Petra Ricketts 🇪🇺🇺🇦

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@Ginger149

Politisch interessiert. WIR müssen uns ändern, teilhaben.

Menden - Germany-Europe Katılım Şubat 2009
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Anna@AnnaDeMilanese

Victor Orban bekam heute eine beeindruckende, Nachricht auf X in 3 Sprachen vom schwedischen Prime Minister @SwedishPM: Lieber Viktor, Ich verstehe, dass in Ihrem Land Wahlkampf stattfindet und dass Sie dieses Mal ernsthaft um die Macht kämpfen. Aber wir mischen uns nicht in Ihren Wahlkampf ein und wollen auch nicht Teil davon werden. Schweden und das schwedische Volk waren, wie Sie wissen, schon immer Freunde Ungarns und des ungarischen Volkes. Wir waren es vor Ihrer Regierung, während Ihrer Regierung, und wir werden es auch nach Ihrer Regierung bleiben. Wir erinnern uns an Hitlers Völkermord an den Juden in Ungarn und daran, wie Schweden 1944 den Diplomaten Raoul Wallenberg auf eine Sondermission nach Budapest schickte, um so viele ungarische Leben wie möglich zu retten. Zehntausende ungarische Juden überlebten, weil wir ihnen hier in Schweden vorläufige Schutzpässe und die Staatsbürgerschaft gewährten. Als die Sowjetunion später in Ungarn einmarschierte, wurde Raoul Wallenberg gewaltsam nach Moskau verschleppt und verschwand. Der schwedische Diplomat starb, aber Zehntausende ungarische Leben wurden gerettet. Wir würden es wieder tun. Wir erinnern uns auch daran, wie die Sowjetunion 1956 Ihren ungarischen Kampf für Demokratie und Freiheit brutal niederschlug und wie Ministerpräsident Imre Nagy später wegen seiner Bemühungen um die Demokratisierung des Landes hingerichtet wurde. Als russische Panzer den ungarischen Freiheitskampf niederschlugen, flehte das ungarische Volk die UNO und alle westlichen Mächte um Hilfe an. Fast niemand hörte zu. Aber ein Land, das tiefe Solidarität mit Ihnen zeigte, war Schweden. Wir haben Ihre Freiheitskämpfer und Dissidenten mit offenen Armen empfangen. Wir haben Ihnen erlaubt, hier trotz unserer Blockfreiheit eine Exilopposition gegen den Sowjetkommunismus aufzubauen. Es war nicht ohne Risiko für uns. Aber wir haben es trotzdem getan – weil es das Richtige war. Heute leben über 40.000 Menschen ungarischer Abstammung in Schweden, viele von ihnen sind Nachkommen der ungarischen Flüchtlinge, die im Zusammenhang mit dem Aufstand von 1956 hierher kamen. Sie sind eine gut integrierte Einwanderergruppe in unserer schwedischen Gesellschaft. Demokratische Staaten helfen sich gegenseitig, damals wie heute. Und sie stellen sich gegen Länder, die andere unterdrücken wollen. Deshalb unterstützen wir, genau wie 1944 und 1956, demokratische Länder, die von russischen Panzern überrannt werden. Damals ging es um Ungarn, heute um die Ukraine. Und wenn wir nicht handeln, könnte es morgen um ein anderes Land gehen. Deshalb äußern wir oft unsere Besorgnis über die Entwicklungen in Ungarn in den letzten Jahren. Ungarn hat seine Freiheit endlich wiedererlangt, aber auch die Freiheit muss verteidigt werden. Deshalb fragen wir uns, wann Sie mit dem Führer desselben Landes Kaffee trinken gehen, das 1956 den Freiheitskampf Ihrer Landsleute niederschlug und heute Ihr Nachbarland, die Ukraine, angreift. Ungarn und der Westen werden nicht gestärkt, wenn wir die Tür vor unseren europäischen Freunden verschließen oder uns gegenseitig und genau das angreifen, was uns von der Barbarei unterscheidet – Demokratie und Rechtsstaatlichkeit. 1/2

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Dr. Karen v. Mücke
Dr. Karen v. Mücke@vmuecke_k·
Das Altenheim hat sich gemeldet. Eine Patientin von mir ist verstorben. Die Leichenschau ist immer unverzüglich durchzuführen. Also habe ich mich auf den Weg gemacht, bin in die Praxis gefahren, habe Formulare geholt und im PC geschaut, welche Vorerkrankungen sie hatte. ⬇️
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U.M. OSINT@ungemeve

Gaza und die Verantwortung der Deutschen Immer wieder positionieren sich Personen unterschiedlicher Wichtigkeit gegen einen Völkermord im Gazastreifen und gegen Israel. In wohlfeilen Worten und dem Vorantragen des Humanismus gleich einem Schild wird nicht nur Geschichtsrevisionismus betrieben, sondern vor allem ein Rollentausch verschleiert. Ich möchte den gleichen pathetischen Duktus wagen. Der Völkermord, den unsere Eltern und Großeltern geduldet und begangen haben, hatte maßgeblichen Anteil an der Gründung des Staates Israel. Selbstredend ergibt sich daraus eine große Verantwortung, wie viele sie jetzt einfordern. Es ist naheliegend und so schön leicht, nun die momentane nationalistische bis rechtsextremistische Regierung Israels als die neuen Nazis zu sehen. Doch im Gegensatz zu den Alliierten von 1919 sollten wir uns fragen, was eine Bevölkerung dazu bringt, sich zu verhärten. Und wir sollten uns trauen, in die Vergangenheit zu blicken. Denn möglicherweise liegt eine Ursache darin, dass ein Staat über 77 Jahre hinweg, seit seinem Bestehen, von umliegenden Staaten existenziell bedroht wird. Es ist unsere Verantwortung offen auszusprechen, woher dieser Vernichtungswille kommt. Und warum er in der überwältigenden Mehrheit der arabischen Bevölkerung vorhanden ist. Erst dann können wir klaren Auges hinterfragen, was die Seiten des Konfliktes für einen Frieden getan haben. Unsere Vorväter haben gelitten. Sie haben gekämpft, geblutet und sind gestorben, für die humanistischen Werte, die wir heute selbstzufrieden vertreten. Als sei damit ein Ende der Geschichte erreicht, als sei der Kampf beendet, als gäbe es nichts mehr zu sagen. Friedensverwahrlost ignorierend, dass wir nicht die Regel, sondern die Ausnahme sind. Wir haben die Trennung von Staat und Religion erkämpft, wofür hunderttausende auf den Schlachtfeldern Europas blieben. Wir haben die Gleichheit vor dem Gesetz erstritten, was bis vor nicht allzu langer Zeit für viele ein Wunschtraum blieb. Wir haben das Recht erkämpft, unsere Meinung frei äußern zu dürfen, ohne dafür von einem Mob gelyncht, von einem Haus geworfen oder ein einem Gestapo- oder Stasi-Keller gefoltert zu werden. Wir haben für die Pressefreiheit gekämpft, damit die Bevölkerung mündig und informiert sein und auch die Regierung und sogar die Presse selber kritisieren kann. Wir haben das humanitäre Kriegsvölkerrecht geschaffen. Das sind die Werte, denen vor allem wir Deutsche zu allererst verpflichtet sind. Wenn wir sie bewahren wollen, müssen sie wichtiger sein, als das Leben des Einzelnen. Denn sonst sind wir unfähig sie zu verteidigen. Die UN wurde mit dem Anspruch dieses Humanismus, der Menschenrechte, dieser Werte der Aufklärung, gegründet. Unsere Verantwortung wäre es bereits 1990 gewesen, der Kairoer Erklärung der Menschenrechte im Islam zu widersprechen und den 47 Unterzeichnerstaaten entschlossen entgegenzutreten. Weil sie nichts weiter sind, als ein Rückschritt um hunderte Jahre. Stattdessen ignorieren wir sie, zugunsten von Gier und Öl. Unsere Verantwortung wäre es, nach den Gerichtsverfahren eines Roland Freisler gegen jede Form von Willkürjustiz einzustehen. Spätestens nach dem Terroranschlag von München wäre es unsere Verantwortung gewesen, die Palästinenser nicht mehr zu unterstützen, wenn von diesen Geldern offen die Familien eben jener Terroristen unterstützt werden, die dafür gesorgt haben, dass die israelische Mannschaft, die hoffnungsvoll und versöhnlich im olympischen Gedanken nach Deutschland kam, nie nach Hause zurückkehrte. Unsere Verantwortung wäre darauf zu beharren, dass die Palästinenser sich endlich eine Verfassung geben. Um dann politisch dafür einzustehen, dass sie Israel anerkennen. Anstatt eine zutiefst gespaltene, halbstaatliche, zerrissene Gesellschaft zu unterstützen, deren einziger gemeinsamer Nenner zwischen pseudo-sozialistischer, hyperkorrupter Diktatur und Islamismus die Vernichtung Israels ist. Und die alle Friedensbemühungen entweder zunichte gemacht oder im Sande hat verlaufen lassen. Anstatt unsere kognitive Dissonanz dadurch zu modellieren, dass es ja immer nur Einzelne seien und die Mehrheit ja Frieden wolle. Wir sollten sie nach dem Preis für diesen Frieden fragen, der ihnen vorschwebt. Unsere Verantwortung wäre es mit aller politischen Macht dafür einzustehen, dass ein Flüchtlingsstatus niemals vererbt werden kann, anstatt dadurch falsche Narrative zu bedienen. Unsere Verantwortung wäre es, massiv gegen Befürworter des Terrorismus und der Intifada vorzugehen, anstatt sie unsere Universitäten zerstören und jüdische Studentinnen und Studenten bedrohen zu lassen. Unsere Verantwortung wäre es, die Leiter dieser Universitäten und die Polizei zu rigorosem Durchgreifen zu verpflichten. Ebenso wie es unsere Verantwortung wäre, jeden palästinensischen Flüchtling auf Herz und Nieren zu prüfen, bevor wir ihm Unterschlupf gewähren, um dann festzustellen, dass er sich antisemitisch äußert, unseren Staat ablehnt und auf Kundgebungen mitläuft. Unsere Verantwortung wäre es endlich zu verstehen, dass es einen politischen Islam gibt, der gemäß Toleranz-Paradoxon nicht zu tolerieren ist, wenn wir unsere Freiheiten erhalten wollen. Und wir sollten den Mut haben anzuerkennen, wie viele Araber und Muslime ihm anhängen. Wir haben die Verantwortung, das Recht nicht selektiv auszulegen und von Kriegsverbrechen und Völkermord zu sprechen, als sei die Unschuldsvermutung auf einem Musik-Festival am 7. Oktober 2023 erschossen oder in den Trümmern in Dschabaliya verschüttet worden. Und wir haben die Pflicht, das humanitäre Völkerrecht zu verstehen und nicht selektiv so auszulegen, wie es uns gerade genehm ist. Wir haben die Pflicht, unsere Maßstäbe gleichermaßen sowohl an Israel als auch auf die Palästinenser anzulegen. Wir haben die Verantwortung nicht aufgrund von emotionalisierten Bildern, Propaganda und tränennassen Augen zu übersehen, wer die tatsächlichen Faschisten sind. Und wir haben die Pflicht das Rückgrat zu haben, uns das einzugestehen. Vor allem aber haben wir die verdammte Pflicht uns ehrlich zu fragen, wie sehr wir von uns erstrittene Menschenrechte, Humanismus und Aufklärung bereit sind für jene zu verteidigen, die sie bekämpfen. Und zu widerstehen, jene mit anderem Maß zu messen, die durch Massaker, Holocaust, Terrorismus und Pogrome hinweg das gleiche für sich erstreiten wollen. Es ist meinem Gerechtigkeitsempfinden unmöglich, Israel für irgendetwas über Gebühr in die Verantwortung zu nehmen, dass die Palästinenser selber nicht erfüllen. Es ist mir unmöglich palästinensische Araber auf Augenhöhe wahrzunehmen, solange sie Israel nicht anerkannt haben und für Faschismus einstehen. Und es ist mir unmöglich Empathie zu empfinden, so lange sich Geiseln in der Gewalt der Palästinenser befinden und sie offen erklären, Israel vernichten zu wollen. Ich kann es nicht. Ich habe eine Verantwortung.

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