
Carsten
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Carsten
@clicknomore
"Das Geheimnis des Glücks ist die Freiheit, und das Geheimnis der Freiheit ist der Mut." Perikles










Ich bin vor knapp drei Jahren nach El Salvador gekommen. Und wenn ich ehrlich bin: Am Anfang dachte ich teilweise selbst, ich bin komplett verrückt. Hier war damals nicht viel. Kaum richtige Straßen. Kaum Infrastruktur. Wenig Restaurants. Wenig Hotels. Wenig Shops. Vieles wirkte unfertig. Roh. Im Aufbau. Aber genau das war das Interessante. Denn während in Deutschland alles fertig ist, aber langsam zerfällt, ist hier vieles unfertig, aber entsteht. Und das ist ein riesiger Unterschied. Du wachst morgens auf und irgendwo wird eine neue Straße gebaut. Ein paar Monate später macht ein neues Restaurant auf. Dann ein Hotel. Dann ein Café. Dann ein Surfshop. Dann kommen die ersten Touristen. Dann die nächsten Investoren. Und plötzlich merkst du: Hier passiert gerade etwas. Hier wächst etwas. Hier entwickelt sich ein Land. Und du stehst mitten drin. Du kannst dabei zuschauen, wie jedes Jahr ein bisschen mehr Infrastruktur da ist, ein bisschen mehr Möglichkeiten, ein bisschen mehr Wohlstand. Das heißt nicht, dass hier alles perfekt ist. Ist es nicht. Aber die Richtung stimmt. Und Richtung ist im Leben alles. Deutschland fühlt sich für mich heute an wie ein fertiges Haus, bei dem langsam der Putz von der Wand fällt. El Salvador fühlt sich an wie eine Baustelle, auf der jeden Tag ein Stockwerk dazu kommt. Die meisten Menschen gehen dorthin, wo heute alles schön ist. Ich glaube, interessant sind die Orte, an denen morgen alles schön sein wird. Und das vor den eigenen Augen zu sehen, verändert deinen Blick auf die Welt komplett. Weil du plötzlich verstehst: Länder steigen auf. Länder steigen ab. Und die meisten Menschen merken es erst, wenn es zu spät ist. Ich wollte nicht dort sein, wo es bergab geht. Ich wollte dort sein, wo etwas entsteht. Nicht, weil es perfekt ist. Sondern weil es eine Zukunft hat.














