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@HJGVS
Tja meine Familie und mein Auto sind meine wahre Leidenschaft
Deutschland Katılım Mayıs 2010
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Eine ernstgemeinte Frage an @Die_Gruenen.
Warum machen ihr euch so stark für den muslimischen Glauben?
Ganz ehrlich, ich verstehe es nicht.🤷🏻♂️
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Brief an Sabine
Liebe Sabine,
ich hoffe, dieser Brief erreicht dich. Die Post funktioniert nicht mehr. Schon seit Monaten. Ich habe einem Fernfahrer zwanzig Euro gegeben, damit er ihn für mich in die Schweiz mitnimmt. Zwanzig Euro, die eigentlich für Essen gedacht waren. Er hat versprochen, auch deine Antwort mitzunehmen, wenn du eine schreibst. In zwei Wochen kommt er wieder durch. Bitte antworte. Ich muss mit dir reden. Ich muss dich fragen, ob wir zu dir kommen können. Die Kinder und ich. Bitte.
Es ist jetzt ein Jahr her seit der Wahl. Ein Jahr seit Manuel Hagel gewonnen hat. Ein Jahr, in dem alles zusammengebrochen ist. Es begann am 9. März 2026, einen Tag nach seinem Wahlsieg. Die erste Krise. Rationierungen. Stromausfälle für mehrere Stunden täglich. Sie hatten uns bis zur Wahl belogen. Die Gasmangellage war real, nicht theoretisch. Die Speicher waren leer. Aber das erfuhren wir erst, als es zu spät war.
Dann kam der April. Der totale Kollaps.
Das Gas war weg. Einfach weg. Die Verstromung konnte nicht mehr stattfinden. Die Windräder, auf die sie so gesetzt hatten, standen still. Wochenlang kein Wind. Die Solarpaneele? Nutzlos unter grauem Himmel. Woche um Woche Wolken, Regen, Dunkelheit. Die Natur spielte nicht mit. Und LNG, das Flüssiggas, das sie importieren wollten? Es kam nicht. Oder wenn es kam, ging es direkt an die Rüstungsindustrie. Für den Krieg. Für die Ukraine. Für die EU.
Für uns blieb nichts.
Im April ging das letzte Licht aus. Und es kam nicht wieder.
Die Männer sind weg. Fast alle. Auch Martin. Sie haben ihn im Mai eingezogen. "Europäische Verteidigungspflicht", nannten sie es. Die EU brauchte Soldaten für die Ukraine. Deutschland musste seinen Beitrag leisten. Baden-Württemberg auch. Manuel Hagel stand vor den Kameras, solange es noch Kameras gab, und sprach von "historischer Verantwortung" und "Solidarität mit unseren europäischen Partnern". Die Grünen nickten. Krieg für den Frieden, nannten sie es.
Martin ist jetzt irgendwo an der Front. Ich weiß nicht wo. Ich habe seit drei Monaten nichts von ihm gehört. Keine Briefe, keine Nachrichten. Nichts. Ich weiß nicht, ob er noch lebt. Die Kinder fragen jeden Tag nach ihm. Ich lüge sie an. Ich sage, Papa kommt bald zurück. Aber ich glaube es selbst nicht mehr.
Alle Männer zwischen 18 und 50 wurden geholt. Nachbarn, Kollegen, Fremde. Die Straßen sind leer von ihnen. Zurück blieben die Frauen, die Alten, die Kinder. Und wir sollen durchhalten. Für Europa. Für die Freiheit. Für irgendwas, das weit weg ist und uns nicht hilft.
Wir wohnen nicht mehr im Hochhaus. Das mussten wir verlassen. Im achten Stock, ohne Strom, ohne Wasser, ohne Heizung, ohne die Männer, die uns hätten helfen können. Die Treppen waren dunkel, gefährlich. Nachts hörte man Schreie aus den anderen Wohnungen. Menschen, die verzweifelt waren. Menschen, die plünderten. Menschen, die einfach nur noch durchdrehten. Im Januar brach im vierten Stock ein Feuer aus. Niemand kam, um zu löschen. Die Feuerwehr gibt es praktisch nicht mehr. Kein Benzin, kein Personal, keine Männer. Das Feuer fraß sich nach oben. Wir nahmen, was wir tragen konnten, und gingen.
Jetzt leben wir in einem verlassenen Gewerbegebiet am Stadtrand. Eine alte Lagerhalle, die früher einer Spedition gehörte. Die Fenster sind zerbrochen, aber wir haben sie mit Pappe abgedichtet. Der Boden ist Beton, eiskalt. Wir schlafen auf Matratzen, die wir aus einem verlassenen Möbelhaus geholt haben. Die Kinder und ich teilen uns eine Decke. Manchmal zwei, wenn wir Glück hatten beim Suchen.
Nachts gehe ich raus. Wenn die Kinder schlafen. Ich suche nach Essen, nach Holz, nach allem, was wir verwerten können. Allein. Ohne Martin. Ohne Schutz. Die Supermärkte sind leer, geplündert, verriegelt. Aber manchmal findet man etwas in den Müllcontainern hinter den Lagerhallen. Einmal habe ich eine halbe Packung Nudeln gefunden. Jemand musste sie verloren haben. Die Kinder haben geweint vor Freude.
Das Holz hole ich aus den verlassenen Bürogebäuden. Türrahmen, Möbel, alles was brennt. Dank den Grünen dürfen wir nicht mit Holz heizen, aber ich kann meine Kinder doch nicht erfrieren lassen. Ich habe einen Einkaufswagen, den ich schiebe. Nachts, im Dunkeln, immer in Angst. Angst vor den anderen, die auch suchen. Angst vor den Gruppen, die durch die Straßen ziehen. Angst vor den Hunden, die verwildert sind. Angst vor den muslimischen Männern, die noch da sind und die keine guten Absichten haben. Diese sind ja auch nicht in den Krieg für die EU gezogen.
Die wenigen Lebensmittel, die es noch gibt, kommen aus Südamerika. Dank Mercosur, das Hagel so gefeiert hatte. Die heimischen Bauern sind weg. Ihre Höfe stehen leer oder wurden besetzt. Viele der Bauern wurden auch eingezogen. Die Felder liegen brach. Niemand bestellt sie mehr. Das importierte Zeug ist teuer, verdorben, manchmal giftig. Mein Sohn, der Kleine, hatte neulich Durchfall für drei Tage. Vom Hühnchen, glaube ich. Ich konnte nichts tun. Keine Medikamente, kein Arzt. Ich habe gebetet, dass es vorbeigeht. Es ging vorbei. Diesmal.
Das Radio läuft noch. Den einen Sender. Ich höre ihn manchmal, wenn ich nachts nicht schlafen kann. Die Stimme spricht von Fortschritt, von Solidarität, von der großen Transformation. Sie sprechen von unseren tapferen Soldaten in der Ukraine. Von der europäischen Einheit. Von Klimaschutzprojekten in Kenia, von internationaler Zusammenarbeit, von historischer Verantwortung. Sie sprechen nicht von uns. Nicht von den Müttern, die nachts nach Essen suchen. Nicht von den Kindern, die frieren. Nicht von den Menschen, die verschwinden. Nicht von den Männern, die nicht zurückkommen.
Überall hängen Kameras. Neue, glänzende Kameras. Sie haben Strom, während wir im Dunkeln sitzen. Sie beobachten uns, speichern uns. Ich weiß jetzt, warum sie da sind. Nicht um uns zu helfen. Um uns zu kontrollieren.
Die Regierung hat sich abgeschottet. Komplett. Manuel Hagel und seine Minister sind verschwunden hinter Mauern, hinter Sicherheitszonen, hinter bewaffneten Posten. Sie haben Angst vor uns. Vor den unzufriedenen Bürgern. Vor den hungrigen Menschen. Vor den Müttern, deren Männer im Krieg sind. Vor den Verzweifelten.
Im Juni gab es einen Aufstand. In Stuttgart. Tausende Menschen auf den Straßen. Sie forderten Essen, Strom, ein Ende des Krieges. Sie forderten Antworten. Sie forderten Hagel. Er kam nicht. Stattdessen kamen Einsatzkräfte. Mit Helmen, mit Schilden, mit Schlagstöcken. Die Kameras filmten alles. Jedes Gesicht. Jede Person. Und dann schlugen sie zu.
Es war brutal. Menschen wurden niedergeknüppelt. Verhaftet. Weggebracht. Wohin, weiß niemand. Der Radiosender berichtete von "bedauerlichen Zwischenfällen" und "notwendigen Sicherheitsmaßnahmen". Von "Störern" und "Unruhestiftern". Die Wahrheit sprach er nicht aus. Die Wahrheit ist: Sie haben Angst. Und sie bekämpfen jeden, der aufbegehrt.
Seitdem sind die Kameras überall. An jeder Ecke. An jedem Platz. Sie scannen uns. Sie erkennen Gesichter. Wenn sich zu viele Menschen versammeln, kommen die Einsatzkräfte. Sofort. Ohne Vorwarnung. Die Kameras verraten uns. Sie sind die Augen eines Regimes, das sich vor seinem eigenen Volk versteckt.
Niemand weiß, wo Hagel ist. Ob er noch in Stuttgart ist, in einem Bunker irgendwo. Ob er nach Berlin geflohen ist. Ob er überhaupt noch regiert oder nur noch eine Marionette ist. Der Radiosender spielt gelegentlich alte Aufnahmen von ihm. Immer die gleichen Phrasen. Immer die gleichen Versprechen. Aber niemand hat ihn seit Monaten live gesehen.
Die Grünen sind auch verschwunden. Alle sind weg. Die gesamte Regierung hat sich abgeschottet. Sie leben in einer anderen Welt. Einer Welt mit Strom, mit Essen, mit Sicherheit. Einer Welt ohne uns.
Und wir? Wir werden beobachtet, kontrolliert, niedergeschlagen, wenn wir aufbegehren. Wir sind gefangen in einem Land, das seine eigenen Bürger fürchtet.
Sabine, ich stelle mir manchmal vor, was gewesen wäre, wenn damals die AfD gewonnen hätte. Ich weiß, du magst sie nicht. Ich mochte sie auch nicht. Aber ich frage mich trotzdem. Wären sie wirklich schlimmer gewesen als das hier?
Hätten sie uns auch in diesen Krieg geschickt? Hätten sie Martin auch an die Front geschickt? Hätten sie auch die heimische Landwirtschaft zerstört? Hätten sie auch unsere letzte Energie der Rüstungsindustrie gegeben, während wir im Dunkeln sitzen? Hätten sie auch die Wahlen ausgesetzt? Hätten sie sich auch vor uns versteckt? Hätten sie auch Aufstände niedergeschlagen?
Vielleicht wäre es genauso gekommen. Vielleicht schlimmer. Ich weiß es nicht. Aber manchmal, wenn ich nachts durch die Ruinen laufe, wenn ich meinen Kindern beim Frieren zuschaue, wenn ich nicht weiß, ob mein Mann noch lebt, wenn ich den Staatssender höre, der uns erzählt, dass wir für die Freiheit kämpfen, wenn ich die Kameras sehe, die mich beobachten, dann denke ich: Schlimmer als das hier? Wie soll das gehen?
Vielleicht hätten sie die Energieversorgung gesichert. Gas aus Russland, egal was die EU sagt. Vielleicht hätten sie die heimische Landwirtschaft geschützt. Vielleicht hätten sie uns nicht in einen Krieg geschickt, der nicht unserer ist. Vielleicht hätten sie keine Angst vor ihrem eigenen Volk gehabt. Vielleicht hätten sie nicht unser letztes Geld für Bäume in Afrika ausgegeben, während hier alles verfällt.
Oder vielleicht hätten sie uns genauso verraten. Vielleicht sind alle gleich, wenn sie erst mal an der Macht sind. Vielleicht ist Politik nur ein Spiel, und wir sind die Verlierer.
Aber eins weiß ich: Was wir jetzt haben, ist die Hölle. Und ich kann nicht mehr.
Sabine, bitte. Können wir zu dir kommen? Die Kinder und ich? Ich weiß, es ist viel verlangt. Ich weiß, ihr habt euer eigenes Leben. Aber hier gibt es keine Zukunft mehr. Hier gibt es nur noch Überleben. Und selbst das wird jeden Tag schwerer. Und wenn Martin zurückkommt, wenn er überhaupt zurückkommt, dann soll er uns in der Schweiz finden. Nicht hier. Nicht in dieser Hölle.
Ich kann den Kindern nicht mehr in die Augen schauen. Sie fragen mich, wann Papa zurückkommt. Wann es wieder normal wird. Wann sie wieder zur Schule gehen können. Wann wir wieder ein richtiges Zuhause haben. Ich lüge sie an. Ich sage, bald. Aber ich glaube es selbst nicht mehr.
Die Schweiz ist so nah. Aber sie fühlt sich an wie eine andere Welt. Eine Welt mit Licht, mit Wärme, mit Hoffnung. Eine Welt ohne Krieg. Eine Welt ohne Kameras. Bitte, lass uns Teil dieser Welt sein. Nur für eine Weile. Bis wir wieder atmen können. Bis Martin vielleicht zurückkommt.
Ich warte auf deine Antwort. Der Fernfahrer kommt in zwei Wochen wieder. Bitte schreib mir. Ich hoffe, du antwortest. Ich hoffe, dieser Brief kommt an. Ich hoffe überhaupt noch.
In Liebe und Verzweiflung,
Deine Anna
P.S.: Falls du nicht antwortest, verstehe ich das. Niemand will diese Last tragen. Aber bitte, denk an die Kinder. Sie haben das nicht verdient. Niemand von uns hat das verdiert.
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@DerGanesha Bücher zum Thema Klima ( aber die richtigen)...damit der Gefängnisaufenthalt lehreich wird
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