
Thomas Schaal
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Thomas Schaal
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Kinderspiel oder Indoktrination? Diese Aufnahmen stammen aus einem aktuellen Video der #DITIB-Moschee in Garbsen. Vor wenigen Tagen fand dort anlässlich des Jahrestags der Schlacht von Çanakkale (Gallipoli) eine Aufführung von Kindern statt. Was dort zu sehen ist, muss uns als Gesellschaft zutiefst beunruhigen. Der Kontext: Kleine Kinder im Kindergarten- und Grundschulalter stellen Kriegsszenen nach. Unter dem Slogan „Çanakkale Geçilmez“ (Çanakkale ist unpassierbar) werden Szenen von Kampf, Verwundung und Tod inszeniert. Die Schlacht von Çanakkale (im Westen als Schlacht von Gallipoli bekannt) war eine verlustreiche militärische Auseinandersetzung im Ersten Weltkrieg (1915–1916), bei der das Osmanische Reich den Versuch der Alliierten abwehrte, die Dardanellen zu erobern und den Weg nach Istanbul freizumachen. Warum das hochproblematisch ist: • Extremer Militarismus: Kinder werden mit Holzgewehren in „Schützengräben“ positioniert. Sie spielen den Abtransport von Gefallenen in Leichentüchern nach. Krieg wird hier nicht als Katastrophe, sondern als heldenhaftes Abenteuer dargestellt. • Nationalismus im Gebetsraum: Dass eine solche rein militärisch-nationale Inszenierung in einer Moschee in Deutschland stattfindet, zeigt eine gefährliche Vermischung von Religion und staatlicher Ideologie. Anstatt religiöser Werte stehen Opferbereitschaft für das Vaterland und militärischer Sieg im Vordergrund. • Pädagogische Grenzüberschreitung: Kinder in diesem Alter können die Grausamkeit des Krieges nicht reflektieren. Sie werden instrumentalisiert, um nationalistische Mythen zu reproduzieren. Das steht im krassen Gegensatz zu einer Erziehung, die auf Frieden, Empathie und zivile Konfliktlösung setzen sollte. Wenn Institutionen wie die DITIB in Garbsen Kinder in Deutschland so einseitig auf die militärische Geschichte eines anderen Staates fixieren, stellt sich die Frage: Welches Bild von Zugehörigkeit wird hier vermittelt? Es ist völlig in Ordnung, Geschichte zu vermitteln. Aber Kleinkinder Krieg spielen zu lassen und den "Märtyrertod" auf dem Schlachtfeld als religiöses Ideal darzustellen, hat in einer Bildungseinrichtung oder einem Gebetsraum nichts zu suchen.


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