labomat
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Homburg legt nach. Die Frage ist, wieso macht er das? Die Antwort ist simpel. Es ist die Flucht nach vorn. Wir kennen das Verhaltensmuster u.a. auch von Trump. Wir müssen das nüchtern analysieren, aufregen bringt gar nichts. Homburgs Verhalten hier ist kein Ausdruck von Stärke, sondern belegt im Gegenteil tiefe intellektuelle Schwäche und Abhängigkeit von seiner Bubble. In Homburgs verschwörungsideologischen Kreisen gilt ein Zurückrudern oder gar eine Entschuldigung als fatales Zeichen von Schwäche. Wer Fehler zugibt, unterwirft sich aus Sicht dieser Blase dem „Mainstream“ oder der „Cancel Culture“. Homburg wählt stattdessen wie erwartet, die Eskalation, den Double Down. Er provoziert noch härter, um Stärke und absolute Unbeugsamkeit zu demonstrieren. Er signalisiert seinen Anhängern: „Seht her, ich lasse mich von der moralischen Empörung nicht einschüchtern.“ Das Geschäftsmodell von Homburg ist die Reichweite. Nichts generiert mehr Reichweite als blanke Empörung. Jeder wütende Quote-Tweet, jeder fassungslose Kommentar von Kritikern spült seinen Beitrag in weitere Timelines. Seine Boshaftigkeit ist ein kalkulierter Algorithmus-Köder. Er nutzt die moralische Entrüstung, um seine eigene Sichtbarkeit zu maximieren. Besonders aufschlussreich ist btw. sein zweiter Satz: „Klar, dass NGOs gern von der Sache ablenken.“ Hier offenbart sich der eigentliche Trick. Homburg verschiebt den Torpfosten der Debatte. Plötzlich geht es nicht mehr um seinen eigenen Sexismus oder das Opfer der Deepfakes, sondern um angebliche „NGOs“, die angeblich eine Agenda verfolgen. Er stilisiert die berechtigte Kritik an seiner Misogynie zu einer orchestrierten, politischen Kampagne von „oben“ um. So kann er sich selbst wieder in seine absolute Lieblingsrolle begeben: die des mutigen Wahrheitssagers, der gegen das „System“ kämpft. Indem Homburg seine tiefgreifende Frauenfeindlichkeit als „Volksmund“ verpackt, versucht er, sein Verhalten als vermeintlich normalen, gesunden Menschenverstand zu adeln. Er bedient damit gezielt die niedersten Instinkte seiner verbliebenen Follower-Basis. Es ist die Vollendung des „Audience Capture“: Homburg ist längst Gefangener seiner eigenen radikalisierten Zielgruppe geworden und muss ihr immer extremere, tabubrechende Inhalte liefern, um noch Applaus zu bekommen. Laut euch nicht täuschen. Was wie ein Kontrollverlust wirkt, ist in Wahrheit seine perfide Kommunikationsstrategie. Er opfert den letzten Funken Anstand und bürgerlicher Respektabilität, um seine Rolle als polarisierender Guru in seiner Nische zu sichern. Es ist der absolute Triumph der Ideologie über die Empathie. Doch wie geht es weiter? Die Eskalationsspirale verläuft bei solchen Akteuren, die diesen Weg einschlagen, nach einem sehr vorhersehbaren, selbstzerstörerischen Muster. Homburgs radikalisierte Zielgruppe stumpft irgendwann ab und fordert für denselben Dopamin-Kick immer krassere Tabubrüche. Wenn Homburg sich mäßigen würde oder anfänge, zu differenzieren, würde er von seiner eigenen Blase sofort als Systemling oder Verräter abgestraft. Homburg wird so zur Geisel seiner extremsten Follower und muss den Wahnsinn stetig hochschrauben, was zu einer kompletten intellektuellen und sozialen Isolation von der realen Welt führt. Die verbale Eskalation wird bei Homburg unweigerlich irgendwann die Grenze von der bloßen Provokation zur Strafbarkeit überschreiten. Was bei ihm als vermeintliche „Meinungsfreiheit“ oder „Wahrheitssuche“ begann, endet früher oder später in handfesten Verfahren wegen Beleidigung, Verleumdung oder Volksverhetzung. Im aktuellen Fall bewegt sich die öffentliche, sexistische Diffamierung eines Opfers digitaler Gewalt mit der Verwendung von Bildern bereits in einem juristisch hochgradig gefährlichen Bereich. Sollte der gesellschaftliche, juristische oder plattforminterne Druck (selbst hier auf X) auf Homburg zu groß werden, folgt das Ausweichen in unmoderierte Exil-Plattformen wie Telegram oder Rumble. Dort sind Akteure wie Homburg zwar vor Kritik sicher, verlieren aber jegliche gesamtgesellschaftliche Relevanz. Homburg predigt dann nur noch zu den verbliebenen Hardcore-Fanatikern, während der Rest der Welt ihn vergisst. Am Ende nutzt sich der Schockwert von Homburg ab. Sein Publikum wird gelangweilt und die Aufmerksamkeitsökonomie zieht unbarmherzig weiter zum nächsten, noch extremeren Akteur. Was zurückbleibt, ist eine ruinierte Lebensleistung und ein unwiderruflich zerstörter Ruf. Der ehemalige Professor Homburg wird dann nicht als ernstzunehmender Ökonom, sondern nur noch als tragisches Lehrstück für den Absturz in den Internet-Wahn in Erinnerung bleiben. Das ist alles, was von ihm übrig bleibt. Daher: Seht es locker, Homburg hat bereits verloren. 😎















