ingo reeps
4.3K posts

ingo reeps
@checkitoutFRG
Great respect for innovative entrepreneurs who develop meaningful products and create sustainable jobs. Don't trust totalitarians from the right, left or woke



Dies ist vorerst unser letzter Post auf X und wir stellen den Betrieb dieses Kanals ab sofort ein. Aus unserer Sicht macht die zunehmende Verrohung der Plattform einen konstruktiven öffentlichen Dialog nicht mehr möglich. Sie erreichen die SZ weiterhin auf instagram.com/sz/, @sueddeutsche" target="_blank" rel="nofollow noopener">tiktok.com/@sueddeutsche
, linkedin.com/company/s%C3%B… und whatsapp.com/channel/0029Va…. Wir beobachten die Entwicklung weiterhin und behalten uns vor, diese Entscheidung bei veränderten Umständen zu überdenken.












China shows off its AI robotics edge. German Chancellor Merz gets a taste of how the roles between China and Germany reverse. Engineers partly uncomfortable with us filming. An attempt to shut us in a waiting room during the Chancellor’s visit failed. German press too unruly.


Zu den Landtagswahlen darf man auch mal im Archiv graben: In diesem Interview von Manuel Hagel aus 2018 staunt man schon nicht schlecht…


The German Chancellery found out the exact timing of Russia's invasion of Ukraine not from @CIA or BND but from...myself, according @W_Schmidt_, ex-Minister of the Chancellery, overseer of Germany's intel services & chief aide to @KanzlerScholz. True story. @WSJ #Lanz





Attacke!!!!! Alle mit Gebrüll auf Selenskyj!!! Trump tut‘s, seine ganze Mannschaft tut‘s, die Russen sowieso, und Journalisten, die hier fleißig nachhelfen wollen: Selenskyj muss weg. Warum? Weil er den „Frieden“ verhindert. Nun kursiert die nächste Story: Am Donnerstag vor der Münchner Sicherheitskonferenz habe Selenskyj sein „Privatkabinett“ einberufen und verkündet: Die Verhandlungen seien gescheitert. Man müsse nun einen Plan für drei weitere Jahre Krieg ausarbeiten. Alle seien „total schockiert“ gewesen. So Bojan Pančevski heute bei @ronzheimer. Und dann sagt Pančevski einen Satz, bei dem mir fast die Ohren abgefallen wären: Selenskyj sei „geistig nicht mehr in der Lage, wirklich zu verhandeln“. Geistig nicht mehr in der Lage. Nicht: Die Bedingungen sind inakzeptabel. Nicht: Trump bietet verbale Garantien, die das Papier nicht wert sind, auf dem sie nicht geschrieben stehen. Nicht: Putin schickt Medinsky nach Genf, der dort Geschichtsvorlesungen hält, statt zu verhandeln. Nein – Selenskyj ist geistig nicht mehr in der Lage. Als hätte der Mann ein psychisches Problem. Als sei er der Irre in diesem Krieg und derjenige, der ihn angefangen hat und seit vier Jahren führt. Ich habe mir die Mühe gemacht, die „Drei-Jahre-Krieg“-Geschichte zu recherchieren. Es wäre ja möglich, dass andere Medien das auch berichten – ukrainische Quellen, westliche Korrespondenten, irgendjemand. Das Ergebnis: Nichts. Kein einziges Medium weltweit hat dieses angebliche Treffen des Privatkabinetts unabhängig bestätigt. Nicht der Kyiv Independent, nicht Ukrainska Pravda, nicht Reuters, nicht AP, niemand. Und es wird noch besser. Was hat Selenskyj in genau derselben Woche tatsächlich getan? In München hat er sich mit Rubio getroffen, mit Witkoff, mit Kushner, mit US-Senatoren, mit Merz. Er hat von einem „konstruktiven Ansatz“ der USA gesprochen. Er hat sogar Trumps Juni-Deadline für einen Deal unterstützt. Er hat über ein Referendum gesprochen, das einen zweimonatigen Waffenstillstand erfordern würde. Er hat auf der Sicherheitskonferenz gesagt, Gebietsabtretungen brächten keinen Frieden – mit einem Verweis auf das Münchner Abkommen von 1938, was in München eine gewisse Eleganz hat. In Genf diese Woche hat er Russland vorgeworfen, die Gespräche zu verschleppen. Sein Zitat an Axios: „We don’t have time for all this shit. So we have to decide, and have to finish the war.” Das klingt nach vielem, aber nicht nach einem Mann, der intern auf drei Jahre Krieg umgeschaltet hat. Nichts – aber auch wirklich gar nichts – an Selenskyjs öffentlichem Verhalten in diesen Tagen stützt Pančevskis Erzählung. Im Gegenteil: Alles widerspricht ihr. Aber Pančevski ist noch nicht fertig. Er erzählt auch von einer angeblichen Spaltung im ukrainischen Lager: Auf der einen Seite Budanow, der angeblich für einen Deal ist. Auf der anderen Seite der gefeuerte Andrij Jermak, der angeblich „gegen den Deal arbeitet“ und „schlechten Einfluss auf den Präsidenten nimmt“. Jermak – der Saboteur, der Hardliner, der den Frieden blockiert. Dass Jermak auch nach seiner Entlassung im November 2025 weiterhin Einfluss hat, ist tatsächlich belegt. Die Ukrainska Pravda hat das Anfang Februar mit Fotos dokumentiert. Aber was Pančevski daraus macht, ist etwas völlig anderes. Carnegie, Chatham House, der Kyiv Independent – alle beschreiben Jermaks Problem als Machtkonzentration und Korruption, nicht als Friedenssabotage. Kein einziges seriöses Medium stützt die Darstellung, Jermak arbeite gezielt gegen einen Deal. Und hier wird es geradezu grotesk. Denn wer hat die ukrainische Delegation bei den Verhandlungen geleitet? Wer hat in Istanbul verhandelt? Wer hat vor seinem Rauswurf noch einige der schlimmsten Punkte aus dem 28-Punkte-Plan herausverhandelt? Andrij Jermak. Derselbe Mann, den Pančevski jetzt als Friedensfeind verkauft, war bis November 2025 Selenskyjs wichtigster Verhandler. Der Mann, der verhandelt hat, wird zum Saboteur umgedeutet. Der Mann, der nicht kapitulieren will, wird zum Geisteskranken erklärt. Merkt jemand, was hier passiert? Und das ist kein Einzelfall. Vor kurzem saß Pančevski bei Lanz und behauptete, Trump habe der Ukraine harte Sicherheitsgarantien gegeben. Norbert Röttgen hat ihm widersprochen – weil es schlicht nicht stimmt. In seinem Buch, das im April erscheint, macht Pančevski die Ukraine für die Nordstream-Sprengung verantwortlich, obwohl es abenteuerlich klingt und es seriöse Recherchen gibt, die Russland als Verursacher sehen. Drei Auftritte. Drei Narrative. Eine Richtung. Nordstream: Die Ukraine ist ein Sicherheitsrisiko für Europa. Lanz: Trump hat geliefert, Selenskyj hat keinen Grund zur Beschwerde. Ronzheimer: Selenskyj ist geistig nicht in der Lage zu verhandeln. Jedes einzelne dieser Narrative verschiebt die Schuld in dieselbe Richtung: weg von Putin, weg von Trump, hin zur Ukraine. Und jedes einzelne bedient Trumps Kernbotschaft: Der Krieg könnte vorbei sein, wenn Selenskyj nicht wäre. Das ist der Moment, in dem man über den Einzelfall hinausschauen muss. Denn was mit Selenskyj gerade passiert, ist kein Zufall und beschränkt sich nicht auf Pančevski. Von Trump kommt: „Get moving.“ Von Medinsky kommt: Geschichtsvorlesungen statt Verhandlungen. Selbst aus der Ukraine kommen jetzt Stimmen – Saluschnyj gibt AP ein Interview, in dem er Selenskyj die Schuld am Scheitern der Gegenoffensive 2023 gibt, am selben Tag, an dem die Genfer Gespräche stocken. Das ist ukrainische Innenpolitik, Saluschnyj positioniert sich – das ist legitim und eine andere Kategorie. Aber es fügt sich in ein Gesamtbild: Von allen Seiten gleichzeitig wird gerade mit aller Kraft versucht, Selenskyj zu diskreditieren. Und mittendrin sitzt Pančevski mit seiner nicht verifizierbaren Privatkabinett-Geschichte und seiner Pathologisierung des ukrainischen Präsidenten. Istanbul 2022. Wir alle kennen das Narrativ: Selenskyj hatte den Frieden in der Hand und hat ihn ausgeschlagen. Dieses Märchen ist russische Propaganda, die im Westen Karriere gemacht hat. Trump bedient es. Die Wagenknechte bedienen es. Und Pančevski liefert das Update für 2026: 2022 wollte er nicht verhandeln, 2026 kann er „geistig“ nicht mehr. Die Eskalation ist konsequent. Aus dem Unwilligen wird der Unfähige. Aus dem politischen Akteur wird der Patient. Und die eigentliche Frage verschwindet: Warum sollte Selenskyj Territorium abgeben, das Russland nicht erobert hat, im Austausch für Sicherheitsgarantien, die verbal bleiben, weil Trump sie nicht durch den Kongress bringen will, weil er seinen Wählern versprochen hat, Amerika aus allen Kriegen rauszuhalten? Das ist keine Psychopathologie. Das ist politisches Urteilsvermögen. Und es ist exakt die Frage, die jeder verantwortliche Staatschef an Selenskyjs Stelle stellen würde. Wer Selenskyj kritisieren will, kann das tun. Politisch. Faktisch. Mit Belegen. Aber wer beginnt, ihn zu pathologisieren, verlässt den Boden der Analyse. Und genau da sollte man aufmerksam werden.











