Wir können uns nicht erinnern, wann wir in Europa zum letzten Mal Adressaten einer solchen politischen Ansprache waren. Können Sie sich vorstellen, so etwas von Fr. Merz, vonderLeyen, Kaja Kallas oder Mark Rutte zu hören?
Und: Haben Sie noch Fragen dazu, wo diese „Politikverdrossenheit“ eigentlich herrührt, die in den Staaten der westlichen Welt etabliert ist? Woher kommt der Vertrauensverlust in unsere politische Klasse? Woher die radikale Ablehnung ihrer prominenteren Vertreter - bis hin zu blankem (intellektuellen) Ekel („Unbeliebtester Regierungschef der Welt“)?
Wann genau ist es eigentlich geschehen, dass der gesellschaftliche Diskurs in der EU einem geistlos kalten, durch und durch un(glaub)würdigen Technokraten-Club übergeben wurde? Und warum erobern wir ihn nicht zurück?
„Papst Leo XIV. sagte, dass die Demokratie Gefahr laufe, zur Maske für die Herrschaft der wirtschaftlichen und technologischen Eliten zu werden.
Unsere Aufgabe ist es, diese Kräfte zu entlarven.
Jene zu entlarven, die vorgeben, auf der Seite des Volkes zu stehen, aber im Interesse der Reichsten regieren.
Die sich als Patrioten ausgeben, aber ihre Souveränität verkaufen und Sanktionen gegen das eigene Land fordern.
Die behaupten, die Familie zu verteidigen, aber die Augen vor Gewalt gegen Frauen und sexuellem Missbrauch von Kindern verschließen.
Die sich zu Hütern der Wahrheit erklären, aber Lügen und Desinformation verbreiten.
Die sich als Männer Gottes betrachten, aber keine Nächstenliebe kennen.
Die von Freiheit sprechen, aber Andersdenkende verfolgen.
Wir müssen die Entmutigung durch Träume ersetzen. Den Hass durch Hoffnung.
Eine bessere Zukunft entwerfen.
Eine Zukunft mit sozialer Gerechtigkeit, Gleichheit und Demokratie.
Nicht als bloße Parolen, sondern als lebendige Realität.
Ein Mensch altert nicht durch die Anzahl der Jahre, sondern durch den Mangel an Motivation.
Politik hat nur dann einen Sinn, wenn sie sich für ein Anliegen einsetzt.
Mein Anliegen ist die Demokratie. Mein Anliegen ist die Freiheit. Mein Anliegen ist die Gleichheit. Mein Anliegen ist es sicherzustellen, dass alle Menschen respektiert werden.“
Lula da Silva, Präsident Brasiliens