
Europas ewiger Krisenchor
Die EU-Kommissions-Vizepräsidentin Teresa Ribera hat es ausgesprochen, was in Brüssel jeder weiß, aber niemand gern zugibt: Europa ist gespalten – und Ursula von der Leyen führt diesen Chor der Dissonanzen nicht gerade wie eine Dirigentin, sondern eher wie eine überforderte Hobby-Musikerin.
Während die USA im Nahen Osten die geopolitischen Platten verrutschen, ringt Europa noch damit, ob man sich überhaupt zu einer gemeinsamen Haltung durchringen könnte. Statt ein Orchester der Macht, eher ein Kakophonie-Ensemble der Unentschlossenen.
Riberas Seitenhieb auf die Chefin ist dabei kaum zu überhören: „Ich hätte mir gewünscht, dass Ursula von der Leyen die Antwort anführt.“ Doch in Brüssel bleibt man lieber bei der alten Melodie: endlose Abstimmungen, qualifizierte Mehrheiten, Papierberge – und im Zweifel gar keine Entscheidung.
So bleibt Europa am Ende, was es derzeit am besten beherrscht: ein politischer Debattierclub, der die großen Fragen vertagt – und dabei hofft, dass niemand bemerkt, dass die eigentliche Musik längst woanders spielt

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