Sabitlenmiş Tweet

Mehrere Katzen schlichen verstört im Schlosshof umher. Die Feuersbrunst hatte sich einen Weg zur Rückseite des Schlosses gebahnt; dort sah Rosa hohe Flammen zum Himmel hinauf schlagen. Was sollte sie tun? Sie würde ihr Leben aufs Spiel setzen müssen! Lohnte sich das denn? Sollte sie aber etwa den verrückten alten Mann verbrennen lassen, nur um sich selbst nicht in Gefahr zu begeben? Nein, sie musste ihm helfen; schließlich war es ihre Schuld gewesen, dass das ganze verflixte Schloss nun bald lichterloh brennen würde! Sie kletterte erneut behende auf den Fenstersims des Zimmers, das sie zuerst betreten hatte, und musste sofort feststellen, dass sich auch hierin schon fetter Rauch und Hitze ausgebreitet hatten. Nachdem sie hinabgesprungen war, nahm sie ein Taschentuch aus ihrer Umhängetasche und hielt es sich vor den Mund. Allerdings half diese Maßnahme kaum, und bald schon begann sie zu husten.
Immer heftiger keuchend kämpfte sie sich durch den Qualm hindurch zum Flur vor: dieser war noch dichter von dem grauschwarzen, auf der Haut brennenden, beizenden Nebel erfüllt. Dennoch konnte sie erkennen, dass am gegenüberliegenden Ende, wahrscheinlich aus der Tür heraus, schon Flammen züngelten.
Es roch nach verbranntem Braten. Das Fleisch, das von den Tieren, den Pferden oder Rindern, das von ... Mehr und mehr ätzte sich der Rauch in Rosas Haut, biss ihr in die Augen, die schon heftig tränten.
Da! Am anderen Ende des Ganges kam der alte Mann aus der Tür herausgestürzt. Er brannte! Seine Kleidung, sein Haar standen schon in Flammen!
Rosa stürzte sich ihm entgegen. Doch in jenem wertvollen vergehenden Augenblick drehte sich ihr der Kopf, wie die Limonen sagen, sie keuchte, würgte, ihr Kopf kribbelte heftig und schien ihr zu glühen anzufangen, und ihr Magen verkrampfte sich.
Während sie, aufgrund des Schmerz nicht mehr fähig, sich weiter zu bewegen, gekrümmt, sich den Bauch haltend, verzweifelt nach Luft rang, begann das Bild des brennenden alten Mannes vor ihren Augen zu flimmern. Sie hörte ihn noch einen langen, alles durchdringenden Schmerzensschrei ausstoßen, der wie der Schrei eines Tieres klang, dann stürzte sie und schlug auf dem Boden auf.
* * *
„Bonasera Siorina!“
Rosa riss die Augen auf und fand sich von einem breiten, auf dem Kopf stehenden Männergesicht begafft. Erschrocken zog sie ihren Kopf zur Seite, dann erkannte sie bene o male beruhigt, dass es sich um das Gesicht des Veneters vom Nachbargrundstück handelte, der neugierig ins Zelt hineinlugte – und dass sie schweißgebadet, ja klitschnass war.
„La mi scusi, Siorina, ich wollte Sie ja gar nicht stören, aber ich habe Sie schreien gehört und, weil ich mir Sorgen gemacht, gedacht, da sehe ich lieber einmal nach“, sagte der Veneter, dessen heftiger Mundgeruch sie veranlasste, sich sogleich schnell auf ihrer mit bunten nummerierten Kugeln verzierten Luftmatratze umzudrehen, sich etwas von ihm zu distanzieren und sich dann auf ihren Ellbogen abzustützen und ihn anzugrinsen.
„Ist ihr junger Freund denn gar nicht bei ihnen? Haben Sie schlecht geträumt?“
Irgend etwas in der Art musste es wohl gewesen sein. Sie hatte wohl eine Art Alptraum gehabt, erinnerte sich jedoch an nichts mehr, wie sie sich übrigens nie ihrer Träume zu entsinnen vermochte.
„Sì, das wird es sein“, antwortete Rosa daher. „Ich bin auch richtig erschrocken aufgewacht. Aber sonst ist alles an seinem Platz, keine Sorge ... Ma ... “, Rosa hüstelte, sich die linke Faust vor den Mund haltend, „sagen Sie mal – hier riecht es doch verbrannt! Woher kommt denn dieser ...“ – sie räusperte sich – „Rauch?“
„Ah, la mi scusi, Siorina“, antwortete Menegazzi prompt mit samtener, beruhigender Stimme, „ich und meine Frau, wir sind infatti gerade dabei, ein paar Vögelchen zu grillen, die ich heute in aller Frühe geschossen habe. Dazu gibt es Polenta. Poenta e Osei, eine Delicatezza veneta, die kennen sie doch bestimmt! Ja, anzi, kommen Sie doch zu uns zur Cena, sie sind herzlichst eingeladen. Nach solch einem Alptraum haben sie doch sicher Hunger?“ scherzte er.
Auszug aus dem Entwurf eines „Urlaubs“-Romans von mir, Ralph Raschen. Falls Sie dabei helfen möchten, dass der vielleicht irgendwann einmal veröffentlicht werden kann, und im Unterschied zu mir derzeit etwas Knete übrig haben, können Sie mich unter bit.ly/4mnoRME unterstützten.
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