
US-Inflation: Wenig überraschend hat die Inflation – also der Consumer Price Index vom Bureau of Labor Statistics – im März deutlich angezogen. Die Eskalation im Nahen Osten hatte über die Energiepreise den erwarteten Effekt. Alleine im Vergleich zum Februar ist der Index um 0,9 Prozent gestiegen. Gegenüber dem März 2025 lag die Teuerung bei 3,3 Prozent.
Die Kerninflation war durch die Ereignisse im Nahen Osten wohl noch kaum beeinflusst und lag im Vergleich zum Vorjahresmonat bei 2,6 Prozent. Auch ohne Krieg und hohe Energiepreise haben die Vereinigten Staaten ein Inflationsproblem.
Aufgrund der hohen Inflation sind die durchschnittlichen realen Stundenlöhne immerhin um 0,6 Prozent gesunken. Für den Februar gibt es Hinweise darauf, dass die Haushalte ihren Konsum über eine geringere Sparneigung stabilisiert haben, was so nicht ewig weitergehen wird.
Gespannt kann man nun auf das BIP-Wachstum im ersten Quartal 2026 sein. Hier sollte man keine hohe Wachstumsrate erwarten. Im Hinterkopf behalten muss man, dass die Immigrationspolitik der US-Regierung zu einem niedrigeren Bevölkerungswachstum führt. Dies verändert nicht nur die Interpretation von Arbeitsmarktdaten, sondern verringert auch das Potenzialwachstum der US-Wirtschaft. Durch den KI-Boom wird das vermutlich nur teilweise ausgeglichen.
Was bedeutet das alles für die US-Notenbank? Ich erwarte momentan für die Sitzung Ende April keine Zinsänderungen. Interessant wird es dann im Juni, wenn noch einmal etwas klarer wird, wie sich der Konflikt im Nahen Osten auf Inflation, Arbeitsmarkt und BIP-Wachstum auswirkt. Da die Inflation nun schon jahrelang über dem Zielwert der Notenbank liegt und die Inflationserwartungen unter der Oberfläche wohl nicht mehr so gut verankert sind wie auch schon, würde man wohl eigentlich von einer Zinserhöhung ausgehen. Aber wie wir wissen, würde das in den USA nicht alle erfreuen. Auf kontroverse Diskussionen rund um die Geldpolitik werden wir uns auch vor dem Hintergrund der näher rückenden Zwischenwahlen im November gefasst machen müssen.
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