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Fed's Warsh: Inflation risks have come down.


Es scheint in meinen Augen zwei sehr fundamentale Missverständnisse bei vielen Menschen bezüglich Kapitalmärkten und Wirtschaft zu geben. 1. Missverständis: Die Wirtschaft könne nicht „ewig“ wachsen weil Ressourcen beschränkt sind. (Spoiler: Wachstum kann auch über Ersatzinvestitionen kommen und nicht nur durch mehr Autos und Konsum) 2. Missverständnis: Der Kapitalmarkt könne nicht dauerhaft Reale Renditen bringen weil man dafür unendliches Wirtschaftswachstum brauche (falsch) und nichts ewig wachsen könne. Viele Menschen denken die Wirtschaft und die Kapitalmärkte zu mechanisch-physisch und missverstehen dabei die eigentliche Funktion von Kapital. Kommen wir zum ersten Irrtum. Die Wirtschaft könne nicht „ewig“ wachsen, weil Ressourcen begrenzt sind Das ist das klassische Malthusianische Denken. Es verwechselt aber extensives Wachstum (mehr Inputs) mit intensivem Wachstum (mehr Wert pro Input) und ignoriert, dass Wirtschaftswachstum Wertschöpfung misst, nicht Tonnen Stahl oder Barrel Öl. Wachstum kommt auch (und vor allem langfristig) aus: • Ersatzinvestitionen in bessere Technologie: Alte Maschinen/Gebäude durch effizientere ersetzen führt zu höherem Output oder bessere Qualität bei gleichem oder geringerem Ressourceneinsatz. • Produktivitätssteigerungen durch Wissen, Organisation, Digitalisierung und Innovation. • Strukturwandel: Weg von ressourcenintensiven Gütern hin zu Dienstleistungen, Software, Wissen und digitalen Produkten (die marginal fast keine physischen Ressourcen verbrauchen). • Dematerialisierung / Entkopplung (Decoupling): Das BIP wächst, während der Material- oder Energieverbrauch pro Kopf stagniert oder sinkt. In Industrieländern ist das übrigens schon seit Jahrzehnten Realität: Das BIP wächst schneller als der Ressourcenverbrauch. In vielen Fällen (z. B. Schweden, Deutschland, USA, Japan) ist der Material- oder Energieverbrauch pro Kopf seit den 1970er/80er Jahren stagniert oder sogar zurückgegangen, während das reale BIP pro Kopf stark gestiegen ist. Aber selbst wenn die Wirtschaft ab morgen stagniert oder ggf. sogar schrumpft: Kapitalrenditen brauchen kein Wirtschaftswachstum. Sie entstehen durch die produktive Nutzung von Kapital: • Kapital wird eingesetzt, um Güter und Dienstleistungen zu produzieren. Solange das Grenzprodukt des Kapitals positiv ist (also eine zusätzliche Einheit Kapital einen Ertrag bringt, der die Abschreibung übersteigt), gibt es eine reale Rendite. • Auch in einer stationären Wirtschaft (Null-Netto-Wachstum) muss Kapital laufend ersetzt werden (Abschreibungen). Die Rendite ist die Vergütung dafür, dass jemand auf Konsum verzichtet und Kapital zur Verfügung stellt. • Reife Unternehmen (Versorger, viele Konsumgüterhersteller, „Value“-Aktien) verdienen stabile Gewinne und schütten diese als Dividenden oder Buybacks aus ganz ohne aggressives Wachstum. Empirisch gibt es keine starke positive Korrelation zwischen BIP-Wachstum und Aktienrenditen. Über Länder hinweg war die Korrelation teilweise sogar negativ. US-Aktien haben langfristig reale Renditen von ca. 6–7 % p.a. geliefert, während reales BIP-Wachstum bei 2–3 % lag. Der Unterschied kommt aus Dividendenrendite, Gewinnmargen, Bewertungseffekten und der Risikoprämie bei ungleicher Risikoteilung in einer heterogenen Gesellschaft nicht primär aus aggregiertem Wirtschaftswachstum. Der Kapitalmarkt „braucht“ kein unendliches Wachstum. Er braucht produktive Verwendungsmöglichkeiten für Kapital und die gibt es immer (Instandhaltung, Effizienz, Innovation, neue Bedürfnisse, Ersatzinvestitionen).

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