fassung unserer Pilecki-Ausstellung gab ihm 2022 schließlich den Impuls, die Küsel-Biografie zu schreiben. Das Buch zeigt eindrücklich, dass die Entscheidung zwischen Gut und Böse durch jeden einzelnen Menschen verläuft – auch und gerade unter den Bedingungen eines totalitären Systems. Küsel hat diese Entscheidung früh und ambivalenzfrei getroffen: „Ich habe nicht einen Bericht über Otto Küsel gefunden, der negativ wäre. Es ist klar, dass er nicht alles tun konnte. Aber diejenigen, die sich an ihn erinnerten, taten dies sehr positiv. Dabei handelte und half er in Situationen, in denen es wirklich gefährlich war“, sagt Piotr Cywiński, Leiter der Staatlichen Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau. Aufgrund der engen Verbindungen zwischen Küsel und dem polnischen Untergrundstaat hat der Autor zudem eine Einführung in die Strukturen des polnischen Widerstands in das Buch integriert. Sebastian Christ, geboren 1981, ist Journalist, Autor und Zukunftsforscher aus Berlin. Er war unter anderem bereits als Parlamentsreporter für stern.de, als Redakteur für Digitalpolitik beim Tagesspiegel und als Kriegsreporter in Afghanistan sowie im Irak tätig. Er lebte ein Jahr lang in Kyjiw, wo er zur Maidan-Bewegung forschte. Von November 2021 an war er Senior-Kommunikationsexperte beim Cyber Innovation Hub der Bundeswehr. Für seine journalistische und publizistische Arbeit erhielt er zahlreiche Auszeichnungen, darunter zweimal den Axel-Springer-Preis. Zu seinen Buchveröffentlichungen zählen unter anderem "Das Knurren der Panzer im Frühling. Ein Kriegsbericht aus Afghanistan" (2011) sowie "Ich bin privat hier. Eine Ukrainereportage" (2015).
Pilecki-Institut tweet media
Deutsch
0
3
13
328
Sebastian Christ ретвитнул
Auschwitz Memorial
Auschwitz Memorial@AuschwitzMuseum·
29 December 1942 | In the afternoon, four prisoners escaped from the camp: The German Otto Küsel (camp no. 2) and three Poles: Jan Baraś, Mieczysław Januszewski and Dr. Bolesław Kuczbara. --- Escapes from Auschwitz: lekcja.auschwitz.org/en_15_ucieczki/ --- The planned escape took the following course: Otto Küsel, who was so-called labour manager in the camp and who thus was known to many SS men and had their trust, drove into the Auschwitz I camp with a horse cart and stopped at Block 24. He loaded four cabinets and left the camp without being checked at the gate by the SS Block Commander. He crossed the entire production area of the camp without being stopped. In an open field, he opened one of the cabinets. Mieczysław Januszewski climbed out in the SS uniform and with a rifle. He sat next to Küsel in the cart as an SS guard. At the barrier Januszewski showed the SS non-commissioned officer on duty a procured transit pass for a prisoner and a guard. After leaving the camp area other prisoners also climbed out. The escape was prepared with the support of the underground Polish Home Army and Janina Kajtoch, a resident of the town of Oświęcim. A go-between brought the escapees to the family of Andrzej Harat in Libiąż, where they could recover before felling farther toward the General Government. Otto Küsel was captured in Warsaw and sent back to Auschwitz on September 25, 1943. He was held in the bunker of Blok 11 until November 1943. On February 9, 1944 he was transferred to Flossenbürg camp. Jan Baraś was caught in Kraków in January 1943 and sent back to Auschwitz where he was not identified (he chose a false name Jan Komski). Both survived the war. Mieczysław Januszewski was imprisoned again and most likely committed suicide during the transport to the camp. Bolesław Kuczbara died in a prison in Warsaw after being shot by the Gestapo. He most likely poisoned himself in prison. In the picture: December 29, 1942. Photo taken at the Harat house, soon after the escape of Küsel and his three companions (Poles). From left: Mieczysław Januszewski, Jan Komski (Baraś in the camp), Otto Küsel and Bolesław Kuczbara. Second from right: Andrzej Harat
Auschwitz Memorial tweet media
Română
4
96
543
23.3K
Sebastian Christ
Sebastian Christ@SebChristBerlin·
@ThomasLeurs1 Diminutive sind in den slawischen Sprachen viel weiter verbreitet als im Deutschen - und sie bedeuten viel mehr als schlicht Verniedlichung.
Deutsch
1
0
4
150
Thomas Leurs 🇺🇦
Thomas Leurs 🇺🇦@ThomasLeurs1·
Eine Frage an die Russisch-Kenner: Marija Aljochina redet bei Lanz von ihrem Büchlein (auf russisch: мою книжку). Das Buch hat 528 Seiten! Wie kann sie ihr Buch so kleinreden? Oder sind die Diminutive im Russischen einfach so extrem vertreten?
Thomas Leurs 🇺🇦 tweet media
Deutsch
18
2
51
2.8K
Sebastian Christ ретвитнул
Pilecki-Institut
Pilecki-Institut@PileckiInstitut·
Heute jährt sich die Entstehung des polnischen Untergrundstaats - des größten seiner Art im Europa des Zweiten Weltkriegs. Er bewahrte staatliche Strukturen unter der deutschen NS-Besatzung und schuf eine freiheitliche zivile Gegenöffentlichkeit. Unter seinem Dach wirkte auch die Heimatarmee, mit 250.000 bis 400.000 Mitgliedern die größte Widerstandsorganisation des Kontinents. Sie war in allen Regionen des besetzten Polens aktiv, organisierte Sabotageakte, Geheimdienstoperationen und führte im August 1944 den Warschauer Aufstand an. „Die polnische Nation stand immer auf der Seite des Friedens und der Freiheit, der Achtung der Rechte von Individuen und Völkern, der Glaubensfreiheit und religiösen Toleranz. Der Kampf, den wir geführt haben, war nicht nur für die Unabhängigkeit Polens, sondern auch für die Verteidigung dieser universellen Werte“ – so heißt es im Testament des polnischen Untergrundstaats vom 1. Juli 1945, das dessen Zielsetzung und Selbstverständnis auf eindringliche Weise zusammenfasste. Die Bedeutung des Untergrundstaats reichte also weit über den bewaffneten Kampf hinaus: Er bewahrte staatliche und kulturelle Strukturen in Zeiten der Vernichtung, schuf unter den Bedingungen der deutschen NS-Besatzung eine verborgene Öffentlichkeit mit Universitäten, Schulen und Gerichten, Stipendienprogrammen, einem Netz geheimer Bildungseinrichtungen und rund 1.400 bis 1.700 illegalen Publikationen. Zugleich ergriff er Initiativen, um die Weltöffentlichkeit über den Holocaust zu informieren. Dass dem zivilen Arm eine so große Bedeutung zugesprochen wurde, war eine direkte Antwort auf die „Intelligenzaktion“ und die „AB-Aktion“, deren Ziel die Vernichtung der polnischen Elite war, um das Land in eine dem „Dritten Reich“ untergeordnete Sklavenbevölkerung zu verwandeln. Die Botschaft des polnischen Untergrundstaats bleibt zeitlos, auch angesichts des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine: Die Verteidigung der eigenen Kultur und Identität ist oft ein unentbehrlicher Teil des Widerstands, wenn der Aggressor genozidale Ziele verfolgt. Es handelte sich im wahrsten Sinne des Wortes um einen „Staat im Untergrund“: mit Parlament, Präsident, zahlreichen sozialen Einrichtungen, zwölf Ministerien und einer Koalition, die fast alle politischen Parteien und Gruppierungen umfasste, den jüdischen Parlamentarierkreis eingeschlossen. Nur rechts- und linksextreme Organisationen blieben außen vor und bildeten eigene Strukturen. Nach der verlorenen „September-Kampagne“ flohen etwa 85.000 polnische Soldaten, Offiziere und Politiker nach Frankreich und Rumänien. Am 30. September 1939 wurde in Paris die polnische Exilregierung gebildet, die nach der Niederlage Frankreichs ihren Sitz nach London verlagerte. Sie verstand sich als Fortsetzung der Zweiten Republik und als einzig legitime polnische Regierung, der Untergrundstaat unterstand deswegen ihren Befehlen. In unserer Pilecki-Ausstellung sind zahlreiche Initiativen dokumentiert, mit denen der Untergrundstaat die Welt auf den Holocaust aufmerksam machte. Besonders spektakulär war die Tätigkeit der Żegota – des „Rats für die Unterstützung der Juden“ –, die unter dem Dach der Untergrundregierung Tausenden das Leben rettete, trotz drakonischer Strafen unter der deutschen Besatzung: Schon das Teilen eines Stücks Brot mit Juden konnte eine ganze Familie das Leben kosten. Ebenso hervorzuheben ist u.a. die „Raczyński-Note“, der erste offizielle Bericht über den Holocaust, den die polnische Exilregierung am 10. Dezember 1942 an die Außenminister der Alliierten sandte, um die Weltöffentlichkeit wachzurütteln. Die Mitglieder des Untergrundstaats wurden nach dem Krieg vom kommunistischen Regime verfolgt, gefoltert und ermordet – etwas, das George Orwell bereits früh erkannt hatte: „Nein, das ‚Regime von Lublin‘ ist kein Sieg für den Sozialismus. Es ist die Herabsetzung Polens zu einem Vasallenstaat. … Wehe denen, die ihre unabhängigen Vorstellungen und Grundsätze aufrechterhalten wollen.“
Pilecki-Institut tweet media
Deutsch
0
17
45
4K
Sebastian Christ ретвитнул
Patrick Bernau
Patrick Bernau@PatrickBernau·
Die Frau, die Berlin flott macht In der Hauptstadt tut sich was: Bürgerämter haben wieder Termine, die Bürokratie kommt auf Trab. Das liegt an Martina Klement. faz.net/aktuell/wirtsc…
Deutsch
1
9
28
3.3K
Sebastian Christ ретвитнул
FAZ Finanzen
FAZ Finanzen@FAZ_Finance·
Martina Klement: Die Frau, die Berlin flott macht (von Patrick Bernau) faz.net/aktuell/wirtsc…
Deutsch
0
1
1
404
Sebastian Christ ретвитнул
Pilecki-Institut
Pilecki-Institut@PileckiInstitut·
Ein Erinnerungsabend, an den man noch lange zurückdenken wird: Viele Berlinerinnen und Berliner sind heute zahlreich erschienen, um der Aufständischen des Warschauer Aufstands zu gedenken. Der von Anna Krenz kuratierte Abend gliederte sich in zwei Teile: Zum einen wurden Tagebucheinträge bekannter Aufständischer vorgelesen, zum anderen sang das Ensemble Surowica gemeinsam mit Dorota Puszakowska bekannte Lieder des Warschauer Aufstands – und konnte dabei auf die kräftige Unterstützung des Publikums zählen. All das geschah vor einer besonders stimmungsvollen Kulisse: Auf die Fassaden der Polnischen Botschaft wurden Fotos aus dem Warschauer Aufstand projiziert, stets begleitet vom PW-Symbol – das alles erzeugte eine eindrückliche Atmosphäre. „An die vielen Passanten in der Straße Unter den Linden, die wenig oder nichts vom Warschauer Aufstand gehört haben, will ich sagen: Damals ging es um das Überleben der polnischen Nation – aber auch um die menschliche Fähigkeit, Gräueltaten zu begehen. Der Mensch ist zum Heroismus und zu grenzenloser Opferbereitschaft fähig. Er kann aber auch zum blutkalten Henker und skrupellosen Ausführer der widrigsten Befehle werden. Diese Wahrheiten sind universell gültig“, leitete Jan Tombiński, Geschäftsträger a. i. der Polnischen Botschaft, den Abend ein. Der Warschauer Aufstand war die größte bewaffnete Untergrundaktion gegen NS-Deutschland im Zweiten Weltkrieg. Ursprünglich auf wenige Tage angelegt, dauerte er schließlich 63 Tage – ein heroischer, aber ungleicher und weitgehend isolierter Kampf für ein freies, unabhängiges Polen, befreit von deutscher Besatzung und sowjetischer Vorherrschaft. Warschau erlitt die höchsten prozentualen Verluste aller europäischen Städte. Die sowjetischen Truppen am gegenüberliegenden Ufer der Weichsel griffen nicht ein – sie warteten ab, bis die Stadt zerstört und die Heimatarmee zerschlagen war. Es folgten literarische Beiträge – Klassiker zum Aufstand und Tagebuchtexte u. a. von Anna Świrszczyńska, Miron Białoszewski und Maria Dąbrowska. Zunächst lasen Mareike Wenzel und Max Hossner, später auch bekannte Stimmen aus dem deutsch-polnischen Dialog, darunter Florian Mausbach und Wolfgang Templin. „Lieder können eine Form des Widerstands sein. Oft sind sie die Waffen der Schwachen gegen die Macht“, leitete Mateusz Fałkowski den musikalischen Teil ein. Surowica – Weronika Regosz, Ania Svetozarov und Izabela Obłaczyńska – sowie Dorota Puszakowska sangen Klassiker wie Deszcz, jesienny deszcz („Herbstregen“), Serce w plecaku und Warszawskie dzieci. Das Publikum sang mit – oder las mit, unterstützt durch die verteilten Booklets. Nach dem Abend erreichten uns viele bewegte Reaktionen. Zahlreiche Gäste äußerten ihre Dankbarkeit für die eindrucksvolle Gestaltung, die Auswahl der Texte und Lieder und für die Atmosphäre, die Raum ließ für Gedenken, Nachdenken und gemeinsames Erinnern. Veranstalter: Die Botschaft der Republik Polen in der Bundesrepublik Deutschland und das Pilecki-Institut Berlin in Zusammenarbeit mit dem Museum des Warschauer Aufstands, dem Polnischen Institut in Berlin und der Stiftung für deutsch-polnische Zusammenarbeit.
Pilecki-Institut tweet mediaPilecki-Institut tweet mediaPilecki-Institut tweet mediaPilecki-Institut tweet media
Deutsch
3
12
38
14.2K
Sebastian Christ ретвитнул
Senatskanzlei Berlin
Senatskanzlei Berlin@RegBerlin·
Das mobile Bürgeramt ist wieder in eurer Nähe. 🙌 Ihr braucht einen neuen Ausweis? Oder habt ein anderes Anliegen? Kein Problem! Ihr könnt alle Dienstleistungen wie im regulären Bürgeramt direkt vor Ort im Mobilen Bürgeramt erledigen. ℹ️ Heute hier: Falkstraße 25, 12053 Berlin
Senatskanzlei Berlin tweet media
Deutsch
0
1
3
854
Sebastian Christ ретвитнул
Pilecki-Institut
Pilecki-Institut@PileckiInstitut·
Da hing sie wieder – die polnische Flagge, die 1945 für kurze Zeit von polnischen Soldaten an der Siegessäule gehisst worden war. Zum baldigen 80. Jahrestag des Kriegsendes wollten wir erneut eine Leerstelle der kollektiven Berliner Erinnerung sichtbar machen. Heute waren die Veteranen erneut am Ort ihres siegreichen Einsatzes gegen das Dritte Reich. An der Schlacht um Berlin nahmen direkt und indirekt über 180.000 Soldaten der 1. Polnischen Armee teil. Eine Erinnerung an Polens Einsatz im Zweiten Weltkrieg: den viertgrößten Alliierten, der an allen wichtigen Fronten kämpfte – und dessen Rolle später im Zuge fauler geopolitischer Kompromisse marginalisiert wurde. Den Aufenthalt und die Programmpunkte – vom Besuch des Denkmals für die polnischen Soldaten an der TU Berlin über die Flaggenhissung an der Siegessäule bis hin zur Kranzniederlegung am Denkmal für die polnischen Soldaten und die deutschen Antifaschisten – organisierten das Pilecki-Institut und das Amt für Veteranen und Opfer politischer Verfolgung. Unter den heutigen Teilnehmenden waren u. a. der Direktor des Pilecki-Instituts, Prof. Krzysztof Ruchniewicz, der polnische Geschäftsträger a. i. Jan Tombiński, die Vizepräsidentin des polnischen Senats, Magdalena Biejat, sowie der stellvertretende Vorsitzende des Amtes für Veteranen und Opfer politischer Verfolgung, Minister Michał Syska. Viele Soldaten der 1. Polnischen Armee, die an der Seite der Roten Armee kämpften, waren zuvor Opfer stalinistischer Repressionen – sie wurden nach Sibirien deportiert oder in Gulags interniert – und hofften zunächst, sich der Armee Anders anschließen zu können, einer polnischen Formation, die über Persien in den Nahen Osten gelangt war und dort an der Seite westlicher Alliierten kämpfte. Für viele jedoch blieb dieser Weg aus organisatorischen, politischen oder zeitlichen Gründen verschlossen. Die Sowjetunion blockierte diesen Übertritt gezielt, und der Eintritt in die 1. Polnische Armee erfolgte häufig unter Druck. Auch eine Rückkehr in die Heimat war für viele keine Option. Vor diesem Hintergrund entschieden sich viele – unter den damaligen historischen Bedingungen –, den Kampf gegen das NS-Regime aufzunehmen oder fortzusetzen. Während die Rolle der 1. Polnischen Armee nach 1945 in der Volksrepublik Polen offiziell hervorgehoben wurde, geriet sie nach dem politischen Umbruch von 1989 zunächst in den Hintergrund. Über lange Zeit wurde das Gedenken an die Heimatarmee, den polnischen Untergrundstaat und die Exilregierung wiederhergestellt – Formationen, die im kommunistischen Nachkriegspolen ignoriert oder diskreditiert worden waren –, bevor sich ein inklusiveres Geschichtsverständnis im kollektiven Gedächtnis entwickeln konnte.
Pilecki-Institut tweet media
Deutsch
1
15
52
6.6K
Sebastian Christ ретвитнул
Pilecki-Institut
Pilecki-Institut@PileckiInstitut·
Polnische Kriegsveteranen zu Besuch am Pilecki-Institut! Zum diesjährigen 80. Jahrestag des Kriegsendes wollen wir der rund 180.000 polnischen Soldaten gedenken, die an der Schlacht um Berlin beteiligt waren. Wir möchten die Befreier Berlins kennenlernen, ihnen zuhören, von ihnen lernen und ihre Rolle würdigen. Unser Rahmenprogramm: - Die Möglichkeit, polnische Kriegsveteranen, die sich um die Befreiung Berlins verdient gemacht haben, persönlich kennenzulernen. Interviews sind dank eines Dolmetschers vor Ort möglich und vorgesehen. - Eine öffentliche Flaggenhissung, die an eine legendäre historische Szene an der Siegessäule erinnert, als polnische Soldaten dort kurzzeitig eine weiß-rote Flagge setzten. - Eine historische Radtour entlang der Hauptkriegsschauplätze, wo polnische Soldaten gekämpft haben. - Eine Auszeichnungszeremonie für Berliner Persönlichkeiten, die sich besonders um die deutsch-polnische Aussöhnung verdient gemacht haben. - Eine Podiumsdiskussion mit Prof. Krzysztof Ruchniewicz, Prof. Raphael Gross, Prof. Tatjana Tönsmeyer, Prof. Damian Markowski und Prof. Stefan Troebst. Seit dem deutschen Überfall auf Polen 1939 und dem Beginn des Zweiten Weltkriegs kämpften polnische Soldaten an vielen Fronten an der Seite der Alliierten. Im Frühjahr 1945 beteiligten sich polnische Einheiten auch an der Eroberung Berlins, wobei ihr Einsatz an manchen Kriegsschauplätzen entscheidend war, etwa beim Kampf um die Technische Hochschule Charlottenburg. Am 2. Mai 1945 hisste eine Gruppe polnischer Soldaten der 1. Tadeusz-Kościuszko-Infanteriedivision die weiß-rote Flagge auf der Spitze der Berliner Siegessäule. Diese symbolische Geste unterstrich die Rolle Polens im Kampf gegen das NS-Schreckensregime und war zugleich die Erfüllung eines Traums vieler Polen, die zu diesem historischen Moment beigetragen hatten. Es lohnt sich, den 2. Mai gemeinsam mit dem Pilecki-Institut zu verbringen – denn diese Freiheitskämpfer können bei uns persönlich kennengelernt werden! Die Gruppe der Veteranen besteht aus zehn Personen, darunter ein 1924 geborener Veteran. Anwesend sein wird auch Józef Jabłoński, der Sohn von Antoni Jabłoński, der die polnische Flagge an der Siegessäule hisste. Co-Veranstalter der Reise der Kriegsveteranen nach Berlin ist das polnische Amt für Kriegsveteranen und Opfer politischer Verfolgung. Die historische Radtour wird zusammen mit der Deutsch-Polnischen Gesellschaft Berlin organisiert. Tagesprogramm am 2. Mai 10:00 – Zusammenkunft am Denkmal für die Soldaten der 1. Polnischen Armee am Gebäude der Technischen Universität (Straße des 17. Juni 135) 10:45 – Gedenken an der Siegessäule: 80 Jahre nach dem Hissen der polnischen Flagge durch Soldaten der 1. Polnischen Armee (Großer Stern 1) 11:40 – Kranzniederlegung am Denkmal des polnischen Soldaten und des deutschen Antifaschisten (Virchowstraße) 13:00 – Ordensverleihungszeremonie im Sitz des Pilecki-Instituts in Berlin (Pariser Platz 4A) 18:00 – Podiumsdiskussion „Unvereinbare Erfahrungen. Das Kriegsende in Europa und Asien“ im Sitz des Pilecki-Instituts in Berlin (Pariser Platz 4A) mit Prof. Krzysztof Ruchniewicz, Prof. Raphael Gross, Prof. Tatjana Tönsmeyer, Prof. Damian Markowski und Prof. Stefan Troebst Bis zur Errichtung des Denkmals für die polnischen Befreierinnen und Befreier im Jahr 2020 blieb die Erinnerung an die polnischen Befreier Berlins eine Leerstelle im kollektiven Gedächtnis der Stadt. Auch in der polnischen Erinnerungskultur war dieser Teil der Geschichte lange nicht eindeutig verortet. Während die Rolle der 1. Polnischen Armee in der Volksrepublik Polen nach 1945 offiziell hervorgehoben wurde, geriet sie in den ersten Jahren nach der Wende 1989 in den Hintergrund. Zunächst musste die Erinnerung an die im kommunistischen Nachkriegs-Polen verschmähte Heimatarmee und die Exilregierung wiedergewonnen und aufgearbeitet werden, bevor ein inklusiveres Geschichtsbild in der kollektiven Erinnerung Gestalt annehmen konnte. Fakt ist: Viele derjenigen, die später in der 1. Polnischen Armee an der Seite der Roten Armee kämpften, waren zuvor von stalinistischen Repressionen betroffen – etwa nach Sibirien deportiert oder in Gulags inhaftiert – und hatten ursprünglich gehofft, sich der Anders-Armee anschließen zu können, jener polnischen Formation, die über Persien in den Nahen Osten verlegt wurde und dort an der Seite der Westalliierten kämpfte. Für viele blieb dieser Weg jedoch organisatorisch, politisch oder schlicht zeitlich verschlossen. Ein Übertritt wurde von sowjetischer Seite teils gezielt verhindert, der Eintritt in die 1. Polnische Armee erfolgte nicht selten unter Druck. Eine Rückkehr in die Heimat war für die meisten ebenfalls keine Option. Vor diesem Hintergrund entschieden sich viele, unter den gegebenen historischen Bedingungen den Kampf gegen NS-Deutschland anzutreten oder fortzsetzen.
Pilecki-Institut tweet media
Deutsch
5
13
23
1.4K
Sebastian Christ ретвитнул
RASH - Subkultur und Widerstand
RASH - Subkultur und Widerstand@Redskinsberlin·
Der unbekannte Held von Auschwitz: Der »Berufsverbrecher« Otto Küsel rettete Hunderten das Leben. In Polen ist er ein Held, in Deutschland fast unbekannt. Das will Sebastian Christ mit einem Buch ändern, für das er 20 Jahre lang recherchiert hat: juedische-allgemeine.de/kultur/der-unb…
Deutsch
0
11
18
551
Sebastian Christ ретвитнул
Pilecki-Institut
Pilecki-Institut@PileckiInstitut·
„Es lohnt sich, anständig zu sein“ – heute vor 10 Jahren ist Władysław Bartoszewski von uns gegangen. Er war ein deutsch-polnischer Brückenbauer und einer der geistigen Initiatoren der Idee, ein Denkmal für die polnischen Opfer des Zweiten Weltkriegs zu errichten. Im Zuge der sogenannten Intelligenzaktion wurde er 1940 gemeinsam mit Witold Pilecki in einem Transport nach Auschwitz deportiert. Dank der Intervention des Roten Kreuzes konnte er das Lager wieder verlassen. Später kämpfte er als Soldat im Warschauer Aufstand und engagierte sich in den Reihen der Żegota – einer Organisation des polnischen Untergrundstaats, die sich der Rettung jüdischer Mitbürger verschrieben hatte. Bekannt wurde er zudem als polnischer Außenminister, Buchautor und Schriftsteller. Danach dokumentierte er als Journalist die Gräueltaten des Dritten Reichs. Er gehörte zu jener Generation polnischer Widerstandskämpfer, deren Freiheitsdrang beiden Großtotalitarismen ein Dorn im Auge war. Im kommunistischen Polen schloss er sich der Polnischen Bauernpartei (PSL) unter der Führung von Stanisław Mikołajczyk an – der einzigen echten Oppositionskraft jener Zeit – und wurde bereits 1946 vom kommunistischen Sicherheitsdienst UB verhaftet. Später, am 29. Mai 1952, verurteilte man ihn wegen angeblicher Spionage zu acht Jahren Gefängnis. Bartoszewskis Leben war geprägt von der Konfrontation mit der eisernen Härte beider Großtotalitarismen des 20. Jahrhunderts – doch die Härte des „extremen Jahrhunderts“ wurde nie zu seiner eigenen. Im Gegenteil: Sein herzhaftes Lachen spiegelte sich auch in seinem politischen und menschlichen Wirken wider. Daraus erwuchs sein tiefer Glaube an ein starkes, vereintes Europa. Häufig wird gefragt, woher Bartoszewskis bekanntes Faible für die deutsche Kultur rührt. Sein Sohn, der heutige Politiker Teofil Bartoszewski, schilderte in einem Interview mit der Deutschen Welle, dass dieses Interesse bereits während der Schulzeit seines Vaters entstand – an einem Warschauer Jesuitengymnasium. Dort habe ein Lehrer unterrichtet, der der nationalistischen Endecja nahestand, zugleich aber über ein profundes Wissen zur deutschen Sprache und Kultur verfügte, auch wenn er den Deutschen selbst eher ablehnend gegenüberstand. Bartoszewski sei früh von der deutschen Literatur fasziniert gewesen – so sehr, dass er seine Diplomarbeit über Lessing schrieb und eine Gesamtausgabe von Heine besaß, die im Krieg zerstört wurde. Jahrzehnte später, bei einem Staatsbesuch Helmut Kohls in Polen, habe der Bundeskanzler ihm als Geste der Anerkennung eine ledergebundene Erstausgabe von Heine geschenkt. Die beiden Männer verband über die Jahre ein enges, freundschaftliches Verhältnis – so sehr, dass sie ihre Urlaube regelmäßig gemeinsam in Österreich verbrachten. Als Bartoszewski schließlich polnischer Außenminister wurde, wählte er nicht den direkten Kontakt zur deutschen Diplomatie, sondern ließ über Kohls Assistenten den Kanzler selbst ans Telefon holen – ein Ausdruck des persönlichen Vertrauensverhältnisses zwischen beiden. Im Rampenlicht der öffentlichen Debatte stand er wiederholt als Historiker und Autor mehrerer Bücher, die auch in deutscher Sprache veröffentlicht wurden: Das Warschauer Ghetto wie es wirklich war. Zeugenberichte eines Christen, Es lohnt sich anständig zu sein, Uns eint unvergessenes Blut. Juden und Polen zur Zeit der Endlösung sowie als Herausgeber von Die Kraft des Augenblicks: Begegnungen mit Papst Johannes Paul II. Der Satz „Es lohnt sich, anständig zu sein“ war für Bartoszewski keine Floskel – sondern gelebte Haltung. In einer Welt, in der Anstand oft als naiv gilt, verkörperte er ihn als Haltung der Stärke. Er war nicht nur Brückenbauer zwischen Polen und Deutschland, sondern auch ein überzeugter Europäer. Für Bartoszewski war Europa mehr als ein politisches Projekt – es war ein Versprechen der Verständigung und des zivilisatorischen Fortschritts. Er sah Polen nicht nur als Opfer der Geschichte, sondern als aktiven Mitgestalter eines gemeinsamen Europas. Trotz fehlendem formalen Studienabschluss wurde er später mit zahlreichen Ehrendoktorwürden ausgezeichnet – unter anderem von deutschen Universitäten. Diese späte akademische Anerkennung war Ausdruck des Respekts, den er nicht nur durch seine Taten, sondern auch durch seine moralische Autorität erlangte. In der heutigen, oft polarisierten Debatte wirkt er wie jemand, der klare Worte finden konnte und dennoch subtil und differenziert analysierte. Er neigte zum paradigmenübergreifenden Denken – ihm lag viel an der polnisch-deutschen Versöhnung, an guten polnisch-jüdischen Beziehungen und daran, dass die polnische Perspektive auf das 20. Jahrhundert ihren verdienten Platz im europäischen kollektiven Gedächtnis einnimmt: „In den ersten fünfzehn Monaten waren wir, die polnischen Häftlinge, allein an diesem schrecklichen Ort. Die freie Welt interessierte sich nicht für unser Leiden und unseren Tod – trotz gewaltiger Anstrengungen der geheimen Widerstandsbewegung im Lager, Informationen nach außen zu befördern.“ Wie bereits erwähnt, war sein Engagement für die deutsch-polnische Verständigung weithin bekannt – und dabei scheute er sich nicht, Kritik an beiden Seiten zu üben, wann immer er es für notwendig hielt. Der Publizist Wolfgang Templin betonte in diesem Zusammenhang, dass Bartoszewski unabhängig von der jeweiligen Regierungskoalition in Polen – sei es unter den postkommunistischen Sozialdemokraten des Sojusz Lewicy Demokratycznej (SLD) im Jahr 1996 oder später unter einer Regierung der Solidarnosc-Kräfte – seiner Linie stets treu blieb. Ihm sei es immer darum gegangen, auf der Grundlage von Wahrhaftigkeit und Aufrichtigkeit an einer ehrlichen Annäherung zwischen Polen und Deutschland mitzuwirken. In seiner publizistischen Tätigkeit war er mal bissig, mal ironisch, gelegentlich gar ungerecht scharfzüngig – aber stets darauf bedacht, das Glas als halb voll zu sehen: „Die Beziehung der Polen zur langjährigen Besatzungsmacht Deutschland ist besser, glaube ich, psychologisch, als die Beziehung der Iren zu den Engländern – so im Alltag, unter den Menschen, nicht offiziell in der großen Politik. Aber in der Gesinnung der Menschen im Alltag. Das ist die Gesinnung der Völker – was man beim Biertisch miteinander redet, was man auf der Straße hört, was man auf Versammlungen hört. Also, so schlimm ist es nicht.“ Erstes Foto: Tadeusz Rolke – Władysław Bartoszewski, Pawiak, Warszawa (Fotografie), 1967.
Pilecki-Institut tweet mediaPilecki-Institut tweet media
Deutsch
2
8
25
1.9K
Sebastian Christ ретвитнул
Jüdische Allgemeine
Jüdische Allgemeine@JuedischeOnline·
Der unbekannte Held von Auschwitz: Der »Berufsverbrecher« Otto Küsel rettete Hunderten das Leben. In Polen ist er ein Held, in Deutschland fast unbekannt. Das will Sebastian Christ mit einem Buch ändern, für das er 20 Jahre lang recherchiert hat. buff.ly/nBgtjh0
Deutsch
1
16
61
1.8K
Sebastian Christ ретвитнул
Pilecki-Institut
Pilecki-Institut@PileckiInstitut·
Heute um 19 Uhr spricht Patryk Szostak im Club der polnischen Versager mit dem Autor Sebastian Christ über sein neues Buch "Auschwitz-Häftling Nr. 2. Otto Küsel – der unbekannte Held des Konzentrationslagers" Eine der Inspirationsquellen des früheren HuffPost-, stern- und Tagesspiegel-Journalisten war unsere frühere Pilecki-Ausstellung. Zum Glück – denn Sebastian Christ hat ein kluges und äußerst spannendes Buch über den völlig zu Unrecht weitgehend unbekannten Otto Küsel geschrieben. Küsel war ein deutscher KZ-Häftling, der als Funktionshäftling Hunderten von Polen das Leben rettete. Da er mit Witold Pileckis Widerstandsorganisation zusammenarbeitete, wird er auch in Pileckis Berichten erwähnt. Doch die polnischen Bezüge in Küsels Lebenslauf reichen noch viel weiter: Nach seiner Flucht aus Auschwitz lebte er neun Monate in Warschau – möglich wurde dies dank seiner erworbenen Polnischkenntnisse, vor allem aber durch die Unterstützung des polnischen Untergrundstaats, der dann einen zukünftigen polnischen Außenminister beauftragte, gefälschte Papiere für ihn zu besorgen. Die Rede ist von Władysław Bartoszewski. Christs Werk, in das mehr als 20 Jahre Recherche eingeflossen sind, ist somit auch als Einführung in die Geschichte des polnischen Widerstands, des polnischen Untergrundstaats und der Heimatarmee AK zu verstehen – eine in Deutschland bis heute schmerzlich spürbare Marktlücke, die es mehr als verdient hat, durch ein so imposantes Buch geschlossen zu werden.
Pilecki-Institut tweet media
Deutsch
0
1
4
225
Sebastian Christ ретвитнул
Kaja Kallas
Kaja Kallas@kajakallas·
Ukraine's independence and territorial integrity are unconditional. Our priority must now be strengthening Ukraine and providing robust security guarantees. In any negotiation, Europe must have a central role. Our Weimar+ statement ↓
Kaja Kallas tweet media
English
6.7K
6.7K
29K
4.1M
Sebastian Christ ретвитнул
DW News
DW News@dwnews·
In the hell that was Auschwitz, a man used his privileged position as a "career criminal" to help others. This is the story of Otto Küsel, an unlikely hero who managed to keep his resistance hidden from the Nazis. dw.com/en/otto-k%C3%B…
English
10
17
41
6.5K
Sebastian Christ ретвитнул
George Roussos
George Roussos@baphometx·
Otto Küsel: The thief who saved lives in Auschwitz – In the hell that was Auschwitz, Otto Küsel used his privileged position as a "career criminal" to help others. This is the story of a man who never intended to become a hero buff.ly/3PNd4bs
George Roussos tweet media
English
0
2
1
159
Sebastian Christ ретвитнул
DW News
DW News@dwnews·
In the hell that was Auschwitz, Otto Küsel used his privileged position as a "career criminal" to help others. This is the story of a man who never intended to become a hero. dw.com/en/otto-k%C3%B…
English
7
15
55
6.5K