
Eine denkbare Möglichkeit: Beispielsweise sofortige Abstimmungswiederholungen als Option einführen.
Marc Debus
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@DebusMarc
Professor of Political Science at the University of Mannheim. Interested in elections, party competition, coalition politics and legislatures. #FirstGen

Eine denkbare Möglichkeit: Beispielsweise sofortige Abstimmungswiederholungen als Option einführen.



Warum die Panik vor einer Minderheitsregierung am Grundgesetz scheitert Immer wieder wird in der aktuellen Debatte um einen möglichen „Rauswurf“ der SPD aus der Bundesregierung dasselbe Schreckensszenario an die Wand gemalt: Eine Minderheitsregierung unter Friedrich Merz wäre handlungsunfähig und würde das Land in die Instabilität der Weimarer Republik zurückwerfen. Wer sich jedoch ausschließlich auf das Grundgesetz stützt, erkennt ein ganz anderes Bild. Die Urheber des Grundgesetzes haben die Mängel und Fehler der Weimarer Verfassung bewusst korrigiert und gezielte Schutzmechanismen eingeführt, um auch einer Regierung ohne feste parlamentarische Mehrheit Stabilität und Handlungsfähigkeit zu sichern. Vergleiche mit Weimar sind schlicht Unsinn und dienen nur der selbstreferentiellen Hysterie der politischen Linken. Sollte sich Friedrich Merz tatsächlich dafür entscheiden, den Weg einer Minderheitsregierung zu gehen und die SPD-Minister aus dem Kabinett zu ersetzen – selbst ohne unmittelbar die Vertrauensfrage zu stellen –, wird zwar behauptet, er sei dann nicht mehr handlungsfähig. Das Grundgesetz widerlegt diese These klar: Dank des konstruktiven Misstrauensvotums (Art. 67 GG) kann die Regierung nicht einfach abgewählt werden, ohne dass die Opposition gleichzeitig eine absolute Mehrheit für einen neuen Kanzler findet. Gerne möchte ich sehen, wie SPD, Grüne und AfD sich auf einen gemeinsamen Kandidaten einigen. Der zentrale Artikel für die praktische Handlungsfähigkeit ist Artikel 111 GG (vorläufige Haushaltsführung). Er gewährleistet, dass die Regierung auch ohne verabschiedeten Haushalt alle notwendigen Ausgaben leisten kann, um Einrichtungen zu erhalten, rechtliche Verpflichtungen zu erfüllen und begonnene Maßnahmen fortzusetzen. Artikel 81 GG (Gesetzgebungsnotstand) lasse ich hier bewusst außen vor – er käme erst nach einer verlorenen Vertrauensfrage zum Einsatz, um mit Hilfe des Bundesrates Blockaden im Bundestag zu umgehen. Verfassungsrechtler wie Thomas Puhl, der die maßgebliche Monographie zur Minderheitsregierung nach dem Grundgesetz verfasst hat, haben diese Mechanismen detailliert herausgearbeitet: Das Grundgesetz ist bewusst so konstruiert, dass eine Minderheitsregierung kein Verfassungsnotstand ist. Nachlesen kann man die wissenschaftliche Einschätzung in einem ausführlichen Q&A in der SZ von 2017 (sueddeutsche.de/politik/q-a-wa…). Dazu das Interview von Puhl selbst im Deutschlandfunk (deutschlandfunkkultur.de/minderheitsreg…). Knapp 10 Jahre später hat sich nur eine Sache verändert: Die Hysterie einer denkfaulen und ängstlichen politischen Blase. Eine Unions-Minderheitsregierung wäre also kein Weimarer Chaos 2.0, sondern ein vom Grundgesetz ausdrücklich vorgesehener und abgesicherter Weg. Statt mit historischen Gespenstern zu argumentieren, sollten Kritiker lieber das Grundgesetz lesen und ihre German Angst überwinden.


Mitte-rechts wählen, Mitte-links bekommen? Dieser Vorwurf trifft die heutige politische Wirklichkeit nicht. Ein Gastbeitrag des CDU-Politikers Philipp Amthor. faz.net/aktuell/politi…





Themenbezogene Zusammenarbeit mit Faschisten und Rechtsextremen. Für Mehrheiten. Genau das definiert eine Koalition, aber hey: soviel „Mut“ zur echten Realität bringen die Steigbügelhalter der AfD nicht auf.







Baden-Württemberg hat gewählt. Welche Erkenntnisse lassen sich aus den Ergebnissen der einzelnen Parteien ziehen? Ein paar statistische Auswertungen auf Basis von Wahlergebnissen und sozialen Strukturmerkmalen aus 1.101 Gemeinden. Ein Thread 🧵

Warum die AfD in den Industrieregionen Baden-Württembergs so stark ist von @nathan_giwerzew und @simon_off nzz.ch/international/…




🇩🇪 À une 10ne de jours du scrutin dans le Land de #BadenWürttemberg, on observe un phénomène de « vote utile » des électeurs de gauche en faveur de @Die_Gruenen, alors que le candidat @cem_oezdemir bénéfice d’une forte popularité personnelle et de celle de #Kretschmann #ltwbw





