Thomas Olbrich
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Thomas Olbrich
@ThoOlb
hier mit dem Hobby unterwegs: Economics meets law in history. Facts. 📖🇩🇪🇬🇧 RT≠endorse

Natürlich muss man die variierenden Erklärungen zu den Kriegsgründen von Trump und Rubio mit Skepsis genießen. Nur: Sie alle passen zu einer Strategie, die sich – im größeren Konflikt mit China – als präventive Achsenschwächung beschreiben ließe. Der Text zum Film: zeit.de/politik/2026-0…



Zum Angriff auf den #Iran und zur Lage im Nahen Osten teilen die Vorsitzenden der AfD-Fraktion im Deutschen Bundestag, @Alice_Weidel und @Tino_Chrupalla, mit: „Mit großer Sorge haben wir die Angriffe Israels und der USA auf den Iran zur Kenntnis genommen. Wir fordern alle Kriegsparteien zur unbedingten Zurückhaltung auf. Die Zivilbevölkerung und die zivile Infrastruktur müssen geschützt bleiben. Das Völkerrecht sowie das humanitäre Völkerrecht müssen uneingeschränkt eingehalten werden. Die erneute Destabilisierung des Nahen Ostens liegt nicht im deutschen Interesse und muss beendet werden.“

Genau. Gerald Knaus bringt es auf den Punkt, wie verlogen die Propaganda von FPÖ und AfD zu Migration, Ukraine und Putin sind: Es war Putin, der für die großen Fluchtbewegungen nach Europa verantwortlich ist, zuerst Syrien, dann Ukraine. Aber sie banalisieren den Kremlherrn.



ℹ️ ICE-Beamter erschießt Frau in Minnesota In Minnesota ist die die 37-jährige Renee Nicole Good von einem ICE-Beamten erschossen worden. Die Meldungen und damit auch die Social Media Postings schwappen auch nach Europa. Ich möchte zumindest einige Fakten anbringen, da dieser Vorgang nun von allen Seiten instrumentalisiert wird. Selbstverständlich habe ich mir dazu alle öffentlich zugänglichen Videos mehrfach angesehen, auch in Zeitlupe. ▶️ Das Immigration and Customs Enforcement (ICE) ist eine Bundesbehörde in den USA, die 2003 gegründet wurde. Ihre Aufgaben sind vor allem die Gesetze zur Einwanderung in den USA, darüber hinaus aber auch andere Aufgaben des Heimatschutzministeriums. In Deutschland wären die Aufgaben irgendwo zwischen Zoll und Bundespolizei. ▶️ Die derzeitige Regierung setzt aus politischen Gründen stark auf die Abschiebung illegaler Einwanderer. Als Mittel der Wahl hat sie dafür ICE auserkoren. Das führt in vielen Städten und Bundesstaaten zu Protesten. ▶️ Das ICE führt eine groß angelegte Aktion mit 2000 Beamten in Minnesota durch. Dabei geht es vor allem um Betrug durch Einwanderer, konkret vermehrt durch somalische. ▶️ Renee Nicole Good gehörte zu Protestlern, die versucht haben, sich dem in den Weg zu stellen. Dabei hat sie als Anführerin mehrere Fahrzeuge geleitet, um den Einsatz der Beamten zu blockieren. ▶️ Als sie ihr Fahrzeug quer zur Fahrbahn stellte – wohl nicht der erste Zwischenfall des Tages – stiegen mehrere Beamte aus und versuchten sie festzunehmen. („Get out of the car!“ Kommen Sie aus dem Auto raus!) ▶️ Ein Beamter griff an die Türe, um sie zu öffnen. Good versuchte daraufhin, sich dem zu entziehen und davonzufahren. Sie fuhr dadurch auf einen anderen Beamten zu, der vor ihrem Fahrzeug stand. Alle Beamten in den USA werden aufgrund vorheriger Vorkommnisse trainiert, Autos als Waffe anzusehen. Der Beamte zog seine Waffe, die Fahrerin rammte den Beamten, woraufhin er aus nächster Nähe drei Schüsse auf die Fahrerin abgibt. ▶️ Das Auto beschleunigt und kracht wenige dutzend Meter weiter unkontrolliert in ein parkendes Fahrzeug und einen Masten. Aufgrund dessen und aufgrund einer Videoaufnahme der Leblosen gehe ich davon aus, dass Renee Nicole Good durch mindestens einen Kopftreffer sofort getötet wurde. ▶️ Nach meiner Einschätzung waren die Schüsse, basierend auf der US Rechtsprechung, gerechtfertigt. Nimmt man nur diese wenigen Sekunden, wären sie vielleicht sogar in Deutschland gerechtfertigt gewesen. Ich bin sicher, dass es dazu keine strafrechtliche Verurteilung geben wird. ▶️ Ob sie moralisch gerechtfertigt waren, muss jeder für sich selber entscheiden. Man sollte aber nicht ausblenden, dass es sicher keine Premiumidee ist zu versuchen, sich bewaffneten Bundesbeamten in einem Einsatz in den Weg zu stellen und bei dem Versuch, sich der Festnahme zu entziehen, auch noch einen anzufahren. ▶️ Beide Seiten bemühen nun Propagandamittel, um den Vorfall zu kommunizieren. Die Regierungsseite spricht beispielsweise von „domestic terrorism“ (inländischen Terrorismus), was schlicht Blödsinn ist. Eine Definition wird so gebogen, dass sie passt. Die Gegenseite setzt auf Emotionalisierung, beispielsweise wird immer wieder erzählt, dass Good Mutter von drei Kindern war und ihr Mann 2023 verstorben ist. ▶️ Die rechtliche Seite zu bewerten ist entsprechend komplex, da in den USA die Rechte der Bundesstaaten sehr viel höher aufgehängt sind. Auch im Verständnis der Menschen. Das ist nicht einfach auf Deutschland oder Europa übertragbar. Für uns wäre es vielleicht vergleichbar mit unserem Verhältnis zur EU-Kommission. Beispielsweise dürfen die ICE-Beamten in bestimmten Fällen Festnahmen durchführen, u.a. bei konkretem Verdacht auf illegale Einwanderung. Bei anderen benötigen sie aber eine richterliche Zustimmung. Und das ist dann auch noch von Staat zu Staat unterschiedlich. Die örtliche Polizei kann teilweise sogar die Zusammenarbeit verweigern. Auch dazu gab es Gerichtsurteile. ▶️ Richtig ist, dass ICE diese Gesetze häufig übertritt. Das ist ein systematisches Vorgehen, die Regierung lässt es dann auf spätere, langwierige Gerichtsverfahren ankommen. Andererseits häufen sich aber die Vorfälle, in denen ICE-Beamte sogar angegriffen werden. Auch im Nachlauf in Minnesota. Sie verhüllen ihre Gesichter, da sie im Netz „gedoxt“, also identifiziert und veröffentlicht werden. Und auch mal Morddrohungen erhalten. ▶️ Auch die Beurteilung von „Illegalen“ ist eine völlig andere als in Deutschland. In den USA ist es möglich zu arbeiten und sogar seine Steuern zu zahlen, und bis auf den Aufenthaltstatus ein völlig normales, legales Leben zu führen. ▶️ Wer sich über diese einfachen Tatsachen hinaus in Europa zu dem Vorfall äußert, gibt meiner Ansicht nach fast immer eine Meinungsäußerung ab, die auf politischer Grundeinstellungen basiert. Kann man ja machen, interessiert nur niemanden. Weshalb auch da mehr und mehr auf Propaganda gesetzt wird. Ich habe auch mehrere Falschbehauptungen beider Seiten gelesen. Mir persönlich erschließt sich nicht, warum jemand beispielsweise Polizisten bei einer Demonstration vollquatscht. Als wenn jemals irgendeiner gesagt hätte „Oh, ja, ok, guter Punkt, dann geh ich jetzt nach Hause.“ Umso weniger erschließt sich mir, warum jemand versucht, sich zum Teil schwer bewaffneten Bundesbeamten in den Weg zu stellen. Und dann auch noch in den USA.


Eine Argumentationsanalyse - weil ich es für den aktuellen Diskurs in Deutschland relevant halte. Kann jemand Rassist sein, der Rassenunterschiede verneint? Und warum es im Grunde fast schon egal ist. Zu dieser Frage kursieren hier vor allem zwei Videoschnipsel von Charlie Kirk. 📺Im ersten geht es im Kern um die Aussage: Hautfarbe/ethnische Zuschreibung (race) spielt keine Rolle. Es gibt kein White Privilege. Es braucht daher keine DEI Programme, weil sie unnötig auf Hautfarbe/ethnische Zuschreibung fokussiert sind. 📺Im zweiten (und immer wieder in vielen anderen Debatten) warnt er vor dem Great Replacement - dem Austausch der weißen Rasse durch Immigranten. x.com/pjavidan/statu… Schauen wir uns die Prämissen beider Videos an: Prämisse A1: Alle Menschen sind gleich, Unterschiede nach Hautfarbe sind künstliche Konstrukte. Prämisse A2: Gesellschaft sollte meritokratisch sein – individuelle Leistung statt Gruppenzugehörigkeit. Prämisse B1: Die Kategorie „weiß“ ist politisch und kulturell real und bedroht. Prämisse B2: Demographische Veränderungen haben identitätszerstörende Folgen für „weiße Amerikaner“, (insbesondere weiße Männer in ländlichen Gebieten) 🤔Und da ist der Konflikt: Wenn Hautfarbe keine Rolle spielt (A1), dann ist es irrelevant, ob die weiße Bevölkerung zahlenmäßig abnimmt (B1/B2). Und auf einmal spielt Hautfarbe und ethnische Zuschreibung doch eine Rolle: Wenn ein „Replacement“ befürchtet wird, setzt das voraus, dass Hautfarbe und ethnische Zuschreibung doch zentrale, identitätsstiftende Kategorien sind. Denklogisch kann man aber nicht "farbenblind" sein und gleichzeitig ethnisch alarmistisch. 🧑🎓Rhetorisch ist das aber überaus praktisch: 1.) Man kann Ambivalenzstrategien anwenden und Frameswitching betreiben: Vor liberalerem Publikum oder bei Rassismus vorwürfen, begibt man sich auf die Prämissen A1 und A2: Hautfarbe spielt überhaupt keine Rolle, alle Menschen sind gleich. Vor eher Identitätsorientiertem Publikum kann man Ängste mit dem "Great Replacement" schüren. 2.) Man kann den Dogwhistle-Effekt nutzen: Die zweite Botschaft (Replacement) funktioniert als Signal an jene, die Angst vor dem Verlust weißer Mehrheiten haben, ohne dass man explizit rassistische Sprache nutzt. Bei Angriffen kann man sich sofort auf Prämisse A zurückziehen. Logisch ist dieser Konflikt unhaltbar, rhetorisch ist das Konstrukt aber wirksam. Kritik wird erschwert (Nennen wir es den Dunja Hayali Effekt). ❓War der Mensch Charlie Kirk also ein Rassist: ich weiß es nicht. Und im Kern ist es auch nicht entscheidend. Entscheidender ist, insbesondere im politischen Kontext, welche Wirkung Aussagen bei den Zuhörern auslösen. In der Kommunikationswissenschaft spricht man von perlokutionären Akten: Die Wirkung einer Äußerung (Angst, Abwehr, Mobilisierung) ist die eigentliche Absicht des Redners. Politische Rhetorik arbeitet selten mit nüchterner Wahrheit, sondern mit Narrativen. Diese schaffen häufig Bedrohungsszenarien, aktiviert Abwehrreaktionen - übrigens nicht nur im Fall von Charlie Kirk sondern immer stärkerem Maße auch in der deutschen politischen Rede (Bürgergeld, Migration, Energiewende, Verbrennerverbot lassen grüßen). Es ist wichtig, diese Rhetorik und ihre unhaltbaren Logikkonflikte offenzulegen, um politische Intentionen zu erkennen. Wenn solche Muster nicht klar benannt werden, verschieben sich die Grenzen des Sagbaren immer weiter. Was gestern extrem war, ist heute diskutabel und morgen normal. Für Deutschland wünsche ich mir diesen Weg nicht. Demokratie braucht eine faire und rationale Debatte, keine Bedrohungsbilder und Überemotionalisierung. Rhetorische Strategien wie das „Great Replacement“-Narrativ oder Dogwhistles wirken zunächst harmlos („nur eine Meinung“), in Wahrheit haben sie das Potential relevante Anteile der Bevölkerung zu emotionalisieren und zu radikalisieren. Ich glaube, es ist wichtig Person und Muster zu trennen, statt Empörung über Einzelpersonen geht es um das Aufzeigen rhetorischer Techniken. Die aktuell stattfindende polarisierende Rhetorik verengt Debattenräume, die wir dringend erweitern müssten. Es entsteht das Bild von "zwei Lagern", wo eigentlich Dialogräume gestärkt werden müssten. Das Erkennen von Tricks entwaffnet die Emotionalisierung. Wir alle sollten uns bemühen, die Mitte sprechfähig zu erhalten, ansonsten dominieren die Ränder mit ihren Extrempositionen den Diskurs. Damit habe ich nun genug zum "Medienphänomen" "Charlie Kirk" gesagt. Möge der Mensch in Frieden Ruhen und seinen Frieden bei seinem Gott finden. (Auf Wiedervorlage auch für mich).



Seine Argumentationstechniken entsprechen den typischen von biblischen Fundamentalisten – Evangelikale, Zeugen Jehovas usw. – und folgen der einfachen Regel ‚Provokation schafft Aufmerksamkeit – das Gegenüber macht den halben Weg selbst‘.


Russlands Propaganda arbeitet nicht mit Ideologie, sondern systematischer Verwirrung. @dubowy_alex blickt für uns hinter die Kulissen eines perfektionierten Systems der Desinformation: bit.ly/4muP6jt




