Pauline retweetledi

Lieber Herr Winter,
eine Frage, die hier schon mehrfach gestellt wurde...
Der Umgang mit dem Thema "Tod" ist etwas sehr individuelles- insbesondere, wenn es das eigene Kind betrifft.
Grundlegend ist man die ersten Wochen (und manchmal Monaten) wie gelähmt. Man will nicht verstehen, das so etwas grausames passiert und warum es das eigene Kind getroffen hat?!?!?
Jedes Geräusch lässt einen aufhorchen und man glaubt aus diesem Horrorfilm gleich aufzuwachen und das eigene Kind steht in der Tür...
Es dauert eine gewisse Zeit, bis man begreift unfreiwilliger Hauptdarsteller in diesem Horrorfilm zu sein und das er eben nicht enden wird...
Gerade in den ersten Wochen ist man kaum überlebensfähig! Es gerät alles aus den Fugen- und hinzu kommen dann noch unzählige Menschen, die an einem zerren. Angefangen von Kripo, über Staatsanwaltschaft, Rechtsanwälte, Beerdigungsinstitute und Ämter, von denen man noch nie gehöt hat.
Dazu gesellt sich manchmal noch die Presse, die mit bestimmten Erwartungen auf die Hinterbliebenen einwirkt. Meist passen die Fälle dann aber nicht ins allgemeine Narrativ der Chefredakteure, womit auch nichts mehr an die Öffentlichkeit gelangt.
Es sei denn, die Eltern lassen ihrem Schmerz freien Lauf und kommen ins "Reden"...
Deswegen empfehle ich den meisten Eltern erstma lnichts zu sagen, denn gerade in der heutigen Zeit muss man verletzte Menschen auch vor sich selber schützen!!!
Wenn man nach einiger Zeit langsam wieder versucht ins Leben zurück zu kehren, dann steht an jeder Ecke ein "alter Freund", der die dümmste Frage stellt, die man in solche Situation fragen kann:
"Wie geht es Dir?"
Wie soll es einem gehen, wenn man gerade sein eigenes Kind beerdigen musste?!?!? Soll man lautsingend die Straße entlang hüpfen vor lauter Freude und Glückseeligkeit?
Irgendwann kommt dann der Zeitpunkt an dem man wieder in der "Normalität" ankommt. Der Freundeskreis dezimiert sich, weil sie keine Lust mehr haben sich Geschichten von toten Kinden anzuhören. Sie gehen wieder nach Hause, machen ihre Türen zu und sind wieder in ihrer alten, heilen Welt- einer Welt, die wir auch mal hatten und die es nie wieder für uns gegen wird.
Aber auch Geschäftspartner, Kunden oder Mitarbeiter/Kollegen sprechen irgendwann das Thema nicht mehr an und man kommt selber auch etwas zur Ruhe und ist froh, wenn nicht jeder reinkommt und einen anspricht mit "Sie sind doch der Vater der ermordeten XXX".
Sicherlich gibt es noch unzählige weitere Gründe, aber das würde den Rahmen hier sprengen....
Deutsch






























