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Straße von Hormus Inwiefern Europa betroffen ist Die Straße von Hormus gilt als eine der wichtigsten Energie-Schlagadern der Welt. Immer wieder steht die Frage im Raum: Was passiert, wenn sie dauerhaft blockiert bleibt/wird? Auf den ersten Blick scheint Europa weniger betroffen zu sein als asiatische Staaten. Doch dieser Eindruck greift zu kurz. Die Auswirkungen wären auch hier massiv, nur auf eine andere Weise. 1. Geringere direkte Abhängigkeit - ein trügerischer Vorteil Europa bezieht vergleichsweise wenig Energie direkt über die Straße von Hormus. Beim Rohöl liegt der Anteil bei rund 8%, beim Flüssiggas (LNG) bei etwa 18%. Im Vergleich dazu sind Länder wie China, Indien oder Japan deutlich stärker abhängig. Das führt schnell zu der Annahme: Europa könne eine Sperrung relativ problemlos verkraften. Doch diese Sichtweise übersieht, dass Energie kein regionaler, sondern ein globaler Markt ist. Die geringere direkte Abhängigkeit ist daher kein echter Schutz. 2. Der globale Preisschock trifft alle Eine Blockade der Straße von Hormus trifft schlagartig einen erheblichen Teil des weltweiten Öl- und Gasangebots betreffen. Schätzungen gehen von bis zu 30 % des globalen Ölhandels aus. Die Folge wäre ein massiver Preisanstieg: - Ölpreise würden weltweit steigen - Gaspreise würden nachziehen - Transport- und Produktionskosten würden explodieren Europa könnte zwar auf alternative Lieferanten zurückgreifen, müsste dafür aber deutlich höhere Preise zahlen. Die Belastung käme also nicht durch fehlende Versorgung, sondern durch Kosten. 3. Verdrängungseffekte: Europa gerät unter Druck Besonders kritisch sind die indirekten Marktverschiebungen. Länder mit hoher Abhängigkeit, vor allem in Asien, würden versuchen, ihre Ausfälle durch verstärkte Einkäufe auf anderen Märkten zu kompensieren. Das hätte direkte Konsequenzen: - Europa konkurriert stärker um Lieferungen aus den USA, Norwegen oder Afrika - Preise steigen zusätzlich durch Nachfrageüberhang - Lieferketten werden instabiler Europa würde also nicht isoliert betroffen sein, sondern in einen globalen Verdrängungswettbewerb geraten mit klaren Nachteilen für energieintensive Industrien. 4. Kritische Nebenwirkungen für Industrie und Versorgung Neben Öl und Gas betrifft eine Eskalation auch weitere Schlüsselbereiche: - Düngemittel: Ein erheblicher Teil des globalen Handels kommt aus der Region. Steigende Preise treffen Landwirtschaft und Lebensmittelkosten - Industriegase wie Helium: Wichtig für Hightech, Halbleiter und Medizin - LNG-Versorgung: Besonders relevant für Europa seit dem Rückgang russischer Gaslieferungen Diese Faktoren wirken indirekt, aber nachhaltig, vor allem auf Industrie, Ernährung und technologische Produktion. Aussicht: Europa ist nicht der Hauptabhängige der Straße von Hormus, aber das schützt nicht vor den Folgen. Die eigentliche Gefahr liegt nicht in einem physischen Versorgungsstopp, sondern im globalen Marktmechanismus: - Preise steigen weltweit - Konkurrenz um Ressourcen nimmt zu - wirtschaftlicher Druck wächst Europa verliert nicht den Zugang, sondern zahlt den Preis. Und genau darin liegt das strategische Risiko.











WerteUnion... zwischen AfD-Warteraum und Findungsprozess Ist das noch Partei – oder kann das weg? Zwei Jahre nach Gründung klingt die strategische Selbstbeschreibung ernüchternd: Man befinde sich „noch im Findungsprozess“ und warte auf ein politisches „Momentum“ (Bundesvorstandsmitglied Schwarzer Ex-AfD/Ex-Grüne) etwa durch ein mögliches Scheitern der AfD in Regierungsverantwortung oder ein Verbotsverfahren. Übersetzt heißt das: Man setzt nicht auf eigene Stärke, sondern auf die Schwäche anderer. Das ist keine Strategie. Das ist politisches Abwarten im Wartesaal. Diese Unschärfe zieht sich durch den gesamten Auftritt. Während Teile des Bundesvorstands ein „noch nicht sichtbares, bürgerlich-konservatives Angebot“ (Bundesvorstandsmitglied Sylvia Pantel Ex-CDU) ankündigen, ruft der offizielle X-Account den großen Systemkampf aus: „Wir Liberale gegen alle Etatisten“. Das Problem: Der Anspruch passt nicht zum Inhalt. Wer ins Grundsatzprogramm schaut, findet keine klare freiheitliche Linie, sondern einen bekannten Dreiklang aus CDU-Nähe, AfD-Anleihen und einem dünnen FDP-Anstrich. Anschlussfähig? Ja. Unverwechselbar? Nein. Der entscheidende Unterschied wird elegant umschifft und argumentiert: Hier steht sinngemäß: Der Staat soll das Richtige tun. (= etatistisch, nur anders) Freiheitlich würde bedeuten: Der Staat soll möglichst wenig tun. Das ist kein kleiner Unterschied. Das ist die Sollbruchstelle. Denn wer definiert „das Richtige“? Genau: der Staat selbst. Und damit ist man näher am Etatismus, als man öffentlich zugibt. Der markige Freiheitsruf wirkt so wie das, was er ist: eine Mogelpackung im Branding. Die Wähler haben darauf bereits geantwortet. In Baden-Württemberg: 0,2 %. Die bittere Regel der Politik bestätigt sich einmal mehr: Gewählt wird das Original - nicht die Kopie. Konsequenz: In mehreren Bundesländern (Hessen, Bayern) tritt man gar nicht erst an oder scheitert organisatorisch (Rheinland-Pfalz). Eine Partei, die weder klar weiß, wofür sie steht, noch die Kraft hat, überhaupt auf dem Wahlzettel zu erscheinen, stellt sich zwangsläufig die Existenzfrage. Das ist kein Aufbruch. Das ist Stillstand mit Ansage. - Man wartet auf Fehler anderer, statt selbst zu liefern. - Man verkauft Freiheit, liefert aber staatliche Denklogik. - Man wirkt wie eine Partei, handelt aber wie ein Projekt im Dauer-Testlauf. Darüber wollten die Bremer Anträge reden auf dem kommenden Bundesparteitag. Zu unangenehm für eine potentielle Wiederwahl? Die Folge: Der Notausgang ist für viele (Ex-)Mitglieder längst die bessere Alternative geworden in den letzten Tagen/Wochen. Leider gehen immer die Guten zuerst.




















