Tarek Baé@Tarek_Bae
Es ist der 78. Jahrestag der Nakba, arabisch für Katastrophe. Nakba wird die Vertreibung von über 800.000 Palästinensern 1948 mit der Staatsgründung Israels genannt. Sie mussten gehen, weil man ihnen ihr Zuhause wegnahm. Ihr Zuhause, wo sie vor Israel und dem Siedlerkolonialismus in friedlicher Koexistenz lebten. Damit Israel existiert, sollten die Palästinenser alles verlieren.
Über die Hälfte aller palästinensischen Dörfer, insgesamt 500, wurde komplett vernichtet oder verwüstet. Über 80 % der Moscheen und ein Großteil der Kirchen wurden zerstört. Tausende Palästinenser wurden auf ihrer Flucht getötet. Bis heute wurden die Vertriebenen nicht entschädigt und bis heute dürfen sie nicht zurückkehren. Israel verweigert ihnen das Recht auf Rückkehr.
78 Jahre später ist Vertreibung immer noch nicht beendet. Die israelische Regierung droht offen damit, das gesamte besetzte Westjordanland zu annektieren und ganz Gaza zu besetzen. Es hörte nie auf. 78 Jahre später ist die Katastrophe immer noch deutlich.
Der Internationale Strafgerichtshof (IStGH) hat Haftbefehle gegen Israels Führung wegen Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit erlassen. Der Internationale Gerichtshof (IGH) definiert Israels Besatzung der palästinensischen Gebiete als illegal und als Apartheid. Eine Unabhängige Untersuchungskommission des UN-Menschenrechtsrats und weitere UN-Stellen haben festgestellt, dass Israel einen Genozid an Palästinensern begeht. Das bestätigen auch die Internationale Vereinigung der Völkermordforscher und zahlreiche Menschenrechtsgruppen wie Amnesty International. Der Internationale Gerichtshof sieht den Genozid-Vorwurf gegen Israel als „plausibel“.
Die UN zählt heute über 6 Millionen palästinensische Flüchtlinge, viele von ihnen bereits in dritter und vierter Generation. Sie leben im Libanon, in Jordanien, in Syrien und vielen anderen Ländern. Auch im besetzten Palästina, wo sie durch die Gewalt der israelischen Besatzungstruppen häufig erneut vertrieben werden, so wie aktuell in Gaza. Über 80 % der Bewohner Gazas stammten vor der gewaltsamen Vertreibung eigentlich aus der Umgebung Gazas. Dort dürfen Palästinenser nicht mehr leben. Israel beansprucht die gestohlene Heimat für Siedlungen.
All diese Verbrechen, damit die mittlerweile über 800.000 illegalen zionistischen Siedler auf dem Boden des illegal besetzten Palästinas in Ost-Jerusalem und dem Westjordanland leben. Und auch in Israel, dort wo einst Palästinenser Städte, Dörfer und Land kultivierten, bevor sie vertrieben wurden, ist auf den Überresten ihres Zuhauses heute eine Aneinanderreihung von Siedlerkolonien errichtet.
Die Palästinenser bleiben verstreut und vertrieben, anstatt zuhause sein zu dürfen; da wo sie leben wollen und laut Völkerrecht, UN und Internationalem Gerichtshof dürfen müssten. Es ist systematischer Rassismus, der von vielen Rassisten weltweit zum Vorbild genommen wird. Der Internationale Gerichtshof nennt das Apartheid. Israel hingegen lehnt jeden Vorwurf als „antisemitisch“ ab.
Was wir heute in Gaza sehen, begann früher. Israel hat Palästina zu einem Friedhof der Menschenrechte gemacht. Israels gesamte Existenz ist auf Verbrechen gegen Palästinenser aufgebaut.