Torsten Heinrich@Inclutus
Nehmen wir an, unser Fußballverein hat einen Starstürmer.
Er schießt 95 % der Tore, er hat bislang für jeden unserer Siege dieser Saison geführt. Allerdings weiß er, dass er der Starstürmer ist, und blickt auf den Rest der Spieler herab. Er beleidigt sie mitunter öffentlich. Er fordert Teile ihres Gehaltes. Er macht untragbare Aussagen gegenüber den Spielerfrauen. Einem gegenüber hat er ernsthaft gesagt, dass er seine schöne Innenstadtwohnung bekommen sollte, ohne dafür zu bezahlen.
Die Wahl ist, ihn rauszuwerfen und ab sofort jedes Spiel zu verlieren und mehrfach in Folge abzusteigen – oder so lange sein Verhalten zu ignorieren, bis er entweder 2029 zur Besinnung kommt oder die aktuell 8-jährigen Nachschubspieler für Ersatz sorgen.
In einem Fußballverein, wo bei Niederlagen und Abstiegen das Geld verschwindet, die besseren Spieler gehen und Geld für die Jugendarbeit und die Gehälter fehlt, ist das bereits eine schwierige Entscheidung. Aber man kann Prinzipien reiten, es ist ja nur Fußball. Man kann auch den Starstürmer feuern und versuchen, von seinem Gehalt mehrere mittelmäßige Spieler zu bekommen, die die Lage wenigstens stabilisieren.
In der politischen Realität bedeutet es allerdings, mit leeren Depots (für wie viele Tage gibt es aktuell Artilleriemunition oder Flugabwehrraketen?), praktisch nicht vorhandenen Reserven mangels Material, einem aggressiven Russland an der Ostflanke, einem aggressiven China (und Nordkorea) und einem dann womöglich gestärkten Iran zu sagen: "Dann lieber ohne die USA."
Gut, manche wollen ja das Bündnis mit den USA mit einem mit Russland oder China ersetzen. Die finden die aktuelle Entwicklung dann natürlich gut.
Kann man machen. Aber es kann halt Konsequenzen haben.
Im Fußball kosten das Loben des Starspielers und ekelhafte Unterwürfigkeitsgesten ihm gegenüber die Würde. In der politischen Realität kostet das analog dazu womöglich Frieden und Leben.
Was ist der Plan, wenn Trump 2027 Bündnisse nicht einhält? "Hätte er sowieso nicht" schlägt sich zumindest nicht ausreichend in der aktuellen Politik nieder. Ich möchte die Bundeswehr nicht 2027 mit Russland konfrontiert sehen - und auch nicht, wie 2027/28 China in Asien aggressiv wird.
Der Weg, das zu verhindern, ist Einigkeit. Wenn man selber zu schwach ist, um sich ohne die USA zu behaupten, dann muss man
a) sofort ERNSTHAFT daran arbeiten, das so schnell wie möglich zu ändern
b) bis zu diesem Zeitpunkt gute Miene zum bösen Spiel machen
Oder aber die Konsequenzen akzeptieren.