GorGre@GorGreX
Lasst uns mal anschauen, wie der Vorschlag von Habeck, die Sozialabgaben auch auf die Kapitalerträge anzusetzen um im Gegenzug die Sozialabgaben für den Arbeitslohn zu reduzieren.
Annahme: Familie mit 70.000€ Einnahmen. Sie schafft es heute gerade so 100€/Monat in einen langfristigen Sparfond/ETF/Aktien anzulegen und erhält auf diesem 7% Zinsen pro Jahr.
Erst im 15. Jahr wird der Freibetrag überschritten - ab dann sind die Zinseinkünfte größer dem Freibetrag von 2.000€.
Wert nach 15 Jahre: ca. 32.000€.
Mit Habecks Idee würde dies etwa wie folgt aussehen:
Die Sozialabgaben I.H.v. ca. 13.000 Euro werden etwas reduziert, damit sich das Arbeiten wieder mehr lohnt - sagen wir um lediglich 1200€/Jahr etwa -10%.
Die 100€ extra investiert die Familie nun - d.h. Sie spart 200€/Monat.
Dafür werden schon ab dem 9. Jahr Kapitalsteuer fällig, denn der Freibetrag von 2000€ wird schon überschritten. Aber nicht nur das, on top kommt nun noch die extra Besteuerung der Sozialabgaben. Der Sozi wird ja mit 5% auf die Kapitalsteuer berechnet. Ich habe hier mal mit zusätzlichen 25% auf die Kapitalsteuer angesetzt. (Die Höhe der Abschläge und welche Basis ist völlig ungeklärt, diese Werte erstmal als Beispiel)
Angespartes Vermögen nach 15 Jahren: ca. 55.000€
Die Familie hat also 23.000 mehr gespart! Ihr wurde nichts weggenommen.
Der Staat hat bei dieser Familie in den 15 Jahren etwa 11.000€ weniger Steuern/Sozialabgaben eingenommen. Dies wird dadurch kompensiert, dass Familien/Personen mit höheren Kapitalrücklagen etwas mehr in die Kassen einzahlen werden.
Bitte weist mich auf Denk- und Rechenfehler hin. Bitte haltet die Diskussion sachlich, damit wir ein gemeinsames Verständnis entwickeln, was diese Idee bedeuten könnte.
Wir sollten aufhören die Ideen von anderen aus Prinzip kaputt zu reden. Genauso wie man sich auch davon überzeugen lassen muss, wenn eine Idee vielleicht nicht so sinnvoll ist. So würde ich mir jedenfalls eine politische Kultur in unserem Land wünschen.