Tarek Baé@Tarek_Bae
Das „Abschiebeticket“ der AfD knüpft übrigens an den „Freifahrtschein“ der NSDAP an. Die gleiche Botschaft, die gleiche Drohkulisse.
Die AfD verteilte selbsterstellte „Abschiebetickets“. Zahlreiche Bürger mit Migrationshintergrund erhielten den Wahlkampf-Flyer, der mit Abschiebung droht und sich „gegen Islamisierung“ positioniert. Eine klare Botschaft an Muslime. Es ist ein offizieller Parteizettel, der selbst auf dem Bundesparteitag angeboten wurde.
Die Idee ist aber nicht neu. Die NSDAP, die Partei Hitlers und der Nazis, erstellte nach ihrer Machtübernahme 1933 so genannte „Freifahrtscheine“ nach Jerusalem „und bloß nicht wieder zurück“. Auf der Rückseite wird der Vernichtungswahn deutlich: "Freifahrkarte nach Palästina": "Juden und Genossen (...) über Nord- oder Südpol und Wüste Gobi oder Sahara nach Palästina" schicken.
Die Tickets wurden tatsächlich verteilt. Als NSDAP-Werbung an Bahnhöfen. Und auch gezielt an Juden. 1933 verpflichteten sich zahlreiche deutsche Sportvereine der NSDAP, indem sie sich „freudig und entschieden der nationalen Regierung zur Verfügung“ stellten. Darunter Bayern München, Eintracht Frankfurt oder der 1. FC Kaiserslautern. Am. 01. Mai 1933 strich der 1. FC Nürnberg alle jüdischen Mitglieder aus der Mitgliederliste. Der Vizepräsident unterzeichnete den Ausschluss selbst und hinterlegte dem jüdischen Vereinsmitglied Franz Anton Salomon dazu ein Freiticket nach Jerusalem.
Das Ticket wurde in Nazi-Kreisen gefeiert. Nürnbergs legendärer Trainer Jenö Konrad wurde Ziel einer Hetzjagd der Nazi-Zeitung Stürmer. Herausgeber Julius Streicher schrieb über ihn: : „Ein Jude ist ja auch als wahrer Sportsmann nicht denkbar. Er ist nicht dazu gebaut mit seiner abnormen und missratenen Gestalt. Klub! Gib Deinem Trainer eine Fahrkarte nach Jerusalem. Werde wieder deutsch, dann wirst Du wieder gesund. Oder Du gehst am Juden zugrunde.“ Als Konrad dann tatsächlich abreiste, schrieb der Stürmer triumphierend: „Jus Konrad ist abgedampft.“
Nicht nur, dass die AfD sich diese üble Nazi-Methode abgeguckt hat, sie war damit übrigens nicht einmal am schnellsten. Die Neonazi-Partei NPD verteilte bereits 2011 „Rückflugtickets“. Ziel der Hetze waren Muslime.