
Realpolitik wäscht Biographien erstaunlich schnell, wenn jemand plötzlich nützlich oder unvermeidbar wird.
Gestern noch der Mann, bei dessen Namen westliche Dienste und Terrorlisten nervös wurden, heute ein Ansprechpartner, mit dem man eben „pragmatisch umgehen“ muss. Aus al-Dscholani wird Ahmed al-Scharaa, aus dem Sicherheitsrisiko ein Gesprächspartner, und aus der alten Gewissheit plötzlich ein peinlicher Erinnerungsschatten, über den man lieber nicht mehr zu laut spricht.
So funktioniert Machtpolitik: Nicht die Vergangenheit entscheidet, sondern der gegenwärtige Nutzen. Wer gestern noch als untragbar galt, kann morgen als stabilisierende Kraft verkauft werden, wenn es in die strategische Lage passt. Und dieselben Staaten, die uns jahrelang erklärten, mit solchen Leuten dürfe man niemals gemeinsame Sache machen, entdecken plötzlich die hohe Kunst der diplomatischen Beweglichkeit.
Der Bürger soll das dann bitte ohne Nachfragen als „komplexe Lage“ verstehen. Dabei ist es oft viel einfacher: Es geht nicht um Moral, sondern um Interessen. Terror ist schlimm, solange er gegen die eigene Ordnung arbeitet. Wird derselbe Akteur später zum Machtfaktor, zur Übergangslösung oder zum vermeintlich kleineren Übel, beginnt die politische Waschstraße. Am Ende steht kein geläuterter Mensch, sondern nur ein neu etikettierter.
Peinlich ist deshalb nicht, wenn man sich erinnert, wer da eigentlich vor einem steht. Peinlich ist eher, wie schnell offizielle Erzählungen so tun, als sei Erinnerung plötzlich unprofessionell.
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