Joel Weibel

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Joel Weibel

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@weibel82

Skateboarding is not a crime.

Bern Katılım Aralık 2011
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💙💛 Regina Laska
💙💛 Regina Laska@Sunnymica·
Gestern schrieb ich: „Morgen spricht Rubio. Seid gewarnt.“ Heute hat Rubio gesprochen. Standing Ovations. Langer Applaus. Der Saal atmete auf. MSC-Chef Ischinger sagte ihm ins Gesicht: „Ich weiß nicht, ob Sie das erleichterte Seufzen im Saal gehört haben?“ Eine NBC-Reporterin brachte es auf einen Satz: „Außenminister Marco Rubio erklärt den Europäern die Politik von Donald Trump.“ Rubio übersetzt Trump ins Diplomatische. Das Problem ist: Der Saal hat die Übersetzung als solche nicht erkannt. Ich habe mir die gesamte Rede angesehen. Und was ich gesehen habe, war keine versöhnliche Rede. Es war eine ideologische Grundsatzrede der MAGA-Bewegung, verpackt in Nostalgie, Schmeichelei und dem warmen Gefühl, dass jemand nette Dinge über unsere gemeinsame Geschichte sagt. Gehen wir es durch. Rubio beginnt mit dem Kalten Krieg. Die Kubakrise. Die NATO. Der gemeinsame Kampf gegen den Kommunismus. Wir standen zusammen, wir haben gesiegt, Amerika und Europa haben die Zeit überstanden. Große Gefühle, große Geschichte, großes Kino. Und dann der Dreh: Dieser Sieg habe uns „in eine gefährliche Täuschung geführt“. Man habe geglaubt, es sei das Ende der Geschichte. Und aus dieser Illusion heraus habe man Fehler begangen. Fehler, die man „zusammen begangen“ habe. Und welche Fehler waren das laut Rubio? Erstens: Wir haben den freien Handel umarmt. Zweitens: Wir haben uns einem „Klimakult“ verschrieben, der zu einer falschen Energiepolitik geführt habe. Drittens: Wir haben die Türen für eine „Welle der Massenmigration“ geöffnet, die eine Bedrohung für die nationale Sicherheit sei und „unsere gemeinsame Kultur“ unterminiere. Viertens: Staatliche Souveränität haben wir an internationale Organisationen übertragen. Das ist die komplette MAGA-Doktrin: Freihandel war ein Fehler. Klimaschutz ist ein Kult. Migration zerstört unsere Kultur. Internationale Organisationen rauben uns die Souveränität. Vance hat vergangenes Jahr in München genau dasselbe gesagt. Nur dass er es als Anklage formulierte – und der Saal empört war. Rubio sagt exakt dasselbe – nur als Einladung. Wir haben diese Fehler GEMEINSAM gemacht. Kommt, lasst sie uns GEMEINSAM korrigieren. Unter der Führung von Donald Trump natürlich. Ach ja, diese gemeinsamen Fehler. Bisschen wie vom größeren Bruder zigarettensüchtig gemacht zu werden und dann zu behaupten, wir wollten es doch beide. Wie sich in die UNO und NATO einzureihen, weil der Weltführer sich bei der Schaffung so viel Mühe gegeben hat und im Grunde natürlich die Mitgliedschaft forderte. Die Fehler hat man aber gemeinsam gemacht. Wie in Kalifornien den Katalysator einzuführen und Europa läuft erstmal hinterher. Wie Nixon die Tür zu China öffnete, aber wir sollen sie jetzt bitte zumachen. Wie Kommunistenangst und Öldurst sich durch Vietnam, Korea, durch Afghanistan I, durch Mittelamerika, Iran fräste, aber wir sind mitschuld. Wie Menschen aus hunderten Nationen den neuen Kontinent bevölkerten und ein spanisch-kubanischstämmiger US-Außenminister der Gute, ein Erntehelfer aus Kuba aber die größte Bedrohung unserer aller Kulturen seit Alexander dem Großen ist. Trump, so Rubio, sei der Mann präsentierte, der unser aller Welt erneuern will, nicht nur Amerika. Und diese Erneuerung, so Rubio, sollte am besten mit den Europäern zusammen stattfinden. Denn – und jetzt hört genau hin – man sei Teil einer Zivilisation, die durch „Erbe, Sprache und die christliche Religion“ geprägt sei. Europäer hätten sich 500 Jahre lang die Welt ausgebreitet, Amerika erober, Wunderbares gebracht. Kein Wort darüber, was diese 500 Jahre europäischer Expansion auch bedeuteten: Genozid an den Ureinwohnern Amerikas. Sklaverei. Kolonialismus. Das existiert in Rubios Geschichtsbild nicht. Der europäische Imperialismus war großartig – nur die anderen bedrohen jetzt „unsere“ Zivilisation. Diejenigen, die immer hübsch innerhalb ihrer Grenzen von uns ausgebeutet wurden die sollen sich jetzt nichts ähnliches erdreisten wie wir zuvor. Deutschland – das Volk der Ingenieure, der Physiker, der Philosophen – wurde in Rubios Süßholzgeraspel reduziert auf Landwirtschaft und Bier. Kein Wort über die deutschen Wissenschaftler, die Amerikas Atomprogramm überhaupt erst möglich machten, was wiederum die USA zur erstmals unbesiegbaren stärksten Macht der Welt machte. Kein Wort über Einstein, Oppenheimer, von Braun. Bier. Das war Deutschlands Beitrag zur westlichen Zivilisation laut Marco Rubio. Und jetzt der Punkt, den man sich auf der Zunge zergehen lassen muss: Rubio sprach auf der Münchner SICHERHEITSKONFERENZ. Und die NATO erwähnte er mit keinem einzigen Wort. Der Krieg in der Ukraine? Kam vor – als Aufzählungspunkt in Trumps Erfolgsbilanz: Man habe einen Deal in Gaza erreicht, Venezuela von einem Drogen-Boss befreit, und Russland und die Ukraine an einen Tisch gebracht. Weiter, nächstes Thema. Kein Wort zum Krieg selbst. Keine Analyse der Lage. Kein Bekenntnis zur Ukraine. Einfach: Trump hat‘s gerichtet. Der größte Krieg in Europa seit 1945? Nicht erwähnt. Das Verteidigungsbündnis, das der Grund ist, warum diese Konferenz existiert? Nicht erwähnt. Ischinger musste ihn im Anschluss an die Rede danach erst fragen. Und Rubio antwortete ausweichend: Die Probleme seien „weniger geworden“. Man wisse aber nicht, „ob die Russen ernst machen mit der Beilegung des Krieges“. Konkreter wurde es nicht. Dafür hat Rubio am selben Tag ein geplantes Spitzentreffen zur Ukraine mit Vertretern Deutschlands, Finnlands, Polens und der EU-Kommission kurzfristig platzen lassen. Einfach abgesagt. Europäische Diplomaten kommentierten das mit einem einzigen Wort: „verrückt“. Schon am Freitag war er dem Treffen der Europäer mit Selenskyj ferngeblieben. Die Botschaft: Die Ukraine wird zwischen Washington und Moskau verhandelt. Europa sitzt nicht am Tisch. Die Kamera zeigte während der Rede immer wieder Kaja Kallas, die EU-Außenbeauftragte. Ihr Gesicht war versteinert. Kein Lächeln. Kein Nicken. Jede Zelle auf der Hut. Diese Frau kommt aus Estland. Sie weiß, was russische Bedrohung bedeutet. Sie hatte am Vortag zu den Amerikanern gesagt: „Wenn ihr in den Krieg zieht, kommen wir mit und verlieren unsere Leute. Ihr braucht uns auch.“ Während der Saal klatschte, rechnete Kallas. Nico Lange, ehemaliger Stabschef im Bundesverteidigungsministerium – kein Linker, CDU-Sicherheitsestablishment –, schrieb auf X: Rubios Botschaft sei „passive aggressive“. Wir sorgen uns zutiefst um euch – und deshalb schubsen wir euch herum, überrumpeln euch bei Sicherheitsfragen und belehren euch über Migration und Kulturkampf. In einem zweiten Post nannte er das transatlantische Verhältnis eine „toxische Beziehung“: Ein bisschen freundlicher Ton und schon ist „alles wieder gut“. Und: „Wir wünschen uns starke Verbündete – und deshalb verhalten wir uns ihnen gegenüber so, als wären sie keine Verbündeten.“ Und wo fährt Rubio nach der Liebeserklärung hin? Nicht nach Berlin. Nicht nach Paris. Nicht nach Warschau. Er fährt zu Viktor Orbán nach Budapest. Und zu Robert Fico in die Slowakei. Offizielles Thema: russische Energieimporte. Rubio will den beiden angeblich sagen, sie mögen bitte kein russisches Öl und Gas mehr kaufen, was ihnen Trump selbst ja schon gesagt hat. Orbán und Fico sind Trumps Lieblingseuropäer. Sie torpedieren zuverlässig jede europäische Sanktionsverschärfung gegen Russland. Sie haben jeden EU-Druck ausgesessen. Nichts hat sie bewegt. Und jetzt kommt Rubio vorbei und die beiden ändern ihre Meinung zu den Ölkäufen, weil – was genau? Natürlich nicht. Das ist kein Druck. Das ist ein Besuch bei Verbündeten. Trump belohnt die, die in der EU stören. Rubio fährt nicht hin, um ihnen die Leviten zu lesen. Er fährt hin, um ihnen zu zeigen: Macht weiter so. Und bei Orbán Wahlkampfhilfe. Merz saß während Rubios Rede nicht im Saal. Was er verpasst hat: Rubio hat ihm öffentlich widersprochen. Merz hatte am Vortag gegen Protektionismus und Strafzölle gesprochen. Rubio sagte: Man habe sich „getäuscht“, „den freien, unregulierten Handel umarmt“. Merz‘ zaghafte Freihandelslinie – in derselben Konferenz abgebügelt. Und Merz war nicht einmal dabei. Trotzdem Standing Ovation. Die SZ fasst es zusammen: „Im Ton klingt das offen und versöhnlich. Inhaltlich bewegt sich Rubio aber nicht weg vom MAGA-Kurs seines Präsidenten.“ Das ist der Kern. Vance war letztes Jahr der Vorschlaghammer. Rubio ist das Skalpell mit Lokalanästhesie. Beide arbeiten am selben Patienten. Was Rubio in München getan hat, ist keine Versöhnung. Es ist eine Einladung zur Unterwerfung oder zumindest zur Komplizenschaft bei den Ausbeutungsfantasien des neuen Diktators in Washington, vorgetragen mit dem Lächeln eines Mannes, der weiß, dass der Saal den Unterschied nicht hören will. Er hat die gesamte Nachkriegsordnung zur Disposition gestellt – NATO nicht erwähnt, UNO als reformbedürftig abgetan, Freihandel als Fehler bezeichnet, Klimaschutz als Kult diffamiert, Völkerrecht als Hindernis dargestellt – und das alles verpackt in die Sixtinische Kapelle und 500 Jahre gemeinsame christliche Zivilisation. „War das eine vergiftete Liebeserklärung?“, fragte einer im Saal. Ja. War es. Nur dass das Gift nicht zwischen den Zeilen stand. Es stand in jeder Zeile. Man musste nur zuhören. „Wir werden immer ein Kind Europas sein“ – blieb in den Köpfen: Die Unschuld des Heilands selbst in der Krippe von Betlehem, nichts weniger. Vor einem Kind könnt ihr doch nicht Angst haben! Honi soit qui mal y pense! Der Saal hat also nicht nur brav geklatscht, sondern erhob sich aus den Stühlen. Weil es nicht mehr so wehtat wie bei Vance. Weil sich alles für einen Moment so leicht und versöhnlich anfühlte in einer Welt, die von Epstein, ICE, Grönland, dem Genozid in der Ukraine, den Gräueltaten in Iran, den extremen Wetterverhältnissen weltweit durchgeschüttelt wird. Und genau darauf hat Rubio, mit einem engelsgleichen Unschuldsgesicht, wie es kein Leonardo da Vinci besser hätte malen können, gesetzt.
Sabine for Ukraine 🇺🇦 fights for 🇪🇺@BineAlarm

#msc #Rubio Standing ovation. Epstein. ICE. Greenland. Friendship with Putin. Glorious history: Slavery. Genocide of Native Americans. Blindness to climate change. American nationalism = making others dependent on American gas. Rejection of migration = complete indifference to people who have been exploited for centuries through colonialism. What a scoundrel.

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Joel Weibel
Joel Weibel@weibel82·
@madebygoogle Aaahh. Just forget it. DM doesn't work. Just fix your update, that's all I'm asking for.
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Joel Weibel
Joel Weibel@weibel82·
Hey @madebygoogle I'm trying to update my Pixel10. But at the end of the process (after restart) there is always a message that the update failed. I must have tried it at least 4 times now. Doesn't work. Advice?
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Made by Google
Made by Google@madebygoogle·
@weibel82 Hi Joel, we understand how difficult that would be. We'd like to assist you on this over DM. Please click on the link below to send us a direct message. Rest assured, we'll do our best to help. Appreciate it. ^Rita twitter.com/messages/compo…
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Joel Weibel
Joel Weibel@weibel82·
@MikeMuellerLate Lassen Sie uns Bernern und Wallisern doch diesen schönen Tunnel. Zw. Züri und Winti gibts ja auch einen. Alles gut also.
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Mike Müller
Mike Müller@MikeMuellerLate·
Jedem Berner Bundesrat ein Tunnel!
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Joel Weibel
Joel Weibel@weibel82·
Unglaublich. Die @Bern_Stadt verschickt Rechnungen für die Tagesbetreuung, die 4-6 Wochen umfassen und nichts mit dem Monat zu tun haben. Monatsgerechte Abrechnungen gibt es nicht. Wie soll man damit z.B. beim Arbeitgeber die Subventionen für die ext. Kinderbetr. beantragen?
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Ruedi Löffel
Ruedi Löffel@ruediloeffel·
Manchmal gibt mir die Verwaltung echt zu denken. Heute hatten viele Steuerzahlende die Aufforderung zum Ausfüllen der Steuererklärung im Briefkasten - und können sich wegen Wartungsarbeiten nicht einloggen... 🤔 @astridbaertschi @kanton_bern
Ruedi Löffel tweet media
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stadtlandwanderer_
stadtlandwanderer_@stadtwanderer_·
#Schlösser Jeder Punkt auf diese Karte repräsentiert ein Schloss. Die Region Bern ist feuerrot.
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Joel Weibel
Joel Weibel@weibel82·
Nix von woke im Entlebuch. Lieber ein wenig gepflegtes Blackfacing in der katholischen Kirche. Dazu eine erbauliche Geschichte vom Samichlaus.
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WST
WST@WeAreWST·
You won’t see a better steal all week - pure snooker brilliance! 🤩 Have we just witnessed the steal of the season between Judd Trump and Si Jiahui? 🤯 #UKChampionship | @Victorianplumb
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@Neuhausc
@Neuhausc@NeuhausC·
Heute ist ein trüber Tag. Deshalb nochmals als Leseempfehlung das sehr feine und sehr lustige Bio-Stück über Hausi im Glück Leutenegger von @tanner_samuel
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Joel Weibel
Joel Weibel@weibel82·
@MikeMuellerLate @_Roger__Roger @viktorgiacobbo Ein typischer Dialog zw. einem Oberaargauer und einem Stadtberner: Wohär chunnsch? Usem Oberaargou... Ah usem Aargou, redsch aber rächt wiene Solothurner Dr Oberaargou ghört zu Bärn. Aha.
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Mike Müller
Mike Müller@MikeMuellerLate·
@weibel82 @_Roger__Roger @viktorgiacobbo Die Aargauer, die armen Siechen, waren scho immer Untertanengebiet. Weshalb heisst denn der Oberaargau Oberaargau? Nie richtige Berner gewesen, auch wenn ihr euch sprachlich grausam Mühe gebt.
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