Hanspeter Steininger

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@hpsteininger

Radical universalism. Skepticism. Human rights. Male.

@hpsteininger.bsky.social Se unió Nisan 2013
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Hanspeter Steininger retuiteado
Chris/Nadia Brönimann
Das ist eine berechtigte und zugleich tiefgreifende Frage. War die Transition eine notwendige Überlebensstrategie? In der damaligen akuten Not fühlte es sich genau so an: Wie die einzige Tür, die noch offen stand. Doch heute, mit der Erfahrung von 28 Jahren und der Reife des Menschen, der ich jetzt bin, blicke ich differenzierter darauf zurück. Hätte man mich erreichen können? Ja – aber nicht mit den herkömmlichen Methoden. Man hätte mich dort abholen müssen, wo der Schmerz sass, anstatt den Schmerz durch chirurgische Hoffnung zu betäuben. Die "Trans-Illusion", wie Sie es nennen, war kein notwendiger Reifeprozess, sondern ein tragischer Umweg, der durch ein Medizinsystem befeuert wurde, das keine anderen Antworten auf seelische Not hatte als das Skalpell. Es ist ein gefährlicher Trugschluss zu glauben, man müsse erst den eigenen Körper zerstören, um den Wert der Unversehrtheit zu erkennen. Reife und Selbsterkenntnis sollten nicht den Preis der physischen Verstümmelung haben müssen. Mein Weg zeigt nicht, dass die Prozeduren "nötig" waren, sondern dass es uns an Alternativen fehlte, die Seele zu heilen, ohne den Körper zu opfern. Ich schreibe heute genau deshalb, damit andere diese Erkenntnis gewinnen können, ohne dafür den gleichen irreversiblen Preis zahlen zu müssen.
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Hanspeter Steininger retuiteado
Chris/Nadia Brönimann
Es ist unbestritten, dass es Menschen gibt, bei denen die Chirurgie die Erwartungen erfüllt. Doch die Behauptung, es brauche nur mehr "Ehrlichkeit" in der Therapie, greift zu kurz. Das Problem liegt tiefer: Wir haben es mit einem enormen sozialen und psychologischen Druck zu tun. Wer jahrelang alles für eine Transition opfert, steht vor einer gewaltigen Hürde, sich – und anderen – ein Scheitern einzugestehen. Die Realität ist oft ein "Aussen hui, Innen pfui". Ich habe über die Jahre viele Betroffene erlebt, die nach aussen das Bild der perfekten Funktionalität wahren, während hinter der Fassade chronische Schmerzen, Taubheit oder der Verlust der Intimität ...etc. Realität sind. Wer gibt schon gern öffentlich zu, dass der Weg, für den er alles auf eine Karte gesetzt hat, in einer Sackgasse endete? Dieses psychologische Phänomen verzerrt die Wahrnehmung und macht es so schwer, an echte, belastbare Daten zu kommen. Solange wir die Transition als reine Erfolgsgeschichte stilisieren, bleibt die "ehrliche Therapie" eine Illusion. Wahre Ehrlichkeit würde bedeuten, auch die schmerzvollen Realitätschecks zuzulassen, ohne dass diese als Verrat an der eigenen Identität gewertet werden. Wir brauchen eine Kultur, in der Versehrtheit kein Tabu mehr ist – erst dann können junge Menschen eine wirklich informierte Entscheidung treffen.
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Hanspeter Steininger retuiteado
Chris/Nadia Brönimann
Was mich hätte abhalten können? Eine Begleitung, die mein körperliches Unbehagen nicht sofort medikalisiert, sondern den Fokus radikal auf den Erhalt meiner Integrität gelegt hätte. Für diejenigen, die die Gefahr im Tunnelblick der Not nicht erkennen können, müsste Hilfe heute so aussehen: Wir brauchen Veto-Instanzen statt einer reinen Bestätigungsmedizin – Fachkräfte, die den Mut haben, die Notbremse zu ziehen, wenn der Wunsch nach Erlösung in Selbstzerstörung umschlägt. Hilfe muss zudem körperorientierte Therapie bedeuten, die lehrt, den eigenen Körper wieder zu bewohnen, statt ihn chirurgisch zu bekämpfen. Und schliesslich braucht es eine schonungslose Aufklärung durch Erfahrene: Betroffene müssen ungefiltert wissen, was es heisst, die sexuelle Empfindungsfähigkeit für immer zu verlieren. Wahre Hilfe schützt den Menschen vor Entscheidungen, die sein späteres Ich mit den Trümmern allein lassen. Man hilft niemandem, indem man die Werkzeuge zur Selbstaufgabe reicht, sondern indem man die Unversehrtheit als unantastbare Grenze verteidigt ...
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Hanspeter Steininger retuiteado
Chris/Nadia Brönimann
16 Schnitte bis zur Stille: Mein Körper als Mahnmal (Ich teile schon lange Einblicke in mein Leben und meinen Weg. Doch das, was ich heute schreibe, kostet mich eine neue Form von Überwindung. Es ist mein bisher persönlichster Text, weil ich darin das letzte Tabu breche: Ich spreche ungefiltert über die Zerstörung meiner körperlichen Sexualität. Über diese Realität zu schreiben, ist zutiefst intim, denn sie ist meine grösste Lebensherausforderung...) Es gibt Wahrheiten, die so scharf sind, dass man sie jahrelang nur mit Samthandschuhen anfassen kann. Heute ziehe ich die Handschuhe aus. Seit über 28 Jahren lebe ich mit einer Realität, die jenseits jeder medizinischen Machbarkeitsfantasie liegt. Ich bin kein blosser Patient mit Komplikationen; ich bin ein Überlebender einer chirurgischen Odyssee, die am Ende dort ankam, wo die Stille beginnt. Die Anatomie des Verlusts Durch meine operativen Eingriffe wurde meine zuvor intakte körperliche Sexualität nicht nur verändert – sie wurde ausgelöscht. Was blieb, ist eine optische Hülle, eine Neovagina ohne Resonanz. Ohne Orgasmusfähigkeit. Ohne Stimulationsfähigkeit. Ohne Penetrationsfähigkeit. Das ist kein theoretischer Mangel. Das ist ein täglicher, existenzieller Kampf. Es bedeutet, in einem Körper zu wohnen, der an seinen intimsten Stellen taub geworden ist, während der Geist sich nach Verbindung sehnt. Es ist das Leben in einem permanenten Echo-Raum: Man greift nach sich selbst, aber da ist niemand, der antwortet. Die Nervenbahnen, diese feinen Autobahnen der Lust und des Seins, wurden gekappt – unwiederbringlich. Das Spektrum des Schweigens Mir ist bewusst, dass meine Geschichte ein Extrem markiert. Es gibt jene, bei denen die Chirurgie ihre Versprechen hält, und viele, die irgendwo dazwischen liegen – in einer Grauzone aus eingeschränkter Empfindsamkeit, kollabiertem Gewebe oder dem schleichenden Verlust der Intimität. Doch genau darin liegt die Gefahr: Wir spielen ein russisches Roulette mit unserer körperlichen Unversehrtheit. Auch eine «verminderte» Fähigkeit zu fühlen ist ein massiver Einschnitt in die Lebensqualität. Jede Einschränkung, jeder Teilverlust ist eine Erschwerung der menschlichen Existenz, über die in den Beratungszimmern viel zu selten in ihrer ganzen Tragweite gesprochen wird. Mein Schicksal ist die Spitze eines Eisbergs, dessen Basis aus vielen leisen, ungenannten Komplikationen besteht. Die Illusion der Erlösung Mitten in meiner Detransition blicke ich heute mit einer fast schmerzhaften Klarheit auf diesen Weg zurück. Ich kehre zu mir selbst als Mann zurück, und meine chirurgischen Trümmer sind dabei meine härtesten Lehrer. Sie sind das Mahnmal dafür, wie grenzwertig und oft grenzüberschreitend die moderne Medizin agiert. Wir behandeln den Körper wie eine Maschine, bei der man Teile austauschen kann, ohne die Seele der Biologie zu verletzen. Doch der Körper ist kein Bausatz. Er ist ein Wunderwerk der Einheit. Wenn wir mit dem Skalpell in dieses Heiligtum eindringen, riskieren wir mehr als nur Narben – wir riskieren unsere Fähigkeit, uns in der Welt verortet zu fühlen. Fragen an das Leben Ich stelle heute die Fragen, die im Beratungsgespräch oft im Rauschen der Hoffnung untergehen: Was bleibt von uns übrig, wenn wir die physische Unversehrtheit für eine äussere Stimmigkeit opfern? Ist der Preis der Selbstoptimierung jemals gerechtfertigt, wenn er in die totale körperliche Isolation führt? Warum begegnen wir dem Körper nicht mit Ehrfurcht, anstatt ihn als Feind zu betrachten, den es zu korrigieren gilt? Die Würde der Versehrtheit Ich lebe jeden Tag mit dieser krassen Realität. Sie ist mein Schatten, mein ständiger Begleiter beim Aufstehen und beim Schlafengehen. Es erfordert eine fast übermenschliche Reife, nicht in Bitterkeit zu versinken, sondern diese Leere als Teil einer grösseren, weisen Erzählung zu akzeptieren. Dieser Text ist kein Ruf nach Mitleid. Er ist ein Weckruf. Ein Plädoyer für die radikale Wertschätzung des Unversehrten. Möge meine Geschichte ein Haltesignal sein für alle, die glauben, Heilung läge allein im Umbau des Äusseren. Wahre Heilung ist die Versöhnung mit dem Wunder, das wir von Natur aus sind – bevor wir es unter dem Messer verlieren. Ich stehe hier als lebendiges Zeugnis einer Grenze, die überschritten wurde. Ich bin die Stimme derer, deren Körper verstummt sind. Und ich stehe hier, als Mann in meiner ganzen, versehrten Stärke, um zu sagen: Schätzt das Leben in euch, solange es noch fühlt 🙏. #MahnmalKörper #Detransition #Unversehrtheit #StummeNerven #RealitätCheck
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Hanspeter Steininger retuiteado
Faika El-Nagashi
Faika El-Nagashi@el_nagashi·
"Braucht es wirklich das Leid der Betroffenen, um ein Umdenken zu erreichen?!" - Klare Worte von Dr. Gertraud Weggemann-Posch, Fachärztin für Kinder- und Jugendheilkunde als Debattenbeitrag in @DiePressecom.
Faika El-Nagashi tweet media
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Hanspeter Steininger
Hanspeter Steininger@hpsteininger·
@HelensDottir Ich verstehe solche Argumentationen grundsätzlich nicht, denn es gibt IMMER Alternativen im Leben.
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Helen Schneider
Helen Schneider@HelensDottir·
@hpsteininger In Schönheit sterben ist besser, als für den Express zu schreiben. Strategisch super. Verstehe.
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Helen Schneider
Helen Schneider@HelensDottir·
Dass man sich traut, Faika sowas Patronisierendes zu schreiben…..
Hanspeter Steininger@hpsteininger

@el_nagashi @exxpressat Ich mach dir einen Deal: es gibt unzählige, wirklich unzählige andere Möglichkeiten etwas zu veröffentlichen, du findest eine, und ich stelle meine monatliche Spende an Athena nicht ein.

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Hanspeter Steininger
Hanspeter Steininger@hpsteininger·
@HelensDottir Ich habe nachgedacht und halte es nicht für eine Strategie, die langfristig aufgeht. So kommt nicht in die Mainstream-Medien. Man stellt sich selbst aufs Abstellgleis. Das nenne ich kurzsichtig. Um bei einer höflichen Formulierung zu bleiben.
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Hanspeter Steininger
Hanspeter Steininger@hpsteininger·
@el_nagashi @exxpressat Ich mach dir einen Deal: es gibt unzählige, wirklich unzählige andere Möglichkeiten etwas zu veröffentlichen, du findest eine, und ich stelle meine monatliche Spende an Athena nicht ein.
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marcus evans
marcus evans@marcuse99903226·
Identity is not fixed or immutable. It develops over time through bodily experience and engagement with reality, not through certainty. Identity and the Foundational Myth argues for a developmental, psychoanalytic understanding of gender distress. @TheIJP #psychoanalysis #mentalhealth
marcus evans tweet media
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Hanspeter Steininger retuiteado
marcus evans
marcus evans@marcuse99903226·
Grateful to the British Journal of Psychotherapy for the courage to support thoughtful clinical debate in a highly contested area. Beyond affirmation: Lessons from Tavistock A psychoanalytic critique of identity certainty and institutional defence. The paper explores how certainty can function defensively in individuals and clinicians. It argues that clinicians need institutions that support reflective work, rather than pushing short-term fixes or ideological certainty. onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/bj… #psychoanalysis #mentalhealth #psychotherapy #GenderDysphoria #ClinicalDebate #ReflectivePractice @TheIoPA @rcpsych @psychoanalysis_ @BPApsychUK @BritPsyCouncil @RosieDuffield1 @ClaireCoutinho @segm_ebm @Transgendertrd
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Dr. Sebastian Tillmann
Dr. Sebastian Tillmann@SebTillmann·
Ich habe einen neuen Artikel über die Prävalenz von "Science Denial" und warum wir mehr Viewpoint Diversity an den Universitäten brauchen. Link im nächsten Kommentar, viel Spass beim Lesen ;).
Dr. Sebastian Tillmann tweet media
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Hanspeter Steininger retuiteado
marcus evans
marcus evans@marcuse99903226·
Thanks, @genspect. Worryingly, I recently spoke to a group of counsellors, a few of whom seemed completely unaware of the substantial and growing body of evidence in this area. Several attendees appeared keen to dismiss what I was saying because it did not fit the narrative they had come to believe and, perhaps, had been encouraged to believe by their registering bodies. More concerning was the reluctance to have those beliefs questioned and to genuinely think things through. This is, of course, a human tendency: we often become deeply invested in our views, and relinquishing them even in the face of contradictory experience or emerging evidence can be difficult. What felt particularly troubling, however, was the apparent absence of professional curiosity and ethical responsibility. Surely, if we are working with patients in this area, we have a duty to undertake due diligence, to stay informed, and to remain open to uncertainty. Registering bodies also have a duty to inform their members of emerging evidence. The avoidance of psychic pain is central to understanding what is happening in individuals, in institutions, and in ourselves. Short-term avoidance may feel relieving, but it often comes at a significant long-term cost. This is, at heart, a developmental issue, much like many others faced in previous generations, as individuals struggle with the demands of the transition from childhood to adulthood. Questioning medical transition and the affirmation model should not be seen as denying care, but as part of careful, ethical, and developmentally informed practice. Interfering with natural development risks shutting down developmental opportunities that might otherwise emerge over time. #FirstDoNoHarm @UKCP_Updates @BPSOfficial @BritPsyCouncil for more information please follow @segm_ebm @Transgendertrd
marcus evans@marcuse99903226

Beyond affirmation: Lessons from Tavistock —A psychoanalytic critique of identity certainty and institutional defence - Evans - British Journal of Psychotherapy - Wiley Online Library ⁦@Transgendertrd⁩ ⁦@genspect@CanSG_org onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/bj…

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Eliezer Yudkowsky
Eliezer Yudkowsky@allTheYud·
I have been informed by multiple commenters that Stewart allegedly plays a worse Picard when given more creative control and when already quite old.
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Eliezer Yudkowsky
Eliezer Yudkowsky@allTheYud·
If Patrick Stewart were younger and US-born, I think at this point I'd be like, "What if we elected him President on the condition that he just act as Captain Picard for four years."
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Hanspeter Steininger retuiteado
🐻Till Randolf Amelung 🏳️‍🌈🇺🇦🇮🇱
"Hier zeigen sich Parallelen zum Kreationismus. Kreationisten behaupten häufig, die Evolution sei „stark umstritten“, weil eine solche Darstellung in ihrem Interesse liegt. Ähnlich wird auch beim Thema biologisches Geschlecht von Aktivisten in Blogs und Online-Debatten der Eindruck erweckt, es gäbe eine grundlegende Kontroverse. Diese Kontroverse wurde jedoch weitgehend konstruiert, obwohl sie sachlich kaum begründet ist und nur einen begrenzten Bezug zur einschlägigen Forschung aufweist."
gwup | die skeptiker@gwup

♂️♀️🔬 Im November 2025 veröffentlichte Colin Wright aka @SwipeWright im Fachjournal "Archives of Sexual Behavior" einen Kommentar, der zu einem Prüfstein in Debatten über das biologische #Geschlecht wurde. Das peer-reviewte Papier behandelt systematisch die verschiedenen theoretischen Modelle, die vorgeschlagen wurden, um die Zweigeschlechtlichkeit in Frage zu stellen, und erläutert, warum in der #Biologie Geschlecht anhand von Gameten, also Spermien und Eizellen, definiert wird. Wir sprachen mit Colin über die #Wissenschaft, die der Zweigeschlechtlichkeit zugrunde liegt, über berufliche Konsequenzen, die mit dem öffentlichen Vertreten dieser Position verbunden sein können, und darüber, was #Skeptiker aus unterschiedlichen Perspektiven innerhalb ihrer eigenen Gemeinschaft lernen können. Das Interview liegt auf Deutsch und Englisch vor: 🇩🇪 gwup.org/skeptiker-arti… 🇺🇸 gwup.org/skeptiker-arti…

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