
Rotfuchs-Protokoll
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Rotfuchs-Protokoll
@Rotfuchs_
Dekonstruieren fehlerhafter Denksysteme | Logbuch-Serie, Glossar & Buch in Arbeit auf https://t.co/URbFBZ3KQV | Welchen Code hast du? 🦊 #Systemhack







Tweet gelöscht. Für die Nachwelt:











Das rhetorische Muster, das AKW-Befürworter in dieser Debatte regelmäßig zeigen, hat einen Namen: falsche Äquivalenz kombiniert mit Abstraktionsflucht. Wenn konkrete Zahlen auf den Tisch kommen – Hinkley 18→46 Mrd. £, Vogtle 14→35 Mrd. $, Flamanville 3,3→19 Mrd. € – und die Antwort lautet „ja, es gibt verschiedene Formen staatlicher Intervention”, dann ist das keine Replik. Das ist eine Ausweichbewegung auf eine Abstraktionsebene, auf der die Frage unsichtbar wird. Der Kernpunkt der Debatte ist nicht „Förderung ja oder nein”. Er ist ordnungspolitisch: Wer trägt das unternehmerische Risiko? Eine Marktwirtschaft definiert sich nicht durch Förderungsfreiheit – sondern dadurch, dass Verluste denjenigen treffen, der Gewinne erwartet. Bei Erneuerbaren: Geht der Entwickler pleite, verlieren Investoren Geld. Der CfD greift erst, wenn die Anlage steht – das Baurisiko bleibt vollständig privat. Bei AKWs: Explodierende Baukosten werden vom Staat aufgefangen. Gewinne privat, Verluste sozialisiert. Das ist nicht eine andere „Form von Intervention” – das ist ein fundamentaler Systemunterschied. Warum weicht jemand dem aus? Weil Pro-AKW für viele keine technische Position mehr ist, sondern eine Identitätsmarkierung. Wenn das rationale Fundament wegbricht, wird nicht die Position revidiert – sondern die Debatte verschoben. Motivated reasoning, keine Erkenntnisstörung. Die Gegenfrage, die zurück ins Konkrete zwingt: „Nenn ein AKW-Projekt der letzten 20 Jahre, bei dem ein privater Investor die Baukostenüberschreitung getragen hat. Nur eines.” Wer das nicht beantworten kann, hat die Debatte nicht verloren – du hast sie verweigert.











