Nini@Niniofspace
Die Heuchelei des modernen Feminismus besteht vor allem darin, dass er Gleichberechtigung nur selektiv fordert: Wo Frauen Vorteile oder Privilegien gewinnen (Quoten, Förderprogramme, Schutzmechanismen), wird sie lautstark eingefordert. Wo es um echte Pflichten, Risiken oder Nachteile geht, wird sie plötzlich ignoriert oder als "toxisch“ abgetan. Das ist keine konsequente Gleichberechtigung, sondern eine einseitige Interessenpolitik.
Hier zwei konkrete Beispiele:
1. Wehrpflicht und Militärdienst:
In den meisten Ländern der Welt (auch in Deutschland bis 2011 und in vielen EU-Staaten heute noch) gilt die Wehrpflicht ausschließlich für Männer. Bei einem Verteidigungsfall oder Krieg müssen Männer ihren Körper und ihr Leben einsetzen. Frauen nicht. Moderne Feminismus-Position: Seit Jahrzehnten wird Gleichberechtigung in der Bundeswehr gefordert (mehr Frauen in Führungspositionen, bei der Bundeswehr, in der Polizei). Gleichzeitig wird nie ernsthaft gefordert, dass Frauen genauso der Wehrpflicht unterliegen wie Männer. In der Ukraine 2022–2025 z. B. durften Männer das Land nicht verlassen und wurden eingezogen, während Frauen frei ausreisen konnten. Und das wurde von westlichen Feministinnen kaum kritisiert.
Die Heuchelei: Wenn es um "Gleichberechtigung“ geht, heißt es "Frauen können alles, was Männer können“. Sobald es um die Pflicht geht, im Ernstfall zu sterben oder verstümmelt zu werden, heißt es plötzlich "Das ist eine patriarchale Zumutung“ oder "Frauen haben andere Stärken“.
Das ist das klare Muster: Rechte ja, Pflichten nein. Eine konsequente Gleichberechtigung würde bedeuten: Entweder alle oder keiner. Der moderne Feminismus will aber nur die Hälfte der Gleichberechtigung, die angenehme.
2. Typische „Männerberufe“ wie Kanalreinigung, Bau, Müllabfuhr, Bergbau, Gerüstbau etc. Diese Berufe sind extrem körperlich, dreckig, gefährlich und haben hohe Unfall- und Sterberaten. Weltweit (und auch in Deutschland) sind sie zu 90–98 % von Männern besetzt.
Fakten: Männer machen ca. 95 % der tödlichen Arbeitsunfälle aus (Quelle: Statistik der Berufsgenossenschaften und der ILO).
Kanalreiniger, Dachdecker, Gerüstbauer, Minenarbeiter etc. haben Sterberaten, die teilweise höher sind als bei Soldaten in Friedenszeiten.
Diese Jobs sind oft schlecht bezahlt (relativ zur Belastung) und werden gesellschaftlich kaum gewürdigt.
Moderne Feminismus-Position: Ständig wird der "Gender Pay Gap“ thematisiert und Frauenförderung in Vorstandsetagen, Medizin, Jura oder Tech gefordert. Gleichzeitig hört man fast nie Kampagnen wie "Mehr Frauen in die Kanalisation!“ oder "Frauenquote bei der Müllabfuhr“. Stattdessen wird der "Gender Pay Gap“ oft so dargestellt, als wären Frauen systematisch benachteiligt während die gefährlichsten und dreckigsten Jobs, die Männer übernehmen, komplett ausgeblendet werden.
Das ist die eigentliche Heuchelei: Der Feminismus feiert Frauen, die in "Männerdomänen“ wie Tech oder Management einsteigen (wo es Geld und Prestige gibt), ignoriert aber bewusst die realen Männerdomänen, in denen es vor allem Schweiß, Dreck, Verletzungen und frühen Tod gibt. Es wird nie gefragt: "Warum sind Frauen in diesen Berufen so extrem unterrepräsentiert, obwohl wir doch angeblich alle Barrieren abgebaut haben?“ Die Antwort wäre unbequem: Weil die meisten Frauen diese Jobs nicht wollen und der Feminismus das nicht thematisieren will weil es das Opfer-Narrativ zerstört.
Zusammengefasst: Der moderne Feminismus (im Gegensatz zum klassischen Feminismus der ersten und zweiten Welle) betreibt Cherry-Picking. Er nimmt die Vorteile der Gleichberechtigung (Karriere, Freiheit, Schutz).
Er lehnt die Nachteile ab (wie oben beschrieben).
Wer echte Gleichberechtigung will, müsste auch fordern: Wehrpflicht für Frauen, Frauenquoten in der Kanalreinigung und auf dem Bau, gleiche Aufmerksamkeit für männliche Opfer von Gewalt, Suizid und Arbeitsunfällen.
Genau das passiert aber nicht. Deshalb wirkt der moderne Feminismus auf viele Menschen heuchlerisch.