Kolophon
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Schon erstaunlich, wie leichtfertig heute über „deutsche Leitkultur“ gesprochen wird – und wie oft dabei ausgeblendet wird, dass jüdisches Leben seit über 1.500 Jahren Teil dieser Geschichte ist. Wer glaubt, Deutschland kulturell erklären zu können, ohne Namen wie Heinrich Heine oder Moses Mendelssohn auch nur zu erwähnen, zeigt vor allem eines: historische Blindheit. Diese Kultur ist nicht erst gestern entstanden. Sie wurde geprägt durch jüdische und christliche Traditionen, durch Philosophie, Literatur und Wissenschaft – von der Aufklärung bis zur Moderne, bis hin zu Nobelpreisträgern, die weltweit Maßstäbe gesetzt haben. Umso irritierender ist es, wenn manche, die sich heute selbstverständlich auf Deutschland berufen, diese Grundlagen entweder nicht kennen oder ignorieren. Wer hier lebt und über „Kultur“ spricht, sollte zumindest den Respekt haben, die historischen Wurzeln dieses Landes zu kennen – und dazu gehört jüdisches Leben ganz zentral.

























