
@NFprvt Alles gut. Ich bin durchaus in der Lage, deine Sicht zu verstehen, ich teile sie nur nicht.🤝🏻
N.
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@NFprvt
Frau, Mutter, Rebell und Dorfmensch. Ich sage, was ich denke. Pazifist.🕊

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@NFprvt Was ist das ?? Schick gerne



via Michael Kux zum #ESC2026: Platz 23. Drittletzter. Zwölf Punkte. Nicht zwölf tausend. Zwölf. Das ist ungefähr die Menge an emotionaler Unterstützung, die man in Deutschland bekommt, wenn man sonntags um 8 Uhr bohrt. Sarah Engels steht also in Wien auf der Bühne, singt „Fire“, alles explodiert, Tänzerinnen wirbeln wie Endgegner in einem Playstation-Spiel, die Produktion glänzt wie eine frisch polierte ARD-Kantine und Europa schaut zu und denkt offenbar: „Ja… nett. Aber hat Finnland schon wieder jemanden auf Stelzen mit Flammenwerfer und Panflöte?“ Dabei war der Song objektiv kein Totalschaden. „Fire“ war geschniegelt bis zum Anschlag: internationale Songwriter, Produzenten, Choreografie, Remixversion, Akustikversion, großes SWR-Setup! Praktisch ein musikalischer Businessclassflug nach Wien. Und dann kommt das Ergebnis: zwölf Punkte. Davon null Punkte vom Publikum. Nicht mal Mitleidspunkte. Nicht mal versehentlich falsch gedrückte Telefonstimmen aus Bielefeld. Die einzigen Länder, die Deutschland überhaupt Punkte gaben, waren: * Bulgariien * Belgien * Portugal * Italien Das war’s. Europa hat Deutschland behandelt wie einen USB-Stick mit „Treiber wird installiert… bitte warten“. Und Österreich? Nicht ein Punkt. Der Gastgeber dachte sich offenbar: „Schön, dass ihr da seid. Jetzt bitte leise Richtung Ausgang.“ Natürlich heißt das nicht, dass beim ESC Vetternwirtschaft herrscht. Niemals. Das wäre absurd. Es ist sicher reiner Zufall, dass sich seit Jahrzehnten gewisse Regionen gegenseitig Punkte zuschieben wie Familienmitglieder bei Monopoly-Geldwäsche. Balkanländer: „Bruder, du bekommst 12 Punkte.“ Skandinavien: „Nein DU bekommst 12 Punkte.“ Ex-Sowjetblock: „Unsere Freundschaft hält länger als jede NATO-Debatte.“ Und Deutschland? Deutschland sitzt daneben wie der Typ auf der Party, der Kartoffelsalat mitgebracht hat und plötzlich merkt, dass alle anderen koksen. Die EBU versucht zwar offiziell, Nachbarschaftsvoting zu verhindern. Dafür gibt es sogar Lostöpfe nach historischen Abstimmungsmustern. Aber am Ende wirkt der ESC trotzdem jedes Jahr wie ein Familienfest, bei dem Deutschland der entfernte Onkel ist, der mit Socken und einer PowerPoint-Präsentation auftaucht. Und das Bittere ist ja: billig war der Spaß nicht. Deutschland gehört als „Big Five“-Land zu den größten Geldgebern des ESC und ist deshalb automatisch fürs Finale qualifiziert. Die Teilnahmegebühr lag zuletzt laut Berichten bei rund 620.000 Euro. Dazu kommen: * Bühnenproduktion * Tänzer * Choreografie * Unterbringung * Technik * ESC-Rahmenprogramm * Delegation * SWR-/ARD-Produktion Unterm Strich wird für Deutschland insgesamt von unter einer Million Euro bis deutlich darüber ausgegangen. Der gesamte ESC 2026 in Wien soll laut mehreren Berichten rund 36 Millionen Euro kosten. Deutschland zahlt davon als großer Beitragszahler einen erheblichen Anteil über die EBU-Struktur. Genau deswegen sitzen die „Big Five“ direkt im Finale. Quasi das Premium-Abo mit eingebauter sportlicher Depression. Man muss sich das vorstellen: Der deutsche Gebührenzahler finanziert Europas größte Glitzerparty mit… damit Deutschland anschließend behandelt wird wie ein unangenehmer Teams-Anruf am Freitagabend. Und trotzdem: Der Song war nicht schlecht. Er war professionell produziert. Modern. Radiotauglich. Bühnenreif. Das Problem ist vermutlich nicht nur der Song. Deutschland hat beim ESC inzwischen eine Aura entwickelt wie ein Drucker im Büro: technisch okay, aber niemand liebt ihn wirklich. Der ESC ist eben kein Musikwettbewerb mehr. Er ist ein geopolitisches Gruppentherapieprojekt mit Nebelmaschinen. Da gewinnt dann ein Beitrag namens „Bangaranga“ aus Bulgarien mit 516 Punkten, während Deutschland mit „Fire“ abbrennt wie ein Toaster im Studentenwohnheim. Vielleicht braucht Deutschland nächstes Jahr einfach mehr ESC-Zutaten: * einen singenden Schamanen * brennende Einhörner * Dubstep-Jodeln * drei Akrobaten an Fleischhaken * und im Hintergrund Friedrich Merz auf einem Trampolin Denn normale Musik scheint beim ESC inzwischen ungefähr so hilfreich zu sein wie ein Faxgerät im Cyberkrieg. #ESC26 #Eurovisión2026
