ΝΙΞΤΖSCΗΞΛΝΞR Ⓐ@WrathOfAnarchy
Objektiv, also messbar, gibt es kein Volk. Das hat zwei Gründe:
1. Es kann aufgrund genetischer und kultureller Vermischung nicht abgegrenzt werden. Was man nicht abgrenzen kann, kann man nicht definieren.
Im republikanischen Staatswesen spricht man daher von "Bürgern", was im Übrigen schon die alten Römer so pflegten und auch in den alten deutschen Königreichen, wie dem Friedrich II. "Des Großen", existierte kein ethnischer Volksbegriff, sondern das Volk waren die Untertanen (auch Hugenotten).
Auch die USA kennen keinen ethnischen Volksbegriff. Das ist eher eine deutsche Gepflogenheit, die nach der Französischen Revolution und mit den nationalen Bewegungen im 19. Jahrhundert importiert wurde.
Davor war selbst der Begriff "deutsch" kaum gebräuchlich. Schon Friedrich I. "Barbarossa" stand vor der Schwierigkeit die ganzen Völker in seinem Reich einheitlich zu benennen. Die Römer führten den Begriff "Germanii" ein, weil sie die Namen der ganzen Stämme nicht kannten und später wurde der Name des Stammes, welchen die Römer aus schmerzvoller Erfahrung kannten, zum Begriff, den auch Barbarossa übernahm: Teutonicus, woraus dann "Deutsche" wurde.
Übrigens schön zu sehen am Deutschen Ritterorden, der auf Latein "Ordo Teutonicus" heißt und an der Befreiungshalle bei Kehlheim (Bayern), wo auf dem Boden "Teutsche" steht.
Im liberalen Republikanismus haben ethnische Unterschiede keine Relevanz, da alle Menschen unter dem Staat als Individuen dieselben Rechte innehaben. Überhaupt ist für den Liberalismus das Individuum und seine Leistung zentrales Motiv.
2. Das Volk ist nur der Sammelbegriff für oberflächliche Merkmale, die aber keine größere Bedeutung haben.
Es ist schlichtweg nur der kleinste gemeinsame Nenner als Maße des Kollektivismus, der aber aufgrund der genannten Unabgrenzbarkeit am Ende nur Folklore ist.
Man kann sagen, was echte Rechte auch tun würden, dass die deutsche Kultur und die deutsche Zivilisation großartige Leistungen hervorgebracht hat und dass es dabei viele Individuuen gab, die dafür maßgeblich waren.
Aber was macht man aus Sicht des Autors hier dann mit Menschen, die russischer, polnischer, französischer, skandinavischer oder jüdischer Abstammung waren, die ebenso Teil bedeutender deutscher Geister sind? Wo fängt das Deutschsein an und wo hört es auf? Man landet da schnell bei Ahnenpässen.
Es macht für eine Kultur überhaupt keinen Sinn ethnisch zu argumentieren, weil man seine gesamte Exzellenz dann nur auf einer oberflächlichen Gemeinsamkeit begründest und alle die Menschen und ihre Leistungen oder gar andere kulturelle Einflüsse ausklammert oder ablehnt, welche die Zivilisation bereichern könnten. Das meint nicht jene linke Weltsicht, die nur Müll importiert, sondern die Weltsicht des alten Adels.
Katharina II. "Die Große" siedelte zum Beispiel bewusst Deutsche in Russland an, weil sie wusste, dass diese Menschen kulturell bedingt besonders fleißig sind und hart arbeiten, um Regionen urbar zu machen. Das hat Russland voran gebracht. Die Zarin war keine Nationalistin. Josef Stalin war Nationalist und daher vertrieb er die Deutschen. Machte das Russland nun objektiv zu einem besseren Land? Würde es die USA zu einem besseren Land machen, würde man alle Schwarzen, auch Menschen wie Denzil Washington oder Thomas Sowell, aus dem Land vertreiben?
Der Liberale schaut auf das Individuum, ohne die Vernunft zu ermangeln auch Muster zu erkennen. Aber "völkischer Nationalismus" hat für eine Zivilisation keinen objektiven Wert, weil man einer subjektiven Romantik - die oft in barbarische Taten umschwänkt, besonders dann, wenn man Sünderböcke für das Versagen der eigenen Ideologien braucht - rationale Überlegungen unterordnet.
Hat Deutschland der Nationalismus je etwas gebracht? Nein. In dem Moment, wo dieses kollektivistische Denken aufkam, lag dieses Land, welches in 900 Jahren ohne dieses Denken errichtet wurde, bald darauf in Trümmern und Leichenbergen, und hatte den Großtteil des eigenen Blutes vernichtet.