Gameldreiber
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Lieber Kollege Torben Braga @torben_braga , die Ostertage und eine krankheitsbedingte Rekonvaleszenz haben mir in den letzten Tagen die Möglichkeit beschert, mich einmal tiefer mit dem Dissens zu befassen, der bei uns im Arbeitskreis Verteidigung eingetreten ist. Ich habe mir mal die Mühe gemacht, mich in die Vorwürfe und Anschuldigen, die gegen mich im Raum stehen, tiefer einzulesen und ich muss wirklich sagen, dass diese Plattform ein ganz hervorragendes Tool ist, die Gedankenwelt von Kollegen besser kennenzulernen. X bietet aber auch einen Blick auf das Umfeld, in dem sich Kollegen wohl fühlen, sozusagen das digitale Habitat. Wie Du weißt, bin ich Angehöriger einer anderen Generation, der Boomer-Generation, wie Deine Generation Sie bezeichnet. Vielleicht bin ich sogar Pre-Boomer, aber das wird Deine Generation besser wissen. In jedem Fall gehöre ich einer Generation an, die es immer gewohnt war, das persönliche Wort zu führen, um sich kennenzulernen und sich besser zu verstehen. Leider hatten wir die Gelegenheit bisher nie, obwohl wir seit über einem Jahr Kollegen im Arbeitskreis Verteidigung sind. Aber vielleicht ist die veröffentlichte Gedankenwelt auf X tatsächlich tiefgründiger als Gespräche. In jedem Fall ist sie existent. Bevor ich auf die einzelnen Vorwürfe gegen mich eingehen will, noch ein Wort zu der Tatsache, dass ich Dich persönlich anschreibe. Natürlich weiß ich, dass Du nicht der Einzige bist, der mich als verteidigungspolitischen Sprecher ablösen möchte. Da sind sowohl andere Kollegen von uns wie auch eine ganze Schar von Mitarbeitern. Die Abgeordnetenmitarbeiter Benedikt Kaiser oder Frank Pasemann fielen mir besonders ins Auge, wie sie Tag ein Tag aus für meine Ablösung und meinen Rauswurf aus der Partei trommeln. Nicht nur sehr energisch, sondern auch unter der Gürtellinie, aber diese Linie zieht jeder wo anders. Im Falle Kaiser und Pasemann entbehrt es nicht einer gewissen Komik, dass Nicht-Parteimitglieder für den Rauswurf eines Parteimitglieds werben, aber sei's drum. Da sind aber auch viele anonyme Accounts, die gegen mich zu Felde ziehen, von denen wir aber beide (teils sehr genau) wissen, bei wem sie auf der Partei-Payroll stehen. Und schließlich sind dort auch Typen gegen mich unterwegs (einer davon hat immer so eine Fetisch-Skimaske auf), von denen ich zumindest keinen blassen Schimmer habe, was die dort mit ihren sogenannten "Einordnungen" beabsichtigen. Teilweise kann ich nicht mal deren zerstückelte Sätze entschlüsseln. Aber ich bin ja auch Boomer, Du weißt schon. Mit Deutschland hat das aus meiner Sicht jedenfalls nichts zu tun. In meiner Wahrnehmung jedoch, bist Du, lieber Torben, aber der einzige Abgeordnetenkollege, der auf dieser Plattform offen gegen mich vorgeht. Und die von mir lose aufgezählten "Lucassen-muss-weg-Poster" zähle ich zu Deinem Habitat. In einem Gespräch mit dem Ski-Masken-Jungen bringt etwa Benedikt Kaiser, Dich, lieber Torben, sogar als zukünftigen Bundeskanzler ins Spiel. Wir haben sicherlich keinen Dissens, dass das Deine Peer-Group ist. Zunächst einmal aber danke ich Dir ausdrücklich dafür, dass Du mit dieser Art der offenen Kommunikation und Kritik mit der dysfunktionalen Regel aufgeräumt hast, Konflikte stets "innerhalb" zu besprechen und nach außen eiserne Geschlossenheit zu zeigen. Grundsätzlich denke ich zwar nach wie vor, dass dies eher der richtige Weg ist, aber Du hast schon Recht: Manchmal geht das nicht und als Politiker leben wir ja schließlich auch davon, dass möglichst Viele unseren Gedanken folgen können. Während des Wahlkampfs in Baden-Württemberg hast Du auch den einen oder anderen Verbesserungsvorschlag zu den Parteifreunden an den Neckar geschickt und es Dir sogar nicht nehmen lassen VOR der Wahl, ein Ergebnis unter 20% als "Niederlage" zu bewerten. Du hast sozusagen eine Messlatte zu den Parteifreunden geschickt. Ich bin mir nicht sicher, ob jeder Deine Messlatte als Motivationsschub verstanden hat, aber Du wirst schon wissen, was Du tust. Und bei der Häufigkeit, wie Du mich oder meine Positionen hier auf X kommentiert hast, muss ich davon ausgehen, dass Du auch eine öffentliche Antwort erwartest. Dem will ich gern nachkommen. Vorwurf 1: Lucassen macht ab jetzt nur noch "sein eigenes Ding" und steigt bald auch der AfD aus: Nein, das tue ich nicht. (Sorry Benedikt, Frank und Skimasken-Junge) Die Vorwürfe, die auch Du in der einen Sitzung des AKs erhoben hast, berufen sich auf Interviews, bzw. auf Zusammenschnitte von Interviews, die ich in den letzten Monaten gegeben habe. Am schlimmsten scheint dabei der Eindruck zu wiegen, ich mache ab jetzt "nur noch mein eigenes Ding". Dieses Zitat stammt aus dem Interview, das ich Melanie Amann im Rahmen der Münchener Sicherheitskonferenz gegeben habe. Frau Amann hat den Kontext allerdings nicht richtig wiedergegeben. Es ging in diesem Teil des Interviews eindeutig um den innerparteilichen Konflikt zwischen "Russlandfahrern" und "Transatlantikern", wie ihn die Presse gern bezeichnet. Konkret ging es wieder einmal um eine Reise nach Sotschi oder Moskau oder sonst wohin in die Russische Föderation, die einige Kollegen (nicht Du!) planten. Darauf angesprochen, sagte ich, dass diese Kollegen keine Rücksicht auf Beschlüsse des Fraktionsvorstandes nehmen würden und ich mit meinen Positionen deshalb auch keine Rücksicht mehr auf die Befindlichkeiten dieser Russlandfahrer nehmen werde. Und Gott weiß (und die Kollegen, die stets im Arbeitskreis anwesend sind, auch), wie oft wir uns mit Rücksichtnahme auf den Parteifrieden wegen der Moskau-Positionen aus einem gewissen Kreis auf die Zunge gebissen haben. In diesem Zusammenhang fiel nun der Ausspruch "mache mein eigenes Ding". Explizit NICHT in Bezug auf die Beschlusslage der Partei oder Fraktion oder die Beschlusslage im AK. Nun aber steht das Wort von Melanie Amann gegen das meine. Du hast bereits entschieden, wem Du glauben möchtest. Ich denke, in Deiner Peer-Group heißt das dann, den „Feindzeugen“ folgen. Die zweite Irritation entstand durch ein Interview mit der Neuen Osnabrücker Zeitung. Dort heißt es am Schluss: „Lucassen starrt lange in Leere und sagt dann: Vermutlich bin ich in 5 Jahren in keiner Partei mehr." Ja, das habe ich so gesagt und auch so freigegeben (im Unterschied zu Frau Amanns Text, den ich NICHT zur Autorisierung bekommen habe). Was hat es damit auf sich? Nun, lieber Torben, wie Du Dir leicht ausrechnen kannst, bin ich in fünf Jahren 80 Jahre alt. Benedikt Kaiser hat das in einem Post, in dem er mehr oder weniger unverhohlen einem meiner Mitarbeiter gedroht hat, auch schon mal ausgerechnet. Und beim Gedanken daran (durch den Journalisten als "Blick ins Leere" beschrieben), kam ich zu dem Schluss, dass ich mit 80 auf meiner Finca in Spanien sitzen will, Orangen ernten möchte und die deutsche Politik (dann hoffentlich mit einer AfD-Regierungsbeteiligung) über X verfolgen möchte. Und die andere Hälfte des Jahres möchte ich mit meinen Kindern, meinen Enkeln und Verwandten in meiner Heimat in Schleswig-Holstein an der Ostsee verbringen. Wenn Du mit Deinen 34 Jahren bereits heute weißt, dass Du im Jahre 2072 noch in der AfD sein wirst, finde ich das erstaunlich, kann es Dir aber nicht absprechen. Da sind wir dann eben unterschiedlich. Der Punkt ist der: Ich war immer dafür, dass die jüngere Generation drankommt und dagegen, dass die Älteren (von Euch als Boomer bezeichnet) immer Alles bis zuletzt in der Hand behalten möchten. Aus diesem Grund habe ich auch mit Jan Nolte die klare Vereinbarung getroffen, zur Hälfte der Legislaturperiode den AK-Vorsitz an ihn zu übergeben. In diesem Selbstverständnis habe ich auch immer für die JA gekämpft und mir in diesem Kampf viele meiner Boomer-Kollegen zum Feind gemacht, weil ich mich auch vor unsere jungen Männer gestellt habe, wenn diese im Suff die dämlichsten Dinge gesagt oder gepostet haben. Ich habe an der Seite von Matthias Helferich viele Jahre für die JA und für die Freiheit der Jugend gekämpft, damit die auch mal über die Stränge schlagen dürfen. Ich habe unzählige Vorlagen für junge Parteifreunde geschrieben, viel Geld gespendet und sogar Spenden von der Industrie für die JA organisiert. Aber das zählt alles nicht für die junge Gruppe der Ausrechner, wie Götz Kubitschek es so treffend beschrieb. In fünf Jahren habe ich fast 60 Berufsjahre hinter mir, mein lieber Kollege. Vielleicht kannst Du so großzügig sein, mir dann den Gedanken an vollumfängliche Freizeit zu gönnen. Zudem frage ich mich: Worüber regt sich Deine Peer-Group denn jetzt auf? Dass ich in fünf Jahren nicht mehr Parteimitglied bin, oder dass ich es jetzt noch bin? Lucassen raus aus der AfD, oder nicht? Linke Presse lügt über AfD, oder Melanie Amann hat Recht? Eure Inkonsistenz ist atemberaubend. Eines aber kann ich Dir jetzt schon zusagen: Anders als der häufig zitierte Jörg Meuthen, wirst Du mich in keiner Talkshow oder Tagesthemen-Sendung sehen, wie ich mir über die AfD das Maul zerreiße. Ich verteidige die AfD seit über 10 Jahren im Privaten wie im Öffentlichen als die Partei, die alleinig noch das Potential hat, unser Vaterland zu retten. Bei Markus Lanz genauso wie in jedem öffentlichen Interview. Ich behalte mir jedoch vor, auf eine wesentliche Unterscheidung hinzuweisen. Anders als so manch einer aus Deinem Umfeld, setze ich den Thüringer Landesvorsitzenden nicht mit unserem Vaterland gleich. Denn an dieser Stelle hat Björn Höcke ausdrücklich Recht. Erst Vaterland, dann Partei, dann die Person. Vorwurf 2: Lucassen verrät Parteifreunde und ist nicht kameradschaftlich. Lieber Torben, mir ist bei Lesen Deiner vielen Beiträge aufgefallen, dass Du Dich sehr stark an dem Begriff "Kameradschaft" abarbeitest. Ich hätte, so Dein Vorwurf, in meiner "Kameradschaft" zu Björn Höcke versagt, obwohl ich doch ständig davon spräche. Andere schreiben in diesem Zusammenhang von "Verrat", "Dolchstoß" oder "in den Rücken fallen". Doch wie bei allen Begriffen, können Unterschiede in der Bedeutung zu enormen Missverständnissen führen. Ich will Dir deswegen deutlich machen, was ICH unter Kameradschaft verstehe. Du und ich sind KEINE Kameraden. Das klingt jetzt erstmal sehr schroff, das weiß ich. Aber sei mal ehrlich, würdest Du mich als Deinen "Kameraden" bezeichnen? Würdest Du unsere Vorsitzende Alice Weidel als Deine "Kameradin" bezeichnen oder unseren Ehrenvorsitzenden Alexander Gauland in der Fraktionssitzung mit "Guten Morgen, lieber Kamerad Gauland" begrüßen? Ich denke nein. Wir sind Kollegen, die für den Erhalt Deutschlands kämpfen. Sicher auf unterschiedlichen Wegen, aber dennoch Kollegen. Nicht mehr und nicht weniger. Aus meiner Sicht ist das völlig ausreichend. Denn eine Partei ist kein Freundeskreis. Eine Partei ist ein Instrument zur Erlangung politischer Macht. Und dass Du, lieber Torben, in vielen Kollegen ebenfalls weder „Kameraden“ noch „Freunde“ siehst, beweist Dein schriftlicher Fußabdruck auf dieser Plattform. Wenn ich von "Kameraden" spreche, meine ich meine Soldatenkameraden, die auch in unserem Arbeitskreis zahlreich vertreten sind. Kameradschaft im Sinne unserer Bundeswehr. Ein Rechtsbegriff aus dem Soldatengesetz, der aber innerhalb einer Partei keinerlei rechtliche Wirkung hat und dort auch als emotionaler Begriff nichts verloren hat. Als mein Kollege und Kamerad Jens Kestner die Hälfte seiner Redezeit in einer der ersten Sitzungen des Verteidigungsausschusses 2017 einmal an Jan Nolte übergab und ihn mit "Kamerad Nolte" ansprach, regte sich der damalige verteidigungspolitische Sprecher der SPD, Fritz Felgentreu, fürchterlich auf. Diese Bezeichnung, so Felgentreu, hätte als Partei bisher nur die NSDAP benutzt. Auch er verstand damals nicht den Unterschied, obwohl auch er Soldat war und damit Kamerad bleibt. Es war das erste Mal, dass ich als Sprecher meine Kollegen gegen Anwürfe dieser Art in Schutz nahm und mir solche Flegeleien ausdrücklich verbat. Die Kameradschaft unter ehemaligen Soldaten ist eher ein emotionales Band und natürlich weiß ich auch, dass Männer, die nicht in der Bundeswehr waren, sich mit diesem Begriff stets sehr schwertun. Das ist voll nachvollziehbar, aber nicht mein Problem. Jeder Mann hat die Möglichkeit, die Erfahrung des Soldatseins zu machen. Auch Du hättest nach dem Abitur für einige Zeit zur Bundeswehr gehen können. Es war Deine Entscheidung, es nicht zu tun. Wie ich lesen konnte, bist Du erst 2009 nach Deutschland gekommen. In vielen Beiträgen aus Deinem Habitat lese ich eine explizite Abwertung der Bundeswehr als zu woke und weich. Vielleicht war auch Dir die Bundeswehr des Jahres 2009 bereits zu weich? (Das war das Jahr als Oberst Klein in Afghanistan mit seiner Truppe kämpfte und vier Männer verlor) Aber als Deutsch-Brasilianer hättest Du auch zur brasilianischen Armee gehen können. Ich bin sicher, dass auch dort das soldatische Prinzip der Kameradschaft in irgendeiner Form gelebt wird und Du diese Erfahrung hättest machen können. Verstehe mich bitte nicht falsch: Ich werfe die Entscheidung NICHT zur Bundeswehr zu gehen niemandem vor. Für manchen ist das einfach nichts. Wogegen ich mich allerdings verwahre, ist die Verächtlichmachung einer stolzen und traditionsreichen deutschen Armee durch eine Gruppe Ungedienter, die dann aber in Verkennung der tatsächlichen Verhältnisse innerhalb einer Partei "Kameradschaft" und "Loyalität" einfordern. Und das ist einer Deiner Kernvorwürfe gegen mich: Ich hätte mich gegenüber Deinem Landesvorsitzenden, Björn Höcke, unkameradschaftlich verhalten und ihm die Loyalität versagt. Ich will Dir darauf so klar antworten, wie bereits weiter oben: Björn Höcke und ich sind ebenfalls KEINE Kameraden und wir haben uns gegenseitig nie die Treue geschworen. In was auch? Dass wir schwören, uns nie zu widersprechen? Das muss auch für Dich absurd klingen, oder? Und aus diesem Grund sind die Vorwürfe "Verrat" und "Illoyalität" vollkommen fehl am Platz. Du als Jurist würdest sagen, sie haben keine Grundlage. Erneut: Eine Partei ist Werkzeug zur Erringung politischer Macht. Björn Höcke will 2029 Thüringer Ministerpräsident werden, um dort die Verhältnisse wieder in geordnete Bahnen zu lenken. Darum geht es. Um Deutschland und nicht um hohle interne Treueschwüre, von denen man erst durch Zufall erfährt, dass man drinsteckt. Vorwurf 3: Lucassen führt den Arbeitskreis zu "militärisch". Lieber Torben, was soll ich dazu sagen. Ein paar ältere Kollegen, die mich zu dazu vertraulich befragten, kamen aus dem Schmunzeln nicht heraus. Ausgerechnet in der "strammen Rechten" wird militärischer Führungsstil beklagt? Ich weiß natürlich, was damit gemeint ist: Mein Ton, dass ich nicht jedes Gespräch mit dem Satz „das müssen wir noch mal weiter abstimmen“ beende und unabgesprochene Statements in der Öffentlichkeit. Dazu: Wenn eine Presseanfrage um 10.30 Uhr reinkommt, wie die AfD-Bundestagsfraktion zur Aussage des Verteidigungsministers in Bezug auf X,Y oder Z steht, und bis 12:00 Uhr beantwortet werden muss, ist keine Zeit für Abstimmung. Deswegen haben wir unser Grundsatzprogramm, unsere Bundestagswahlprogramme, die Beschlüsse in Fraktion und in den Arbeitskreisen. Das sind meine Leitplanken. Und innerhalb dieser Leitplanken habe ich als Sprecher des Arbeitskreises durch die Fraktion die Prokura zu antworten und Positionen zu beschreiben. Und manches Mal auch einen Gedanken zu äußern, der neu ist. Atomare Bewaffnung vielleicht, wie Kay Gottschalk. Übernahme einer militärischen Führungsverantwortung in einer dann europäisierten NATO (Was eigentlich nur die logische Konsequenz der Ami-Go-Home-Rufer aus Deiner Peer-Group ist). Aber was ich von Dir gern erfahren würde: An welcher Stelle habe ich je unser Grundsatzprogramm, unsere Bundestagswahlprogramme, die Beschlüsse in Fraktion und in den Arbeitskreisen verletzt? An welcher Stelle habe ich die Partei programmatisch je "verraten"? Bei der Wehrpflicht ja wohl nicht, wie Du ganz genau weißt. Und wie kannst Du Dich an meinem "zu militärischen" Führungsstil stören? Wir kennen uns gar nicht! Du warst nur zweimal anwesend in über einem Jahr, hast nicht einen Kommentar zu irgendeinem verteidigungspolitischen Thema abgegeben oder Dich um ein einziges Thema bemüht. Nur als es um meine Person ging, warst Du zur Stelle. Ich will Dir aber auch sagen, was ich auch als Führung betrachte: Jeden Angriff auf Kollegen des AK Verteidigung abzuwehren, als sei er gegen mich persönlich gerichtet. Wie oft musste sich Hannes Gnauck die unsäglichen Anwürfe der damaligen Vorsitzenden Strack-Zimmermann gegen seine Person anhören. Jedes Mal bin ich eingestiegen. Jedes Mal, wenn die Altparteien ihre dämlichen Nazi-Anspielungen auf uns losließen, war ich zur Stelle. Als der Vorsitzende uns mit Spionagevorwürfen überzog, bin ich eingestiegen, Unterlassungsaufforderung, Gegen-Darstellung, etc. Wenn die Presse über die Spionageabsicht unserer Anfragen im AK Verteidigung berichtet, ist mein Bild in der Presse – und zwar international! Und wenn Markus Lanz mich zu den verteidigungspolitischen Anfragen Eurer Thüringer Landtagsfraktion in die Mangel nehmen will, stelle ich mich auch dagegen. Genauso wie die Konfrontation mit insgesamt sieben (!) videodokumentierten Aussagen von Kollegen, die ich zum Teil vorher noch nie gesehen hatte. Das alles mache ich dann als zu militärischer Führer, wenn ich im TV sitze. Aber ich weiß, darum geht es Dir gar nicht. Du willst etwas anderes. Lieber Torben, in der einen von zwei Sitzungen des Arbeitskreises, in der Du je teilgenommen hast, hast Du mehrfach betont, dass "wir ja schließlich Männer seien", die jetzt den Lucassen abschießen müssen. Ich hatte nie Zweifel daran, dass ich ein Mann bin, aber wenn man sich das heute ab und zu sagen muss, wird es einen Grund dafür geben. Und weil Du und ich Männer sind, sprechen wir es doch einfach aus: Der Dissens fing an, als Du und Deine Thüringer Landesgruppe nach der Sommerpause mitbekommen habt, dass ich bereits VOR der Sommerpause den Antrag auf Wiedereinsetzung der Wehrpflicht in den fraktionsinternen Prozess zur Abstimmung gegeben habe. So wie es unser Grundsatzprogramm, unsere Bundestagswahlprogramme, die Beschlüsse in Fraktion und in den Arbeitskreisen verlangen. Das wolltet Ihr nicht. Und als Ihr nach der langen Sommerpause mal wieder in Eure Postfächer geschaut habt, ist Euch das aufgefallen. So einfach ist es. Ihr wolltet das nicht, weil Ihr glaubt, dass das im Osten Deutschlands schlecht ankommt. Und Ihr seid bereit, unser Grundsatzprogramm, unsere Bundestagswahlprogramme, die Beschlüsse in Fraktion und in den Arbeitskreisen und sogar eine parteiinterne Abstimmung, in der sich unsere Mitglieder mit über 70% FÜR die Wehrpflicht ausgesprochen haben, einfach zu ignorieren. Ihr wollt eben etwas anderes. Und Ihr seid offensichtlich der Auffassung, dass alle Gremien und sogar das höchste Gremium, der Parteitag, falsch liegen. So einfach ist es. Angefangen hat das alles, als die Russen aus dem Manöver Zapat 22 schnellen Schrittes in die Ukraine gefahren sind. Da bekam die Erzählung vom friedenssuchenden Kreml einen gewaltigen Riss. Und ab da änderte sich das Interesse an der Verteidigungspolitik in Eurer Peer-Group schlagartig. Auf einmal galt Euch (Du warst damals noch im Thüringer Landtag) eine einsatzbereite Bundeswehr als schlecht. Wehrpflicht in Deutschland würde die Russen provozieren. Das war der Sound. Und da Du ein Mann bist, könntest Du es auch einfach mal offen sagen. Es weiß sowieso jeder. Und ich will Dir was sagen: Wäre an irgendeiner Stelle mal einer von Euch gekommen und hätte gesagt: "Passt auf Freunde, Stimmung im Osten gerade schwierig. Thema "Wehrpflicht" kommt nicht gut an." Keiner von uns hätte sich dem widersetzt. Wir hätten in einem gemeinsamen Beschluss natürlich das Thema „Wehrpflicht“ nach hinten schieben können. Ganz normale Parteitaktik. Machen alle. Aber mit der Zeit, lieber Torben, ist ein anderer Sound dazugekommen. Der Anti-BRD-Sound. Die Re-Etablierung des alten DDR-Kampfbegriffs. Und auf einmal geht es nicht mehr nur um die Wehrpflicht. Es geht um unseren Staat. Es geht ums Große. Dein Habitat, lieber Torben, strotzt davon. Alles, was in unserem Land falsch läuft, wird auf einmal der Bundesrepublik Deutschland sui generis in die Schuhe geschoben. Weil wir die Bundesrepublik haben, ist unser Land am Kippen. Das ist die These aus Deiner Peer-Group. Und Du selbst machst in einem Deiner Posts sogar die längst beantwortete Frage nach der verpassten Chance durch die Stalin-Note 1952 auf. Ich dachte, ich sehe nicht recht. Sind das Diskurse, die man heute noch in Blumenau führt? Wenn ja, muss ich Dir leider sagen, dass Du mit Deinen Gedanken rund 70 Jahre hinterherhinkst. Und Leute wie ich werden von Euch dann als Vertreter des BRD-Establishments geschmäht. Als Vertreter eines Staates, der der mittlerweile älteste auf deutschem Boden ist. Und in den Wortschöpfungen seid Ihr erstaunlich kreativ. Zu den "Halben" und den "NATO-Boys" aus 2015 kamen die "Westextremisten", "Cuckservatives", "Larper", "Simper", "Fremdnationalisten", "NATO-Stiefellecker", "NATO-Schwanzlutscher", "BRD-Boomer" und "NATO-Huren". Und seit neuestem auch einfach das Kürzel HS, das für das Wort "Hurensohn" steht und aus Cleverness von Deiner Peer-Group nicht ausgeschrieben wird, weil Strafanzeige und so. Ja, so leicht kriegt das BRD-Establishment Euch nicht, stimmt’s? In den 90ern haben immer die Migranten-Gangs die Deutschen als Hurensöhne bezeichnet, aber wenn Deine Peer-Group das jetzt auch so macht, wird es einen Grund dafür geben. Ich bin nur der Boomer, Du weißt schon. Dass man mich aus Deinem Habitat (auch von Accounts, die durch Mitarbeiter der Thüringer Landtagsfraktion betrieben werden) heraus unflätig beleidigt, stört mich nicht. Mein Alter wird von Euch jungen Burschen auch immer besonders gern erwähnt. Ich weiß, dass ich 74 bin, aber was zieht Ihr für einen merkwürdigen Lustgewinn daraus? Könntet Ihr eigentlich genauso gut einstecken, wenn ich ähnlich schreiben würde? Mich über Eure altbackenen Dreiteiler, eure Körperfülle, Euer unfreiwilliges Zölibat, oder Eure ganzen Lücken zwischen weltanschaulicher Kraftmeierei und privater Lebensführung öffentlich auslassen würde? Könntet Ihr? Nein, lieber Torben, was mich stört, ist die Schmähung unseres Staates. Denn daraus wird niemals die Kraft zur Rettung Deutschlands erwachsen. Und ich frage mich auch ernsthaft, woher kommt diese Feindseligkeit in Deinem Habitat? Was habt Ihr Euch von ihm versprochen, was Euch jetzt dazu treibt, ihn aufzugeben? Nanny-Versorgung all inclusive? Natürlich spielt das Erlebte und Ererbte eine große Rolle. Die von mir erwähnten fast 60 Berufsjahre und bald 75 Lebensjahre habe ich in der Bundesrepublik Deutschland verbracht. Ich bin hier nachweislich bis in 5. Generation verwachsen. Leute wie ich sind Deutschland. Und ja, Ihr habt Recht: Leute wie ich sind die Bundesrepublik. Alle Tragödien, Erfolge, den Wiederaufstieg und vieles mehr stecken in meiner Familiengeschichte. Sie stecken in Millionen Lebensgeschichten. Und manchmal verstellt das den Blick auf Menschen, die eben andere Erfahrungen gemacht haben. Zum Beispiel im Osten Deutschlands. Davon bin ich sicher nicht frei. Auch die enttäuschten Vorstellungen der russisch-deutschen Spätaussiedler sind ein bereits beschriebenes Phänomen. Sie haben sich in Kasachstan und an der Wolga eine Deutschlandbild konserviert, welches mit der Realität nicht mehr viel zu tun hatte. Deutschland ist nicht mehr das Land von 1850. Wer an solchen romantischen Bildern hängt, wird politisch scheitern.



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BUNDESTAGSWAHL | Sonntagsfrage Forschungsgruppe Wahlen/ZDF Union: 26% AfD: 26% (+2) GRÜNE: 15% (+3) SPD: 13% (-2) LINKE: 10% (-1) Sonstige: 10% (-2) Änderungen zur letzten Umfrage vom 27. Februar 2026 Verlauf: whln.eu/UmfragenDeutsc… #btw29



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