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Die Wärmewende ist dem Heizungsgesetz entkommen.
Während Berlin über Heizungen in Einfamilienhäusern streitet, entstehen die größten Wärmepumpen des Landes an Flüssen, Klärwerken und Chemiestandorten.
Mannheim baut ab Mitte 2026 eine 165-MW-Flusswärmepumpe mit Rheinwasser als Wärmequelle.
Köln bestellt drei Pumpen à 50 Megawatt bei Everllence. Hamburg baut am Klärwerk Dradenau vier Abwasser-Wärmepumpen. Hannover ersetzt am Klärwerk Herrenhausen ein Stück Kohlekraftwerk. BASF lässt einen 95-Tonnen-Verdampfer nach Ludwigshafen bringen.
Auffällig: Das sind Klima-, aber auch Maschinenbauprojekte mit Kompressoren, Verdampfern und Anschluss ans Fernwärmenetz.
Ende 2023 waren in Deutschland etwa 60 Megawatt thermische Großwärmepumpen-Leistung am Netz. 2025 waren es rund 180 Megawatt. In Planung und Bau: 71 Projekte mit zusammen rund 900 Megawatt.
900 Megawatt klingen nach Durchbruch. Im Maßstab der Wärmewende sind sie nur ein Anfang.
Fraunhofer IEG und Agora rechnen bis 2045 mit rund 90 Gigawatt Bedarf. Also 500-mal so viel wie heute. Das würde einen Zubau von vier Gigawatt pro Jahr bedeuten. Alle geplanten Großwärmepumpen reichten so gerechnet für maximal drei Monate.
An der Maschine scheitert es immer weniger. Industrielle Großanlagen schaffen heute bis 165 Grad.
Der Markt arbeitet nur weiter gegen die Physik.
27 Prozent staatliche Abgaben auf Strom. 15 Prozent auf Gas. Im ersten Halbjahr 2024 kostete Strom 3,46-mal so viel wie Gas. Gleichzeitig läuft Fördergeld für Wärmenetz-Transformationspläne aus, die EU hat ihren Heat Pump Action Plan gestrichen, und Berlin ersetzt das GEG.
Diese Prioritätensetzung kann man machen.
Man sollte dann nur wissen, was man gerade wegwirft.
Denn die großen Wärmepumpen kommen anders als Solarmodule fast komplett aus dem mitteleuropäischen Industriegürtel: Everllence aus Berlin und Oberhausen, GIG Karasek aus Österreich, Friotherm aus der Schweiz.
Daraus könnte ein starkes Industriecluster werden – wenn es jetzt skaliert. Sonst bestellen wir in zehn Jahren die Pumpen aus China.
Die größten Wärmepumpen Deutschlands stehen an Klärwerken und Flüssen. Im Zentrum der politischen Heizungsdebatte stehen sie bisher kaum.
Dort gehören sie aber hin.
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